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Fall Bögerl

21.08.2014

Zweiter DNA-Test im Mordfall Maria Bögerl beginnt

Die Ermittler erhoffen sich, anhand der DNA-Proben die Mörder von Maria Bögerl zu finden.
Bild: Stefan Puchner/Archiv (dpa)

Ab dem heutigen Donnerstag findet im Fall Maria Bögerl ein zweiter Massengentest statt. Über vier Jahre nach dem Mord an der Bankiersgattin fehlt vom Täter noch jede Spur.

Im Mordfall Maria Bögerl findet ab heute ein zweiter DNA-Massentest statt. In Giengen an der Brenz in Baden-Württemberg sind rund 500 Männer aufgerufen, freiwillig eine Speichelprobe abzugeben. Getestet werden Männer im Alter zwischen 21 und 68 Jahren. Über vier Jahre nach dem Mord an der Bankiersgattin Maria Bögerl fehlt von dem Täter nämlich noch immer jede Spur. DNA-Material, das im Auto der Entführten gefunden wurde, konnte bisher nicht zugeordnet werden.

Maria Bögerl war im Mai 2010 ermordet worden

Die Ermittler suchen nach dem Mörder der Ehefrau des ehemaligen Sparkassenchefs in Heidenheim. Ein DNA-Massentest vor einem halben Jahr in Neresheim im Ostalbkreis hatte keinen Hinweis ergeben. Dort sollten etwa 3300 Männer ihren Speichel abgeben, 100 hatten damals keine Probe geliefert. Dass der Täter aus dem Gebiet rund um Heidenheim kommt, scheint sicher zu sein.

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Bankiersfrau Maria Bögerl ist tot

Die 54-jährige Maria Bögerl wurde am 12. Mai 2010 im Ort Schnaitheim, der zu Heidenehim gehört, aus dem Haus ihrer Familie entführt. Die Täter nahmen sie in ihrem eigenen Auto mit. Kurze Zeit später forderte ein unbekannter Anrufer von Bögerls Ehemann ein Lösegeld über 300.000 Euro. Der Entführer meldete sich nach Angaben der Polizei mit dem Namen „Schmid“ und sprach einen regional-typischen Dialekt.

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Ehemann Thomas Bögerl konnte das Geld in der Kürze der Zeit nicht auftreiben

Das Geld sollte Thomas Bögerl, der damals Vorstandschef der Kreissparkasse Heidenheim war, bis zum Nachmittag auftreiben. Ablegen sollte er es unter einer Deutschlandflagge an einer Autobahn-Unterführung. Bögerl konnte die knappe Zeitvorgabe allerdings nicht einhalten und kam 90 Minuten zu spät. Das Geld wurde nie abgeholt. Der schwarze Mercedes von Maria Bögerl wurde zwei Tage später im Innenhof des Klosters Neresheim gefunden.

Weder eine Suchaktion noch ein Fernsehaufruf in der Sendung „Aktenzeichen XY“ brachten die Ermittler damals auf die Spur der Entführer. Rund drei Wochen später entdeckte ein Spaziergänger die Leiche von Maria Bögerl in einem Wald nahe der kleinen Ortschaft Niesitz. Jemand hatte sie erstochen und dort unter Ästen und Reisig versteckt.

Thomas Bögerl erhängte sich später in seinem eigenen Haus

Die Ermittlungen der Ulmer Polizei gingen daraufhin in verschiedene Richtungen. Auch die Familie Bögerl stand zwischenzeitlich unter Verdacht. Als dieser Monate später ausgeräumt werden konnte, war der Ruf des Vaters und der zwei Kinder bereits schwer beschädigt. Ein Jahr nach dem Mord an seiner Frau, erhängte sich Thomas Bögerl im Fitnessraum seines Hauses.

Witwer von Maria Bögerl erhängt sich - Video aus Heidenheim 

 

Auf dem weiteren Ermittlungsweg liefen viele Hinweise ins Leere. Da gab es zum Beispiel einen anonymen Anrufer, der die Polizei monatelang in die Irre führte. Durch seine Theorien konzentrierte sich die Soko „Flagge“ fälschlicherweise auf die Spielhallenszene. Der Hinweisgeber wurde später zu drei Jahren Haft verurteilt.

Dass ein Massengentest erst vier Jahre nach der Entführung von Maria Bögerl organisiert wird, hat nichts mit einem Versäumnis zu tun, wie Polizeisprecher Wolfgang Jürgens erläutert: „So eine einschneidende Maßnahme muss wohl überlegt sein, da sie eine große Betroffenheit hervorruft.“ Zuerst sei man konkreten Hinweisen nachgegangen. Erst als diese die Ermittlungen nicht voranbrachten, wurde der Massengentest in Neresheim organisiert. Die anstehende Untersuchung in Giegen ist die Fortsetzung der ersten Aktion. (dpa, AZ)

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Trauerfeier Maria Bögerl
Bild: dpa
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