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Japan
21.05.2024

Hilfe, unsere Stadt schrumpft: Japan verliert seine Bevölkerung

Menschen, nichts als Menschen in dieser Straße in Japan. Doch das Bild täuscht: Zuletzt nahm die Bevölkerung in dem Land allein in einem Jahr um eine halbe Million ab.
Foto: James Matsumoto, dpa

Plus Noch wächst die Bevölkerung in Deutschland, aber nicht mehr lange. Dann könnte das eintreten, was Japan schon durchmacht. Dort sind ganze Orte vom Aussterben bedroht.

„Das hier war das Lehrerzimmer“, sagt Masakuni Inoue, als er vorsichtig einen großen Raum mit knarzenden Dielen und Holzwänden betritt. Unter der Deckenleiste hängt ein Foto des Lehrerkollegiums aus dem Jahr 2000. Die Uhr an der Wand ist bei zehn Minuten vor acht stehen geblieben. Auf einer alten Theke, wo einst Arbeitshefte lagen, steht noch eine Mikrowelle aus den 1970er-Jahren. Masakuni Inoue sieht sich um und lacht auf: „Dass hier Noten eingetragen wurden, ist schon etwas her.“ 

Genauer gesagt sind 16 Jahre vergangen, seit die Grundschule Ashigakubo in der Kleinstadt Yokoze, eineinhalb Zugstunden nordwestlich von Tokio, das letzte Mal einen Jahrgang eingeschult hat. Im Jahr 2008 ist sie nach gut 70 Jahren Betrieb geschlossen worden. „In der Nachbarschaft leben nur noch zehn Kinder. Dafür ließ sich die Schule nicht aufrechterhalten“, sagt Inoue, der Vize-Bürgermeister von Yokoze. Die Entscheidung, Ashigakubo dichtzumachen, sei schwergefallen. „Aber es gab eben keine andere Wahl.“ Und überhaupt: „So etwas erleben ja auch nicht nur wir.“

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