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12.01.2022

"Pushback" ist das "Unwort des Jahres" 2021

"Pushback" ist das "Unwort des Jahres" 2021.
Foto: Jakob Stadler

Das "Unwort des Jahres" 2021 ist "Pushback". Das hat die Jury der sprachkritischen Aktion am Mittwoch bekanntgegeben.

"Pushback" ist das "Unwort des Jahres" 2021. Das gab die Jury der sprachkritischen Aktion am Mittwoch in Marburg bekannt. "Der Ausdruck Pushback stammt aus dem Englischen und bedeutet ‚zurückdrängen, zurückschieben‘. Im Migrationsdiskurs bezeichnet das Wort die Praxis von Europas Grenztruppen, Flüchtende an der Grenze zurückzuweisen und am Grenzübertritt zu hindern", heißt es in der Pressemitteilung zum Unwort 2021.

Jury kritisiert Verwendung des Begriffs Pushback

"Die Jury kritisiert die Verwendung des Ausdrucks, weil mit ihm ein menschenfeindlicher Prozess beschönigt wird, der den Menschen auf der Flucht die Möglichkeit nimmt, das Menschen- und Grundrecht auf Asyl wahrzunehmen", steht dort weiter. Den Flüchtenden werde somit ein faires Asylverfahren vorenthalten. Der Einsatz des Fremdwortes trage zur Verschleierung des Verstoßes gegen die Menschenrechte und das Grundrecht auf Asyl bei. "Mit dem Gebrauch des Ausdrucks werden zudem die Gewalt und Folgen wie Tod, die mit dem Akt des Zurückdrängens von Migrant:innen verbunden sein können, verschwiegen." Die Jury kritisiere die in den Medien unreflektierte Nutzung dieses Wortes "auch bei Kritiker:innen der Maßnahmen".

Auf Platz zwei landet für 2021 der Begriff "Sprachpolizei". Auf Platz drei hat die Jury Vergleiche mit dem Nationalsozialismus im Zusammenhang mit Kritik an den Corona-Maßnahmen gesetzt.

Rund 1300 Vorschläge für das nächste "Unwort" sind bei der Jury eingegangen. Knapp 45 Begriffe erfüllten die Kriterien. (mmhe/dpa)

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