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Corona-Impfstoff
18.05.2022

Warum will die EU den Impfstoff-Vertrag mit Valneva kündigen?

Die Zukunft des Valneva-Impfstoffs ist derzeit unklar.
Foto: Sven Hoppe, dpa (Symbolbild)

Valneva will einen Totimpfstoff auf den Markt bringen, der sich von den anderen Impfstoffen unterscheidet. Doch die EU will den Vertrag kündigen. Aus einem pragmatischen Grund.

Der geplante Corona-Impfstoff von Valneva hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt, da er sich von den meisten anderen Impfstoffen unterscheidet. Es handelt sich um einen sogenannten Totimpfstoff. Nun will die EU-Kommission nach eigenen Angaben den Vorab-Kaufvertrag mit dem französisch-österreichischen Biotech-Unternehmen kündigen. Das hat einen pragmatischen Grund.

Valneva hat noch keine Marktzulassung für Totimpfstoff

In dem Vertrag ist das Recht für die Kommission enthalten, diesen zu kündigen, falls Valneva bis zum 30. April keine Marktzulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) erreicht hat. Das ist offensichtlich der Fall, das Vakzin befindet sich weiterhin in der Entwicklungsphase.

"Die Entscheidung der Europäischen Kommission ist bedauerlich, zumal wir weiterhin Nachrichten von Europäern erhalten, die sich eine traditionellere Impfstofflösung wünschen", kommentierte Valneva-Vorstandschef Thomas Lingelbach den Schritt der EU-Kommission. Noch hat der Konzern jedoch Möglichkeiten, dem Vertragsende entgegenzuwirken.

Video: dpa

EU-Kommission will Vertrag kündigen: Valneva hat noch einen Monat Zeit

Die Vertragsbedingungen sehen vor, dass Valneva ab dem 13. Mai noch 30 Tage Zeit hat, um eine Marktzulassung zu erhalten. Eine andere Option ist es, bis zu der Frist Maßnahmen zur Nachbesserung vorzuschlagen. Der Konzern kündigte bereits an, dass man mit den EU-Mitgliedstaaten und der EU-Kommission zusammenarbeitet, um sich auf derartige Maßnahmen zu einigen.

Hintergrund ist, dass der Totimpfstoff den Mitgliedstaaten zur Verfügung gestellt werden soll, welche ihn noch immer erhalten wollen. Valneva ist überzeugt, dass der Impfstoff weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie leisten kann. Das hat vor allem mit der Besonderheit zu tun, dass der Valneva-Impfstoff auf abgetöteten Viren basiert. Dabei handelt es sich um einen lange bewährten Ansatz, welcher in der Imfpstoff-Produktion eine lange Tradition hat. Neuartige mRNA-Vakzine wie die von Moderna und BioNTech basieren nicht auf dieser Art von Viren.

Valneva-Aktie im Tiefflug

Ursprünglich hatte Valneva gehofft, noch im April eine Genehmigung zu erlangen. Ende April hatte der Konzern dann mitgeteilt, dass er mit dem Impfstoffkandidaten nicht wie geplant vorankomme. Daraufhin hatte die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) Informationen über den Impfstoff eingefordert. Diese übermittelte der Hersteller am 2. Mai mit dem Standpunkt, dass alle Fragen angemessen beantwortet seien.

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Wegen der unklaren Zukunft des Impfstoffs befindet sich die Valneva-Aktie in einem Tiefflug. An der Börse Tradegate sank sie um rund 22 Prozent auf den Wert von 9,35 Euro. Dieser bedeutet den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren.

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