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Corona-Bürgertest
28.07.2022

Wann und für wen ist der Corona-Test noch kostenlos?

Ein solcher Corona-Bürgertest ist für die meisten Deutschen nicht mehr kostenlos. Das gilt aber nicht für alle.
Foto: Sven Hoppe, dpa (Symbolbild)

Der Corona-Bürgertest ist für weite Teile der Bürgerinnen und Bürger nicht mehr kostenlos. Doch Personen, die zu vulnerablen Gruppen gehören, können sich weiter kostenlos testen. Eine Erklärung.

Seit dem 30. Juni 2022 ist der Corona-Bürgertest nicht mehr kostenlos – zumindest für weite Teile der Bevölkerung. Für diesen werden nun drei Euro aus eigener Tasche fällig, wenn ein solcher Test in Anspruch genommen wird. Einige Menschen können aber noch immer kostenlose Corona-Schnelltests in Anspruch nehmen. Ein Überblick.

Für wen sind Corona-Tests kostenlos?

Kostenlos sind die Corona-Tests seit dem 30. Juni nur noch für "bestimmte Risikogruppen", wie es Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ausdrückte. Damit sind die vulnerablen Gruppen gemeint, von denen im Laufe der Pandemie immer wieder die Rede war und ist. Zu den vulnerablen Gruppen, die weiterhin einen kostenlosen Corona-Test wahrnehmen können, gehören folgende Personen.

  • Frauen im ersten Drittel einer Schwangerschaft.
  • Kinder im Alter unter fünf Jahren.
  • Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.
  • Assistentinnen und Assistenten, die für Menschen mit Behinderungen arbeiten.
  • Personen, die Angehörige pflegen.
  • Menschen, die in einem Haushalt mit einer infizierten Person leben.
  • Besucherinnen und Besucher von Krankenhäusern oder stationären Pflegeeinrichtungen.
  • Personen, die sich wegen einer Corona-Infektion in Isolierung befinden und sich durch einen negativen Nachweis freitesten können.
  • Menschen, die zu dem Zeitpunkt des Tests an einer Studie zu einem Corona-Impfstoff teilnehmen oder das in den vergangenen drei Monaten getan haben.
Video: dpa Exklusiv

Wann kostet der Corona-Bürgertest drei Euro?

Die Zahl der Corona-Bürgertests soll insgesamt stark zurückgefahren werden. Daher kann auch nur in bestimmten Fällen ein Test gemacht werden, bei dem drei Euro Selbstbeteiligung fällig werden. Die folgenden Personen können einen solchen wahrnehmen.

  • Menschen, die in der Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts eine Warnung bezüglich eines "erhöhten Risikos" erhalten haben.
  • Personen, die am Tag der Testung eine Veranstaltung in einem Innenraum besuchen wollen.
  • Menschen, die Personen mit einem besonderen Risiko oder mit Vorerkrankungen treffen.
  • Personen, die am selben Tag Kontakt mit Menschen ab 60 Jahren haben werden.

Vulnerable Gruppen: Corona-Test mit Formular?

Spannend wird unterdessen, wie die Begründungen für einen kostenlosen Corona-Test und einen Corona-Bürgertest mit drei Euro Selbstbeteiligungen überprüft werden. Im Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums ist vermerkt, dass beispielsweise Besuche von Menschen in Pflegeeinrichtungen "glaubhaft" gemacht werden müssen. Zudem muss ein "amtlicher Lichtbildausweis" vorgelegt werden, was aber bisher auch schon der Fall war.

Bei den Corona-Bürgertests mit einer Selbstbeteiligung von drei Euro muss nun grundsätzlich ein Formular unterzeichnet werden. Durch die Unterschrift wird bestätigt, dass der Test wegen eines Besuchs von Angehörigen mit besonderem Risiko, wegen einer Familienfeier oder des Besuchs einer Veranstaltung gemacht wird. Wenn beispielsweise ein Konzert besucht wird, dann kann das Konzertticket als Beweis vorgezeigt werden.

Skepsis und Kritik bei Testzentren – Lauterbach verteidigt die Regelungen

Für die Betreiber von Testzentren sind die neuen Regelungen eine große Herausforderung. Durch die Belege, die verlangt werden müssen, entsteht ein hoher bürokratischer Aufwand. Dieser sei laut einigen Betreibern gar nicht zu bewältigen. Außerdem könnten die Angaben von den Getesteten kaum überprüft werden.

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"Einen Nachweis, ob ich wirklich heute Oma Erna im Pflegeheim besuche, gibt es natürlich nicht. Den können wir auch nicht überprüfen und schon gar nicht aufbewahren", kritisierte der Geschäftsführer von Coronatest.de Benjamin Föckersperger im ZDF: "Das riecht schon jetzt wieder nach massivem Missbrauch, den wir da zu erwarten haben."

Lauterbach verteidigt die Regelungen unterdessen. "Wenn die Großmutter im Pflegeheim ist, dann braucht man von der Pflegeeinrichtung ein Formblatt, das unterschrieben ist. Das muss hinterlegt werden", wies er die Kritik im ZDF zurück. Er sieht den Aufwand als überschaubar an, räumt aber ein: "Man ist immer auf die Ehrlichkeit der Bürger angewiesen."

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