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Coronavirus

10.04.2020

Ärztepräsident fordert größeren Einsatz bei der Produktion von Tests und Masken

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer und Facharzt für Allgemeinmedizin, fordert entschiedeneres Handeln von der Regierung.
Bild: Gregor Fischer, dpa (Archiv)

Exklusiv Klaus Reinhardt fordert die Regierung auf, die Produktionskapazitäten in Deutschland und Europa stärker hochzufahren. Die aktuelle Situation nennt er "unerträglich".

Klaus Reinhardt, Vorsitzender der Bundesärztekammer, fordert die Politik auf, mit staatlicher Unterstützung die Produktionskapazitäten für Schutzausrüstung und Arzneimittel in Deutschland und Europa  hochzufahren. "Es hat keinen Sinn, in guten Zeiten Pandemie-Pläne auszuarbeiten, die dann aber in einem Aktenordner verschwinden", sagt Reinhardt unserer Redaktion im Interview. "Wir haben gesehen, wie wichtig es ist, sowohl Vorräte für den Notfall anzulegen als auch Produktionskapazitäten für Schutzausrüstung und Arzneimittel in Deutschland und Europa zu schaffen."

Reinhardt: Produktion erhöhen erst einmal wichtigste Schritt

Er sehe die EU gefordert, um hier zu einer Aufgabenteilung zu kommen, die im akuten Fall allen helfe. Auch Deutschland müsse noch mehr Menschen auf das Coronavirus testen. "Die Regierung sollte den Herstellern sagen: Fahrt eure Produktion hoch, produziert Tests in drei Schichten, wir zahlen das", sagt Reinhardt. "Dies ist einer der wichtigsten Schritte, die bis zum 20. April getan werden sollten." Hinzu kämen dringende Antikörper-Tests. "Denn wer nachgewiesenermaßen genügend Antikörper hat, kann morgen ohne jedes Risiko wieder raus oder arbeiten gehen", sagt der Ärzte-Sprecher.

So könnten Angehörige wieder Verwandte im Altenheim besuchen

Besonders dringend seien Schritte zur Entspannung in den Alten- und Pflegeheimen. Dort müsse dafür gesorgt werden, dass genügend Personal und ausreichende Schutzmöglichkeiten vorhanden seien. "Wir benötigen Schleusen, um Besucher mit Schutzausrüstung zu versehen, damit sie ihre Angehörigen wieder besuchen können", betont Klaus Reinhardt. "Die Kosten dafür sollte die öffentliche Hand tragen." Das Gleiche gelte für Pflegedienste oder auch Angehörige, die Familienmitglieder zuhause betreuen. "Er ist unerträglich, dass ambulante Helfer nicht über genug Masken und Material verfügen, um sich und die älteren Menschen zu schützen", sagt Reinhardt unserer Redaktion. (AZ)

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