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  3. Alois Glück im Interview: „Die Kirche wird sich stark verändern“

Alois Glück im Interview
21.11.2012

„Die Kirche wird sich stark verändern“

Alois Glück ist seit drei Jahren Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).
Foto: Uwe Anspach, dpa

Alois Glück vertritt die Laien in der katholischen Kirche. Im Interview spricht er über den Stellenwert des Glaubens, Frauen in der Seelsorge und die Zusammenlegung von Gemeinden.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) kommt heute zu seiner zweitägigen Herbstversammlung in Bonn zusammen. Schwerpunktthemen sind die kirchliche Entwicklung und gesellschaftliche Fragen. Über die Lage der katholischen Kirche sprachen wir mit dem Präsidenten des Zentralkomitees und ehemaligen bayerischen Landtagspräsidenten Alois Glück.

Augsburger Allgemeine: In welcher Situation befindet sich die katholische Kirche in Deutschland?

Glück: Die Volkskirche befindet sich in einer historischen Zäsur. Die bisherige Prägung wird sich grundlegend ändern. Wir müssen uns bewusst machen, dass die Zahl der Getauften und derer, die sich mit der Kirche verbunden fühlen, stark zurückgeht. Die Kirche wird nicht mehr vom Milieu getragen. Die „Sozialgestalt“ der Kirche verändert sich wesentlich.

Augsburger Allgemeine: Damit wächst auch der Handlungsdruck in den Diözesen.

Glück: Das ist richtig. Wir stehen an einer Weggabelung, besonders auch bei den künftigen Gemeindestrukturen. Kommt es zu zentralistischen Lösungen oder in Verbundsstrukturen zu neuen Aufgabeverteilungen zwischen Priestern und Laien? Das wird für die Präsenz der Kirche in den Lebensräumen der Menschen für Jahrzehnte eine entscheidende Weichenstellung sein. Hier geht es auch um eine neue Qualität des Miteinanders.

Augsburger Allgemeine: Man hat den Eindruck, dass dies nicht in allen Diözesen gleichermaßen so gesehen wird.

Glück: Wir haben in der Tat innerhalb der Diözesen unterschiedliche Entwicklungen. Das bestehende Kirchenrecht ermöglicht es jedoch bereits jetzt, den Laien in der Seelsorge viele Aufgaben zu übertragen. Das ist auch das Ergebnis einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit der Bischofskonferenz.

Augsburger Allgemeine: Die Entwicklung in den Diözesen wirft die Frage nach dem Zölibat auf.

Glück: Wir haben – auch aufgrund der Altersstruktur – einen massiven Rückgang der Priester. Die Abschaffung des Zölibats ist sicher keine Zauberlösung. Doch es würde dadurch sicher mehr Priester geben. Es gibt in der Weltkirche auch immer mehr Bischöfe, die eine Veränderung für notwendig halten. In absehbarer Zeit ist damit aber nicht zu rechnen und deshalb können wir damit nicht planen. Wegen des gravierenden Priestermangels gibt es in Lateinamerika, Afrika, Asien schon sehr viele Diözesen, wo die Seelsorge in den Pfarreien im Wesentlichen von Laien getragen wird, natürlich in Verbindung mit dem zuständigen Priester. Aus diesen Erfahrungen sollten wir lernen.

Augsburger Allgemeine: Heißt dies, dass auch Frauen verstärkt in die seelsorgerische Arbeit einbezogen werden sollten?

Glück: Selbstverständlich heißt es das. Die Bischöfe haben sich bei der Dialogveranstaltung in Hannover für ein Frauenförderprogramm starkgemacht. Auf die Frauen müssen mehr Verantwortlichkeiten im Bereich der Seelsorge übertragen werden.

Augsburger Allgemeine: Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa hat die Dekanatsreform durchgesetzt. Im Bistum wird die Zahl der Dekanate von bisher 36 auf künftig 23 reduziert. Es gibt Proteste und Widerstand.

Glück: Ich will die Maßnahme in einer Diözese nicht bewerten. Es wird in der katholischen Kirche zu größeren Einheiten kommen. Die Frage ist, wie dies gestaltet wird. Die Grundlage sind die Aussagen des Konzils zum Volk Gottes, zur Aufgabe aller Getauften und Gefirmten. Eine Zentralisierung in der Gemeindeseelsorge führt zwangsläufig zu immer mehr Entfremdung von der Kirche.

Augsburger Allgemeine: Herr Glück, Sie haben die Länder aufgefordert, die umstrittene Verordnung zur Präimplantationsdiagnostik (PID) im Bundesrat zu stoppen.

Glück: Zentrale Mängel der Verwaltungsgrundlage zur Umsetzung des Gesetzes wurden nicht beseitigt. Nach wie vor ist zum Beispiel die Zahl der Zentren, die für die Anwendung der Präimplantationsdiagnostik zugelassen werden können, nach oben offen. Das widerspricht den Maßstäben des beschlossenen Gesetzes.

Augsburger Allgemeine: Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern hat an die Bischöfe appelliert, entschieden gegen das anonyme Internetportal „kreuz.net“ vorzugehen.

Glück: „kreuz.net“ ist eine unsägliche, menschenverachtende Initiative. Es ist ein erschreckendes Beispiel für einen unchristlichen Umgang untereinander. Die Website verbreitet Hetze gegen Protestanten und Homosexuelle, aber auch gegen katholische Bischöfe und Laien. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden können.

Augsburger Allgemeine: Zum Abschluss, Herr Glück. Hat die katholische Kirche Zukunft?

Glück: Natürlich, die Kirche geht nicht unter! Sie hatte auch schon größere Krisen. Die katholische Kirche wird sich stark verändern. Religion hat jedoch einen immer höheren Stellwert. Noch nie zuvor waren so viele Menschen auf der Suche nach Orientierung unterwegs. Als Kirche müssen wir uns jedoch selbstkritisch fragen, warum die Botschaft des Evangeliums und von Jesu Christi so wenig vermitteln kann.

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