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Bayern
13.08.2020

Nach Corona-Test-Panne: Georg Nüßlein nimmt Markus Söder in Schutz

Georg Nüßlein sagt zur Corona-Test-Panne in Bayern: "Ich halte es für bedauerlich, wenn sich Ministerpräsident Söder jetzt persönlich um diese Probleme kümmern muss, obwohl das im Einzelnen gar nicht seine Aufgabe ist."
Foto: Kay Nietfeld, dpa (Archiv)

Exklusiv Unions-Fraktionsvize Nüßlein weist persönliche Vorwürfe gegen Ministerpräsidenten Söder zurück. Die FDP-Fraktion zeigt sich derweil "sehr besorgt".

Bei der Suche nach einem Schuldigen für die Corona-Test-Panne in Bayern hat Unions-Fraktionsvize Georg Nüßlein Vorwürfe gegen Landeschef Markus Söder zurückgewiesen. „Ich halte es für bedauerlich, wenn sich Ministerpräsident Söder jetzt persönlich um diese Probleme kümmern muss, obwohl das im Einzelnen gar nicht seine Aufgabe ist“, sagte Nüßlein gegenüber unserer Redaktion. Es sei „offensichtlich, dass es interessierten Kreisen jetzt nur darum geht, Söder persönlich etwas anzuhängen“, kritisierte der CSU-Politiker, der in der Unionsfraktion unter anderem für das Thema Gesundheit zuständig ist. „Die Ergebnisse der Tests, die freilich nicht schnell genug zu Konsequenzen geführt haben, zeigen allerdings, dass die Entscheidung des Ministerpräsidenten, möglichst flächendeckend testen zu lassen, absolut richtig und sinnvoll ist", betonte Nüßlein.

Nüßlein zu Corona-Test-Panne in Bayern: Organisatorische Schritte vor Ort unpassend

Nach Nüßleins Einschätzung hat „die Verwaltung die schiere Anzahl der Tests an den bayerischen Grenzen“ offenbar unterschätzt. „Dann scheinen mir auch organisatorische Schritte der Mitarbeiter vor Ort unpassend - etwa, wenn die Daten der getesteten Personen erstmal handschriftlich eingetragen werden, um dann wieder in den PC umgetragen werden zu müssen.“

Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, zeigte sich „über die Nachrichten aus Bayern sehr besorgt“. Die wichtigen und notwendigen Testungen machten lediglich dann Sinn, wenn die Ergebnisse auch zeitnah zur Verfügung stünden und umgehend Maßnahmen ergriffen würden, sagte sie der „Augsburger Allgemeinen“.

„Die digitale Rückständigkeit im deutschen Gesundheitswesen müssen wir endlich überwinden“, forderte Aschenberg-Dugnus. „Denn nur durch eine schnelle und digitale Verfügbarkeit von Testergebnissen für Gesundheitsämter und Testpersonen kann eine für den Betroffenen unbewusste Verbreitung des Virus verhindert werden."

Lesen Sie dazu auch: Kritik nach Corona-Panne in Bayern: Söders Regierung steht unter Druck

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13.08.2020

Natürlich kann man den Ministerpräsidenten nicht für alles verantwortlichg machen was so in Bayern schief läuft. Aber er sollte sich halt nicht immer so weit aus dem Fenster lehnen und "fast Unmögliches" verlangen. Da kommt ihm ein Gedanke - und in wenigen Stunden soll er auch schon umgesetzt sein, ohne zu überprüfen ob dies eigentlich möglich ist. So was muß er sich ankreiden lassen. Und dafür bräuchte man mittlerweile schon sehr viel Kreide wenn man die letzten Monate betrachtet..

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13.08.2020

Eigentlich die Höchststrafe für Söder, wenn sich ein Hinterbänkler zur Verteidigung aufschwingt.

Die Sache selbst ist schon Blamage genug. Sich aufzuplustern "wir testen für Bayern und Deutschland" und dann über die (nicht ausreichend vorhandene) Infrastruktur stolpern - peinlich das Ganze! Aber als Watschn-Frau und Bauernopfer steht ja Frau Huml zur Verfügung.

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13.08.2020

„Dann scheinen mir auch organisatorische Schritte der Mitarbeiter vor Ort unpassend - etwa, wenn die Daten der getesteten Personen erstmal handschriftlich eingetragen werden, um dann wieder in den PC umgetragen werden zu müssen.“
sage Nüßlein, der auch von der CSU für Gesundheit eingesetzt wird.

Es ist ein starkes Stück diese verheerende Panne auf das ausführende Personal zu schieben, allerdings irgendwie typisch für die CSU.

Selbst wenn Söder den Ablauf der Tests persönlich begleitet hätte wäre es kein Deut besser gelaufen. Das ausführende Personal waren ehrenamtliche Helfer, die von den zuständigen Behörden nicht fachgerecht ausgestattet wurden.

Das Problem liegt doch daran, dass Söder wieder mal unbedingt ins Rampenlicht wollte als der große Macher. Dass diese Tests mit ehrenamtlichen Helfern ohne den richtigen Mittel zur Durchführung nicht fachgerecht durchzuführen sind, war im Grunde schon in den ersten Tagen der Tests zu bemerken. Mittlerweile sind fast 14 Tage vergangen. Von einer schnellen Lösung im Sinne der Gesundheit keine Spur.

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13.08.2020

Nüsslein hat ganz Recht! Es kann nicht Söders Aufgabe sein, den Ablauf von Tests persönlich zu begleiten. Hier tun sich Mängel auf, die beim ausführenden Personal zu suchen sind. Deutsche Bürokratie scheint hier wieder zu triumphieren und die Zahl derer, die sich dahinter bequem verstecken wird leider nicht geringer.

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