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Bundespräsidenten-Wahl
18.05.2009

Die Kandidaten-Rolle hält Peter Sodann durch

Sodann sieht Deutschland nicht als Demokratie
Foto: DPA

Peter Sodann ging als "Tatort"-Kommissar auf Verbrecherjagd und schnappte dabei mehr als 80 Mörder. Dann schickte der MDR den Kommissar in Ruhestand. Doch er fand eine neue Rolle, in der er aufgeht. In der Politik. Von Martin Ferber

Als "Tatort"-Kommissar Bruno Ehrlicher war er Kult. Zwischen 1992 und 2007 ging Peter Sodann 45 Mal auf Verbrecherjagd und schnappte dabei mehr als 80 Mörder, erst in Dresden, dann in Leipzig. Sich groß verstellen, gar in eine völlig andere Rolle schlüpfen brauchte er dabei nicht.

Bruno Ehrlicher war Peter Sodann und Peter Sodann Bruno Ehrlicher. Der "Columbo des Ostens" gab sich als etwas trotteliger und eigenwilliger "Ossi" aus, von allen unterschätzt, aber zäh und geduldig, der gerade deshalb die Machenschaften der Großen und Mächtigen aufdeckte.

Als Bruno Ehrlicher wurde Peter Sodann gegen seinen Willen vom "Mitteldeutschen Rundfunk" in den Ruhestand geschickt, gerne hätte der gebürtige Sachse aus Meißen weitergemacht. Doch dann bot ihm die Linkspartei im Oktober vergangenen Jahres eine neue Rolle an, die er genauso bereitwillig übernahm: Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.

Und der 72-jährige Schauspieler und Ex-Intendant des von ihm gegründeten "neuen theaters" in Halle an der Saale tat wieder das, was er am besten kann: Er spielte sich selber, gab wieder die leicht trottelige, aber ehrliche Haut aus dem Osten, den Anwalt der Kleinen und ungerecht Behandelten, von allen unterschätzt, aber zäh und eigenwillig.

Nur, was auf der Theaterbühne und vor der Kamera funktioniert und ihm im Osten wie im Westen große Popularität eingebracht hatte, ging auf der Bühne der Politik furios daneben. Sodanns Kandidatur geriet zum Flop. Der Kandidat, mal als "Klamauk-Kandidat" (Focus), mal als "peinlicher Dritter" (Abendzeitung) verspottet, redete sich um Kopf und Kragen und handelte sich eine Negativschlagzeile nach der anderen ein.

Schon bei seiner offiziellen Vorstellung im Reichstagsgebäude sorgte er für Befremden, als er voller Stolz erzählte, dass er jeden Morgen als Erstes aufs Klo gehe und ein Kreuzworträtsel löse, womit der Tag "mit zwei Erfolgserlebnissen" beginne.

Später bekannte er, als Kommissar hätte er am liebsten Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verhaftet ("Dann würde man mich zwar rausschmeißen, aber ich hätte es wenigstens mal gemacht"), Deutschland sei keine richtige Demokratie, die Bundestagsgebäude erinnerten ihn an "Knäste" und beim Mauerfall habe er auch "Trauer" empfunden. Als Bundespräsident wolle er "für mehr Heiterkeit" sorgen und eine neue Hymne einführen.

Lieber "politischer Schauspieler als schauspielernder Politiker"

Der Linkspartei, die ursprünglich geglaubt hatte, mit der Nominierung Sodanns einen besonders gelungenen PR-Coup gelandet zu haben, war diese Art von PR rasch suspekt. Denn die Kritik an Sodann fiel auf die Urheber Oskar Lafontaine und Gregor Gysi zurück. Sodann war ohnehin nicht ihr Wunschkandidat. Eigentlich sollte eine prominente Frau aus dem Westen gegen Amtsinhaber Horst Köhler und dessen Herausforderin Gesine Schwan ins Rennen geschickt werden, doch es hagelte reihenweise Absagen.

Übrig blieb der Sachse Sodann - eine Wiederholung. Bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2005 wollte ihn die Linke zu ihrem Spitzenkandidaten küren, doch der Schauspieler sprang ab, weil es das Aus für seine Rolle als "Tatort"-Kommissar Ehrlicher bedeutet hätte. Er wolle lieber "ein politischer Schauspieler als ein schauspielernder Politiker" sein, sagte er damals.

Einen echten Wahlkampf führte Sodann ohnehin nicht. Die Linke hielt ihn mehr oder weniger unter Verschluss, keine gemeinsamen Auftritte mit der Parteispitze, keine Termine, keine Reden, schon seit langem keine Interviews mehr. Wenn der 72-Jährige auftrat, dann nur, um aus seiner Autobiografie "Keine halben Sachen" zu lesen.

Dass er am 23. Mai keine Chancen hat, weiß er. Und es gilt als klar, dass im zweiten Wahlgang die Stimmen der Linken Gesine Schwan, der Kandidatin der SPD, zugutekommen sollen. Ein Rückzug kommt für Sodann jedoch nicht in Frage: "Ich tue es. Und man muss dann auch durchhalten." Er spielt seine Rolle bis zum bitteren Ende. Wie Bruno Ehrlicher.

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