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CDU
02.03.2021

Friedrich Merz will zurück in den Bundestag

Zieht es trotz zweier Niederlagen binnen kurzer Zeit weiterhin zurück in die große Politik: Friedrich Merz.
Foto: Bernd von Jutrczenka, dpa

Friedrich Merz gibt nicht auf: Selbst nach den zwei Niederlagen im Kampf um den CDU-Vorsitz hält er an seinem Plan fest, in die Bundespolitik zurückzukehren.

Auch nach zwei bitteren Niederlagen im Kampf um den CDU-Vorsitz hat die Politik für Friedrich Merz ihren Reiz offenbar noch nicht verloren. Der ehemalige Fraktionsvorsitzende der Union bewirbt sich in seiner sauerländischen Heimat noch einmal um einen Platz im Bundestag, aus dem er im Herbst 2009 ausgeschieden war, um in die Wirtschaft zu wechseln. „Ich freue mich sehr über die Nominierung“, erklärte der 65-Jährige am Dienstagabend. „Der Hochsauerlandkreis ist meine Heimat. Ich hätte große Freude daran, die Menschen und unsere Region im Bundestag zu vertreten.“ Endgültig entscheiden allerdings wird die Kreis-CDU erst im April – neben Merz sind noch zwei weitere Kandidaten im Rennen.

Am Montag hatten zwei Stadtverbände Merz als Kandidaten vorgeschlagen, vermutlich nicht ohne Rücksprache mit ihm. Der örtlichen Westfalenpost hatte er zuvor lediglich bestätigt, dass er gefragt worden sei, ob er sich eine Kandidatur vorstellen könne. Er sei „nicht abgeneigt“, hatte Merz dann noch hinzugefügt, nur eines wolle er auf keinen Fall: eine „offene Feldschlacht“ um die Kandidatur im Sauerland.

Friedrich Merz hat zwei Konkurrenten

Genau dazu könnte es nun jedoch kommen. Wie bei seinen beiden Anläufen auf den Parteivorsitz, als er erst gegen Annegret Kramp-Karrenbauer unterlag und zwei Jahre später dann gegen Armin Laschet, wird ihm auch die Kandidatur im Sauerland nicht auf dem Silbertablett serviert. Obwohl ein Wahlkreis in der Nähe ohnehin frei wird, weil der örtliche CDU-Abgeordnete nicht mehr antritt, geht Merz in seinem alten Revier ins Rennen, in dem er noch immer eine große Fangemeinde hat.

Patrick Sensburg, der Vorsitzende NSA-Untersuchungsausschusses, spricht in Berlin.
Foto: Tim Brakemeier, dpa

Das heißt: Er muss dort seinen eigenen Nachfolger Patrick Sensburg schlagen, der seit dem Rückzug von Merz die CDU-Hochburg Hochsauerland als direkt gewählter Abgeordneter im Bundestag vertritt und in der Unionsfraktion das hat, was man ein gutes Standing nennt: Ausschussvorsitzender, Mitglied im Ältestenrat, Geheimdienstkontrolleur. Bereits im Januar hatte er angekündigt, noch einmal antreten zu wollen. Mit Merz, darf man annehmen, hat Sensburg dabei nicht gerechnet. Nun sagt er, er stelle sich natürlich auch einer Kampfabstimmung.

Auch ein Vertrauter des Merz-Rivalen Laschet kandidiert

Dazu wird es voraussichtlich erst im April auf dem Kreisparteitag kommen, die Unruhe in der nordrhein-westfälischen CDU aber ist jetzt schon groß, zumal es noch einen dritten Kandidaten gibt, den außerhalb des Sauerlandes zwar kaum jemand kennt, der aber einen prominenten Förderer hat: Der 35-jährige Bernd Schulte arbeitet in der Düsseldorfer Staatskanzlei und gilt als enger Vertrauter des neuen Parteivorsitzenden Laschet. Wie sich das am Ende alles auflösen soll, ohne Sensburg oder Laschet dabei zu beschädigen: unklar.

Sensburg hatte im Vorfeld zwar noch betont, ein Kandidat wie Friedrich Merz könne überall kandidieren – also auch in einem benachbarten Wahlkreis. Dessen Sprecher aber hatte gegenüber unserer Redaktion schon am Nachmittag angedeutet, wohin die Reise geht: „Es ist möglich, dass ein anderer Wahlkreis frei wird. Allerdings wurde Herr Merz von den Vorständen der CDU-Ortsvereine Sundern und Arnsberg einstimmig als deren Kandidat für den Hochsauerlandkreis nominiert.“ In einem Brief an die Mitglieder der Kreisvorstände und Vorsitzenden der Ortsverbände machte er seine Bewerbung später dann auch offiziell. Damit könnte sich, wenn auch auf kleinerer Bühne, ein schon bestens bekanntes Schauspiel wiederholen: Friedrich Merz gegen den Rest der CDU.

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Die Diskussion ist geschlossen.

02.03.2021

Merz war vor 12 Jahren politisch zu schwach und hatte sich rausdrängen lassen. Jetzt, nach 10 Jahre BlackRock auf die alten Tage noch eine Staatspension, das sollte von den Steuerzahlern vermieden werden.

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02.03.2021

Glauben Sie das Merz keine positive Arbeit in der Bundesregierung abliefern kann ? Erfahrungen von BlackRock sehe ich mehr als Vorteil in der angestrebten politischen Aufgabe.

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02.03.2021

BlackRock hilft nicht sondern belastet.

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02.03.2021

Ich würde sagen: Servus, das wars und würde meine Fähigkeiten in besser bezahlte Jobs einbringen. Der CDU gehen zwar Kompetenzen verloren - aber die Partei selbst würde das in ihrer Überheblichkeit nicht merken - höchstens an einem Wahlergebnis.

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