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Corona
24.06.2021

Kommunen fordern mehr Unterstützung beim Schutz der Schulen vor Delta-Variante

Die Kommunen fordern Hilfe für die Schulen bei der Vorbereitung auf die nächste Corona-Welle.
Foto: Kira Hofmann, dpa (Symbolbild)

Exklusiv Die Kommunen fordern Unterstützung, um die Schulen auf eine neue Corona-Welle im Herbst vorzubereiten. Auch Ministerin Karliczeck fordert Präsenzunterricht.

Im neuen Schuljahr, da sind sich Eltern, Lehrer, Wissenschaft und Politik einig, soll es ein Ende haben mit Wechselunterricht und Homeschooling. Für die Schüler müsse dann der Normalfall wieder Präsenzunterricht sein, der, wie Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) unserer Redaktion sagt, „durch nichts zu ersetzen“ sei. Doch im Herbst droht eine vierte Corona-Welle und die Rückkehr zum geregelten Schulbetrieb könnte dann etwa daran scheitern, dass viele Klassenräume nicht ausreichend gelüftet werden können.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert angesichts vieler offener Fragen, etwa was die Finanzierung von Luftfiltern betrifft, dass die Bundesregierung jetzt ihre Hausaufgaben macht. Nötig sei eine „weitere Ertüchtigung der Schulen, um einen möglichen weiteren Schul-Lockdown im Herbst zu vermeiden“, sagt Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg unserer Redaktion.

Spätestens im Herbst steigen Infektionszahlen

Die Sommerferien müssten Bund und Länder dazu nutzen, um die finanzielle Unterstützung für die Schulen auf den Weg zu bringen. Landsberg betont: „Mit Sicherheit werden spätestens im Herbst aufgrund der Delta-Mutation die Infektionszahlen auch in Deutschland wieder steigen. Das ist gerade für den Schulbetrieb eine besondere Herausforderung, da ein Großteil der Schülerinnen und Schüler noch nicht geimpft sein wird und für die jüngeren unter zwölf Jahren noch gar kein Impfstoff zugelassen ist.“ Deswegen müsse es jetzt darum gehen, die hygienischen Voraussetzungen, aber auch die organisatorischen und räumlichen Bedingungen zu verbessern, damit auch nach den Sommerferien ein weitgehend normaler Schulbetrieb möglich sei.

Die Herausforderungen an den einzelnen Schulen seien sehr unterschiedlich, eine Patentlösung für alle gebe es nicht. Mal gehe es um nicht zu öffnende Fenster, die umgerüstet werden müssten, um Querlüften zu ermöglichen. Mal seien Optimierungen von Lüftungskonzepten oder die Schaffung von größeren Klassenräumen nötig. Landsberg weiter: „Da dies coronabedingte Kosten sind, erwarten die Kommunen als Schulträger auch eine entsprechende finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern.“

Karliczek verspricht Hilfe für Grundschulen

Bildungsministerin Anja Karliczek sagt: „Die Bundesregierung fördert aus gutem Grund den Einbau von Luftfiltern an Einrichtungen für Kinder unter zwölf Jahren, also auch an Grundschulen.“ Luftfilter, so die Politikerin, könnten dazu beitragen, „auch in Pandemiezeiten den Präsenzunterricht an den Schulen aufrecht zu erhalten“. Der Bund fördert die Ertüchtigung von Lüftungsanlagen an Kitas, Schulen und Jugendhilfezentren, allerdings nur an Einrichtungen für Kinder bis zu zwölf Jahren. Geld gibt es außerdem nicht für alle Maßnahmen. Mobile Luftfilter, Umbauten an Fenstern oder Klappenlüftungen sind nicht förderfähig. Ansonsten wird nur der Umbau festinstallierter Klimaanlagen finanziert.

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Städtetag warnt vor übertriebenen Erwartungen an Luftfilter

Der Deutsche Städtetag warnt deshalb vor übertriebenen Erwartungen. „Die Idee, umfangreiche Luftfilteranlagen während der Sommerferien einzubauen, ist eine Illusion“, sagt Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy. „Solche Bauvorhaben dauern lange und stellen angesichts der vorhandenen Anzahl an Klassenräumen und Gebäuden, die umgebaut werden müssten, keine kurzfristige Lösung dar“, betont er. „Und mobile Lüftungsgeräte sind keine Lösung, da sie keinen Luftaustausch ermöglichen, viel Energie verbrauchen und zu laut sind.“ Dedy fordert die Länder auf, darüber nachzudenken, ob feste Raumluftanlagen nicht in Zukunft unabhängig von der Pandemie zum Standard für gesundes Lernen gehören sollten.

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