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Corona-Pandemie
19.01.2021

Drosten, Brinkmann & Co.: Die Corona-Berater der Bundesregierung

So ist er deutschlandweit bekannt geworden: Der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, informiert über die aktuellen Zahlen und Daten in der Corona-Pandemie.
Foto: John Macdougall, afp-Pool, dpa

Acht Fachleute sollen die Regierung mit wissenschaftlicher Expertise bei ihren Entscheidungen in der Corona-Krise unterstützen. Doch auch in diesem Gremium gibt es unterschiedliche Auffassungen.

In dem berühmten Western bringen die „Glorreichen Sieben“ die Rettung, in der Corona-Krise lässt sich die Bundesregierung von acht Frauen und Männern beraten.

Lothar Wieler: Unermüdlich warnt und appelliert der Chef des Robert-Koch-Instituts, der Tag für Tag die neuen Infektionszahlen verkündet, vor der Pandemie. Das Credo des 59-jährigen Tiermediziners: Deutschland braucht härtere Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus erfolgreich voranzutreiben. Sein Blick geht nach Großbritannien. Dort hat eine Mutation des Virus für eine neue Eskalation gesorgt.

Christian Drosten: Als das Virus im Winter 2020 auftauchte, war Drosten sofort präsent. Kein Zufall. Der Chefvirologe an der Charité gilt weltweit als führender Experte, nachdem er vor knapp 20 Jahren das Sars-1-Virus entschlüsselt hat. Der 48-Jährige ist an der Seite von Wieler, wenn es darum geht, vor einer Lockerung der Beschränkungen zu warnen. Im Gegenteil: Drosten richtet sein Augenmerk auf die konsequente Senkung der Infektionszahlen.

Melanie Brinkmann steht für eine kompromisslose Senkung des Inzidenzwertes mit Hilfe schärferer Corona-Beschränkungen.
Foto: picture alliance, dpa

Melanie Brinkmann: Fast noch expliziter als Kollege Drosten setzt die Virologin aus Braunschweig auf geringe Inzidenzwerte. Ihr Ziel ist die Annäherung an den Nullpunkt. Dazu müssten die Schrauben angezogen werden. Im Blick hat die 47-Jährige insbesondere das Ziel, auch die Kontakte in Betrieben und Unternehmen herunterzufahren. Brinkmann steht für deutlich schärfere Einschränkungen.

Gerard Krause: Der Mediziner ist Chef der Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. Er setzt als Berater einen klaren Kontrapunkt. Dem 56-Jährige sind die aktuellen Beschränkungen viel zu breit angelegt, der starre Blick auf die Inzidenzwerte nicht zielführend. Krause wirbt für eine Fokussierung auf ältere oder bereits kranke Menschen. Für Verschärfungen bei den Sperrstunden ist Krause nicht zu haben.

Michael Meyer-Hermann: Der Wissenschaftler leitet die System-Immunologie am Helmholtz-Institut. Der Physiker hat die ökonomischen Folgen schneller Lockerungen untersucht. Ergebnis: Zu frühe Öffnungen schaden der Wirtschaft und kosten am Ende mehr Geld.

Cornelia Betsch: Die Psychologin und Gesundheitsexpertin ergänzt den Beraterkreis in einem wichtigen Punkt: Die 42-jährige Professorin erforscht anhand von Umfragen die Akzeptanz von Corona-Beschränkungen oder Impfungen bei der Bevölkerung. Ihr dürften die Politiker besonders gut zuhören.

 

Rolf Apweiler: Der Direktor des Europäischen Instituts für Bioinformatik in Cambridge soll helfen, die Durchschlagskraft der gefürchteten britischen Virus-Mutation einzuordnen. Apweilers Antwort dürfte alarmierend ausfallen. Er hält einen rasanten Anstieg durch die Virus-Variante wie in Großbritannien für möglich. Sein Gegenrezept: ein scharfer Lockdown, schnelles Impfen und spezielle Tests.

Kai Nagel: Der Professor für Verkehrssystemplanung an der TU Berlin nimmt die Bedeutung von Mobilität für die Verbreitung des Virus unter die Lupe. Der 55-Jährige warnt vor den Folgen einer umfassenden Öffnung von Kindergärten und Schulen.

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