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Der Feinstaub-Streit verunsichert die Menschen

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Kommentar Von Martin Ferber
28.01.2019

100 Lungenärzte haben die Wissenschaftlichkeit der Grenzwerte für Stickoxide infrage gestellt. Das hat ein Beben ausgelöst. Wem kann man noch glauben?

Lungenärzte gegen Lungenärzte. Die Verwirrung ist endgültig komplett, in der Politik wie in der Bevölkerung. Wem kann man noch glauben? Der Vorstoß von rund 100 Lungenärzten, die die Wissenschaftlichkeit der Grenzwerte für Stickoxid und Feinstaub infrage stellen, hat ein Beben ausgelöst. Der (Un-)Geist der Verunsicherung ist aus der Flasche und lässt sich nicht mehr einfangen.

Verkehrsminister Scheuer will weder von Fahrverboten noch von Tempolimits wissen

Und er spaltet die Regierung, treibt einen Keil zwischen Union und SPD. CSU-Verkehrsminister Scheuer will weder von Fahrverboten noch von Tempolimits wissen. Seine SPD-Umweltkollegin Schulze drängt dagegen darauf, dass auch der Verkehrsminister einen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes liefert.

Das lässt für das Klimaschutzkonzept, das die Bundesregierung im Laufe des Jahres erarbeiten will, wenig Gutes erahnen. Wenn aber schon über die geltenden Grenzwerte gestritten und die Debatte vom zuständigen Verkehrsminister vorab par ordre du mufti im Keim erstickt wird, ist eine Einigung auf ein Konzept praktisch unmöglich. Dabei hat die Kohlekommission gezeigt, wie man es richtig macht. Nun ist der Verkehrssektor dran.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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02.02.2019

Jeder kann sich selbst ein Bild von den Erkenntnissen der Wissenschaft über die Gesundheitsschäden durch Luftschadstoffe machen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hat im Herbst 2018 hierzu ein Positionspapier veröffentlicht: "Atmen: Luftschadstoffe und Gesundheit". Das Papier anerkannter Wissenschaftler stützt sich auf über 400 Referenzen.

Das kann man vergleichen mit der Stellungnahme der vier Professoren, von denen zwei nicht Mediziner sondern im Autobereich tätig sind. Deren Stellungnahme zeigt nicht, welche wissenschaftlichen Studien ihre Behauptung stützen. Für mich gilt es aufzuklären, warum über 100 Ärzte, überwiegend Pneumologen, diese Stellungnahme unterzeichnet haben.

Offensichtlich falsch ist die Überschrift der Unterschriftenliste: „Unterschriftenliste der Personen, die der Stellungnahme uneingeschränkt zustimmen. Angefragt wurden nur Lungenärzte oder Forscher, die sich mit dem Thema wissenschaftlich beschäftigt haben.“

Anscheinend zeigt es ein für Ärzte erstaunlich mangelhaftes Verständnis, was wissenschaftliche Arbeit ist und was nicht.

Raimund Kamm

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