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Kayla Mueller

11.02.2015

Eltern veröffentlichen Brief der getöteten Entwicklungshelferin

Kayla Mueller ging als Entwicklungshelferin nach Syrien. Dann geriet sie in die Hände von IS-Terroristen. Und wurde getötet - dabei hoffte sie bis zuletzt auf ihre Befreiung.
Bild: The Mueller Family/Handout, afp

Kayla Mueller wollte in Syrien helfen. Sie geriet in die Hände von Terroristen und blieb trotzdem zuversichtlich. Wie sie starb, ist unklar. Was sie fühlte, zeigt ihr Brief.

Kayla Mueller ist 26, als sie stirbt. Eine lebensfrohe junge Frau, die nur helfen will. Nicht mit einer Spende, sondern mit Taten. Sie geht in ein Land, in dem vielen Menschen nichts geblieben ist als die Hoffnung: Syrien. Die Amerikanerin ist kein naives Mädchen, sie weiß, worauf sie sich einlässt. Wie groß die Gefahr ist. Es ist nicht ihr erstes Engagement in einem Krisenland. Auch in den Palästinensergebieten und in Indien hat sie schon geholfen. „Sie wollte die Welt verändern“, sagt eine Schulfreundin. Doch ihr bleibt zu wenig Zeit.

Forderung der IS-Terroristen: 6,6 Millionen US-Dollar Lösegeld

Kayla Mueller arbeitet für „Ärzte ohne Grenzen“. Sie ist auf dem Weg nach Aleppo, als sie im Sommer 2013 verschwindet. Aleppo, die Stadt, die neben Kobane wie keine andere für das unendliche Leid und den verzweifelten Kampf der syrischen Bevölkerung steht. Kayla wird diesen Ort nicht mehr erreichen. Terroristen des Islamischen Staates verschleppen sie, dann verliert sich jede Spur.

Fast ein Jahr lang wissen Freunde und Familie nicht, was mit ihr passiert ist. Dann taucht ein Video auf. Kayla trägt einen Schleier und fleht um ihr Leben. Die Islamisten fordern 6,6 Millionen Dollar Lösegeld. Doch die US-Regierung zahlt grundsätzlich nicht für Geiseln.

Kayla Mueller: "Ich breche nicht zusammen."

Während ihrer Gefangenschaft schreibt die junge Frau einen Brief an ihre Eltern. Es sind beeindruckende Worte – Worte zum Weinen. Andere Gefangene nehmen den Zettel mit den handschriftlichen Zeilen mit, als sie freigelassen werden. „Ich bin dankbar. Ich habe erkannt, dass es in jeder Situation etwas Gutes gibt, manchmal müssen wir nur Ausschau danach halten“, schreibt Kayla ihrer Mutter und ihrem Vater. Für die Eltern ist der Brief das einzige fassbare Lebenszeichen. Der Beweis, dass es sich lohnt, zu hoffen. So wie ihre Tochter es auch tut: „Ich breche nicht zusammen + ich werde nicht aufgeben, egal wie lange es dauert.“

Kayla Mueller ist tot. Am Dienstag bestätigt das Weiße Haus, was die Entführer zuvor mitgeteilt hatten. Präsident Barack Obama sagt, es habe Pläne für eine Befreiungsaktion gegeben und fügt hinzu: „Vermutlich verpassten wir sie um ein oder zwei Tage.“ Die Terrormiliz behauptet, die Amerikanerin sei ums Leben gekommen, als jordanische Kampfflugzeuge Stellungen des IS bombardierten. Hinter diesen Luftangriffen steht der Wunsch nach Rache. Rache für den jordanischen Piloten, den die Dschihadisten in der vergangenen Woche bei lebendigem Leib und vor laufender Kamera verbrannt hatten. Moath al-Kassasbeh ist 26, als er stirbt. Genau wie Kayla Mueller.

Eltern machen Brief von Kayla Mueller öffentlich

Deren Eltern gehen nun an die Öffentlichkeit. Sie zitieren aus dem Brief – der letzten Erinnerung, die sie haben. Sie wollen, dass die Welt weiß, wer ihr Kind war. „Der Gedanke an euren Schmerz ist die Quelle meines eigenen, gleichzeitig ist die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit euch die Quelle meiner Stärke“, hatte Kayla geschrieben. Sie wollte ihre Eltern beruhigen: „Habt keine Angst um mich, betet weiterhin, wie ich es auch tun werde + so Gott will, werden wir bald wieder zusammen sein.“

Kayla glaubte daran, dass sie eines Tages zurückkommt. Sie hoffte. Bis zum letzten Moment.

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