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25.06.2019

Eurofighter kollidieren in der Luft

Brennend stürzt einer der „Eurofighter“ zu Boden.
Bild: Thomas Steffan, dpa

Schock in der Urlaubsregion nach tödlichem Absturz

Zwei Rauchsäulen am Himmel zeugen am Montag vom schwersten Unglück der Luftwaffe in Deutschland seit Jahren. Nach einer Kollision in der Luft bei einer Luftkampfübung stürzen zwei Eurofighter in Mecklenburg-Vorpommern ab. Einer der Piloten wird von Rettern lebend aus einem Baum geborgen. Dem zweiten können Rettungsmannschaften nicht mehr helfen. Bei einer großen Suche wird seine Leiche gefunden.

„Das sind Momente des Entsetzens, des Erstarrens, der Sprachlosigkeit“, sagt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), wenige hundert Meter vom Ort des Absturzes mit tödlichen Folgen bei Nossentin entfernt. Am Tag der Trauer sei die Frage nach der Einsatzbereitschaft – möglichen Konsequenzen aus dem Absturz – zweitrangig. Mit ihr vor Ort der Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, sowie Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU).

Trümmer regneten nach dem Zusammenstoß über das Gebiet bei Plau am See, das bei Touristen beliebt ist und dessen Campingplätze jetzt gut besucht sind. Fotos zeigen den Absturz einer Maschine, die als brennender Feuerball zu Boden geht. Die Polizei warnt via Twitter: „Bitte nicht nähern! Bitte machen Sie den Weg für Rettungskräfte frei und umfahren Sie den Bereich“. Immerhin: „Beide #Eurofighter waren nicht bewaffnet“, schreibt die Luftwaffe über Twitter.

Eurofighter kollidieren in der Luft

Gut zwei Stunden nach dem Unglück kreisen über dem 650-Seelen-Dorf Nossentiner Hütte mehrere Hubschrauber, Busse mit Hilfskräften von Katastrophenschutz und Bundeswehr fahren vor, Polizisten sperren Zugänge zu den Unfallstellen ab. Auf den Gehwegen bilden sich Grüppchen. „Ich habe einen Doppelknall gehört und dann eine große schwarze Wolke gesehen“, sagt die Erzieherin eines Kindergartens etwa 400 Meter von einer der Absturzstellen entfernt. „Alle haben große Angst gehabt.“

Die drei Maschinen seien kurz vor 14 Uhr unbewaffnet zu einem Übungsflug gestartet, berichtet Inspekteur Gerhartz. Nach etwa 20 Minuten sei es aus ungeklärter Ursache zu dem Zusammenstoß gekommen. „Das ist für die Luftwaffe ein tiefer Schock“, sagt der oberste Luftwaffenoffizier bei dem Besuch mit der Ministerin. Seit über 15 Jahren werde der „Eurofighter“ geflogen. „Wir haben mittlerweile mehr als 100000 Flugstunden insgesamt erflogen. Das ist der erste Flugunfall dieser Art.“ Der typischerweise einsitzige Jet ist 15,9 Meter lang und fliegt mit zweifacher Schallgeschwindigkeit. Beim Taktischen Luftwaffengeschwader 73 in Laage bei Rostock sind rund 25 Eurofighter stationiert. Hauptaufgabe des Geschwaders ist die Ausbildung der deutschen Eurofighter-Piloten. Winfried Wagner und Carsten Hoffmann, dpa

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