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Flüchtlingscamp
24.10.2016

Frankreich räumt den "Dschungel von Calais" - Erneut Zusammenstöße

Flüchtlinge zündeten aus Protest gegen die Räumung des "Dschungels von Calais" Müll an.
Foto: Etienne Laurent, dpa

Der Staat spricht von einer "humanitären Aktion": Binnen mehrerer Tage sollen tausende Flüchtlinge ihr Lager in Nordfrankreich, den sogenannten Dschungel von Calais, verlassen.

Mit einem beispiellosen Kraftakt räumt Frankreich von Montag an das große Flüchtlingslager in Calais.  Vom "Dschungel" genannten Lager aus sollen die Migranten zu Aufnahmezentren in ganz Frankreich gebracht werden.

Rund 1250 Polizisten bei der Räumung in Calais im Einsatz

Viele der etwa 6500 Bewohner der Zelt- und Hüttenstadt wehren sich  - sie sind auf dem Weg nach Großbritannien in der nordfranzösischen Hafenstadt am Ärmelkanal gestrandet. Die Räumung soll etwa eine Woche lang dauern, im Einsatz sind nach offiziellen Angaben rund 1250 Polizisten.

In der Nacht zum Montag kam es erneut zu Zusammenstößen zwischen Migranten und Sicherheitskräften. Bereits in der Nacht zuvor hatte es Ausschreitungen gegeben. Aus aus einer Gruppe von mehreren Dutzend Menschen flogen Steine auf Polizisten, die dann Tränengas einsetzten.

 Selbst von Behördenseite wird eingeräumt, dass die Auflösung der Hütten- und Zeltstadt vor den Toren von Calais risikoreich ist. "Es wird am Montag sehr viele Menschen geben. Die Flüchtlinge denken, dass es nicht genug Platz gibt", sagte die Präfektin des Départements Pas-de-Calais, Fabienne Buccio, der Deutschen Presse-Agentur und anderen internationalen Medien. Der Eindruck sei jedoch nicht richtig, denn 7500 Aufnahmeplätze stünden zur Verfügung. 

Buccio sagte, die Flüchtlinge seien rechtzeitig informiert worden. Sie setzt darauf, dass sich die Menschen freiwillig in einer neu eingerichteten Halle bei der Einwanderungsbehörde melden. Sie könnten dann zwischen zwei Regionen in Frankreich wählen. "Wir werden diese Menschen aufnehmen", sagte sie.

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Am Montag sollen 3000 Menschen aus Calais weggebracht werden

Der Staat hatte aber bereits mehrfach deutlich gemacht, dass für eine menschenwürdige Unterbringung ein Asylantrag gestellt werden muss. Wer kein Recht auf Asyl hat, soll ausgewiesen werden. 

Unter den Flüchtlingen gibt es laut Buccio einen Bewusstseinswandel, denn die Lage am Ärmelkanal habe sich in den vergangenen Jahren grundsätzlich geändert. "Die Grenze zu Großbritannien ist dicht. Es ist sehr gefährlich, Kurs auf das Vereinigte Königreich zu nehmen, einige Migranten haben ihr Leben dabei verloren."

Die Behörden stellen sich darauf ein, bereits am ersten Tag bis zu 3000 Menschen in Bussen von Calais aus in andere Orte zu bringen. 60 Busse seien im Einsatz, sagte Serge Szarzyncki, Leiter des Sozialdienstes vom Département. Auch an den folgenden Tagen seien Dutzende Busse im Einsatz. dpa

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