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Flüchtlingspolitik: Wo Erdogan recht hat

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Kommentar Von Margit Hufnagel
04.10.2019

Ist das Erpressung oder Notwehr? Der türkische Präsident setzt die Europäische Union unter Druck. Nur eines kann man ihm nicht vorwerfen.

Es gibt vieles, wofür man den türkischen Präsidenten Erdogan kritisieren kann. Dass er die Menschen, die in seinem Land Schutz vor dem syrischen Bürgerkrieg suchen, als Drohkulisse in seinem Ringen mit der EU missbraucht. Dass er ausgerechnet in den kurdisch kontrollierten Gebieten Syriens eine „Sicherheitszone“ für die Flüchtlinge einrichten will und nur halbherzig verschleiert, dass er damit seinen politischen Gegner schwächen will.

Warum Erdogan mit einer Forderung Recht hat

In einem Punkt aber kann man Erdogan kaum einen Vorwurf machen: Für seine Forderung, dass Europa mehr Verantwortung in dieser nie gelösten Flüchtlingskrise übernimmt. Und sei es finanziell.

Die Türkei nimmt mit großem Abstand die meisten Flüchtlinge auf. Und selbst wenn der Deal mit Europa seine Schwächen hat – eine bessere Lösung ist dem im Brexit-Delirium gefangenen Brüssel bis heute nicht eingefallen.

Aber nicht nur die europäischen Regierungen müssen sich von ihren Bürgern fragen lassen, ob ihre Länder den Zuzug zigtausender Migranten verkraften. Das muss auch der türkische Präsident. Die Wirtschaft am Bosporus ist gebeutelt, die Stimmung angespannt. Da lockt der gut gefüllte Geldsäckel der EU. Es wird ihr nichts anderes übrig bleiben, als den weit zu öffnen.

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05.10.2019

Migration betrifft die EU insgesamt.
Deshalb sollte Europa hier mit einer Stimme sprechen.

Vieles spricht für Seehofers Position:
Wenn wir Griechenland und die Türkei in der Flüchtlingspolitik nicht angemessen unterstützen, könnten wir bald mit viel höheren Kosten konfrontiert werden.

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