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US-Wahlkampf

13.04.2015

Hillary Clinton gibt Kandidatur zur US-Präsidentin bekannt

Hillary Clinton hat angekündigt, die erste Präsidentin der USA werden zu wollen.
Bild: Archivbild, Justin Lane (dpa)

Hillary Clinton könnte die erste Präsidentin der USA werden. Die 67-Jährige hat am Sonntag offiziell angekündigt, bei der Wahl im kommenden Jahr für die Demokraten anzutreten.

Hillary Clinton will es noch einmal wissen: Die einstige First Lady und frühere Außenministerin der USA hat am Sonntag ihre erneute Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten verkündet. Vor acht Jahren unterlag sie dem späteren Präsidenten Barack Obama im parteiinternen Vorentscheid, nun soll es bei den Wahlen 2016 klappen. Mit einem Sieg würde sie eine lange politische Laufbahn krönen und als erste Frau an der Spitze der Vereinigten Staaten Geschichte schreiben.

Clintons Bewerbung ist keine Überraschung - über kaum einen Karriereschritt war in Washington heftiger spekuliert worden. Für eine Politikerin, die einfach nur ihren Ruhestand genießen und sich an der Geburt ihrer ersten Enkeltochter erfreuen will, war die 67-Jährige verdächtig viel unterwegs. Bei öffentlichen Auftritten wählte sie ihre Worte stets so überlegt, als spräche sie auf einer Wahlkampfveranstaltung.

Vergangenen Sommer erschien Clintons Autobiografie "Hard Choices" (deutscher Titel: "Entscheidungen"), die sich keineswegs wie die Memoiren einer alternden Spitzenpolitikerin lesen, die ihr Erbe für die Nachwelt deuten möchte. Clinton widmete sich vielmehr aktuellen Krisen wie dem Bürgerkrieg in Syrien oder dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Außerdem bemühte sie sich, politische Altlasten ins rechte Licht zu rücken: Ihre Unterstützung für den US-Einmarsch in den Irak bezeichnete sie als "Fehler".

Hillary Clinton gilt bei den Demkroaten als Favoritin

Hillary Diane Rodham wurde 1947 in Chicago als Tochter eines Textilunternehmers geboren. Sie studierte am Elite-College Wellesley, wo sie 1969 als erste Studentin die Rede bei der Abschlussfeier halten durfte. Anschließend ging sie zum Jurastudium an die Universität Yale, wo sie ihren späteren Ehemann Bill Clinton kennenlernte. In den 1970er Jahren arbeitete sie als Anwältin. Als ihre Tochter Chelsea geboren wurde, ließ sie in der Politik ihrem Mann den Vortritt.

Zunächst folgte sie Bill in den Gouverneurssitz von Arkansas, ab dem Jahr 1993 dann ins Weiße Haus in Washington. Die First Lady mischte sich ein, ihre Pläne für eine Gesundheitsreform scheiterten aber an den Republikanern im Kongress. In der zweiten Amtszeit ihres Mannes wurde sie gedemütigt, als die ganze Nation über dessen Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky sprach.

In aller Stille feilte Clinton aber an ihrer eigenen Karriere und gewann im Jahr 2000 einen Senatssitz im Bundesstaat New York, das Sprungbrett für ihre Bewerbung für die demokratische Präsidentschaftskandidatur 2008. Zu Beginn des Wahlkampfes galt sie als unausweichliche Kandidatin, doch am Ende musste sie sich nach einem erbittert geführten Vorwahlduell Obama geschlagen geben. Die aktuellen Erhebungen der Meinungsforscher, die sie erneut weit vor der parteiinternen Konkurrenz sehen, dürfte Clinton daher mit Skepsis genießen.

Die "E-Mail-Affäre" hat ihren Ruf etwas beschädigt

Obama holte seine Erzrivalin nach seinem Wahlsieg als Außenministerin in sein Kabinett. Mehr als hundert Länder besuchte Clinton in ihrer Amtszeit. Dabei bemühte sie sich - im Nachhinein erfolglos - um bessere Beziehungen zu Russland. Als Clinton nach vier Jahren als Chefdiplomatin aufgab, war sie so beliebt wie nie. Die "New York Times" feierte sie als "Rockstar-Diplomatin".

Überschattet wird ihre Bilanz allerdings von dem Anschlag radikaler Islamisten am 11. September 2012 auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi. Das Außenministerium soll Hinweise auf Sicherheitslücken und die Bedrohung durch Extremisten ignoriert haben. Auch wenn bislang nichts Konkretes an Clinton haften blieb, halten die Republikaner die Affäre am Köcheln.

Anfang März kam dann ans Licht, dass Clinton während ihrer Zeit als Außenministerin ausschließlich ihre persönliche E-Mail-Adresse nutzte. Die Daten speicherte sie auf einem Server in ihrem Haus und nicht im Ministerium; angeblich private E-Mails ließ sie löschen. Clinton weist den Vorwurf der Geheimniskrämerei zurück - doch nicht nur bei ihren Gegnern entstand der Eindruck, sie habe etwas zu verbergen. afp

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