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Ostukraine

21.02.2015

Kämpfe um Debalzewe: Ukrainer klagen über 179 tote Soldaten

Um Debalzewe war auch nach dem Friedensvertrag von Minsk heftig gekämpft worden.
Bild: Andrey Borodulin afp

Bei den Kämpfen um Debalzewe sind nach Angaben der ukrainischen Regierung mindestens 179 Soldaten getötet worden. USA und Großbritannien erwägen weitere Sanktionen gegen Russland.

Bei den Kämpfen um die Stadt Debalzewe in der Ostukraine sind nach Angaben der ukrainischen Regierung mindestens 179 Soldaten getötet worden. Weitere 81 Soldaten würden noch vermisst, teilte der Präsidentenberater Juri Birjukow am Samstag mit. Um Debalzewe war auch nach dem Friedensvertrag von Minsk heftig gekämpft worden. Neben einer Waffenruhe war in Minsk ein Gefangenenaustausch vereinbart worden, der am Samstag beginnen sollte.

Der Bahnknotenpunkt Debalzewe liegt zwischen den beiden Rebellenhochburgen Donezk und Lugansk. In der Stadt waren seit Mitte Januar tausende ukrainische Soldaten eingekesselt. Am Mittwoch gab sich die ukrainische Armee nach wochenlangen Kämpfen geschlagen und zog sich aus der strategisch wichtigen Stadt zurück.

Verteidigungsminister Stepan Poltorak erklärte am Samstag, dass bei dem Rückzug aus Debalzewe 20 Soldaten getötet worden seien. Bislang hatte er von 13 Toten gesprochen. Die 179 Toten, von denen Präsidentenberater Birjukow auf seiner Facebook-Seite spricht, beziehen sich dagegen auf die gesamten Kämpfe um Debalzewe seit Mitte Januar. Die Gefechte um die wochenlang belagerte Stadt waren für die ukrainische Armee damit die verlustreichste Schlacht seit Beginn des Konflikts im vergangenen April.

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Vor gut einer Woche hatten die ukrainische Regierung und die Rebellen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk nach langen Verhandlungen einen Friedensplan unterzeichnet. Darin wurden neben der brüchigen Waffenruhe der Abzug schwerer Waffen, die Einrichtung einer Pufferzone und der Austausch von Gefangenen vereinbart.

Erster Gefangenen-Austausch war für diesen Samstag geplant

Ein erster Gefangenenaustausch war für Samstag geplant. In der Rebellenhochburg Lugansk wollten beide Seiten etwa 40 Gefangene übergeben, wie die Rebellenvertreterin Daria Morosowa sagte. Von Donezk aus setzte sich ein Konvoi mit Gefangenen der Separatisten Richtung Lugansk in Bewegung, der von Journalisten begleitet wurde. Die gefangenen ukrainischen Soldaten wirkten erschöpft. Einige von ihnen waren bei den Kämpfen um Debalzewe verletzt worden, wie ein AFP-Korrespondent berichtete.

In Donezk war am Samstagmorgen erneut Artilleriefeuer zu hören. In Awdiiwka fünf Kilometer weiter nördlich wurden nach Polizeiangaben drei Zivilisten getötet. Die ukrainische Armee teilte mit, dass ein Soldat getötet und 40 weitere verletzt worden seien.

Der Westen und die Ukraine werfen Russland vor, die Rebellen mit Waffen und Soldaten zu unterstützen. Russlands "fortwährende Unterstützung" für die Rebellen "untergräbt die internationale Diplomatie und die multilateralen Institutionen - die Grundlagen unserer modernen globalen Ordnung", sagte US-Außenamtssprecherin Jen Psaki am Freitag. Die russische Regierung halte sich nicht an ihre Zusagen, sei für den Bruch der Waffenruhe mitverantwortlich und verletze internationales Recht, indem sie im Nachbarland "illegal interveniert".

Wie US-Außenminister John Kerry am Samstag bei einem Besuch in London sagte, erwägen die USA und Großbritannien deshalb "zusätzliche Sanktionen" gegen Russland. Er verurteilte das "äußerst schändliche Verhalten" Moskaus im Ukraine-Konflikt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CD) sprach am Samstag mit Papst Franziskus über den Ukraine-Konflikt. Bei einer Privataudienz bekräftigten beide nach Angaben des Vatikan, dass in der Krise eine "friedliche Lösung" gefunden werden müsse. afp/AZ

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