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Kommentar
08.01.2015

Anschlag auf "Charlie Hebdo": Schüsse ins Herz der Demokratie

Eine Ausgabe der französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo".
Foto: Yoan Valat, dpa

Mit dem Anschlag auf das Satire-Magazin "Charlie Hebdo" ist auch die Demokratie schwer getroffen worden. Wir müssen uns dagegen wehren - mit der Mehrheit der Muslime.

Der feige und abscheuliche Terroranschlag von Paris galt der satirischen Zeitschrift "Charlie Hebdo". Aber getroffen wurde das Herz der Demokratie. Die mutmaßlich islamistischen Täter schossen auf Mitarbeiter und Sicherheitsleute des Magazins Charlie Hebdo, besonders hatten sie es auf die kreativen Köpfe abgesehen. Sie wollten diese islamkritische Stimme in Frankreich zum Schweigen bringen. Und sie wollten Angst und Schrecken in der ganzen westlichen Öffentlichkeit verbreiten. Niemand soll es wagen, mit spitzem Stift oder scharfer Feder gegen den Islam zu argumentieren.

Bei einem Anschlag auf das islamkritische französische Satiremagazin «Charlie Hebdo» in Paris sind am Mittwoch mindestens zwölf Menschen getötet worden.
16 Bilder
Tote und Verletzte bei Anschlag auf Satire-Magazin
Foto: dpa, afp

Ein solcher Gewaltexzess wird von der Mehrheit der Muslime entschieden abgelehnt. Auch die wichtigste Autorität des sunnitischen Islam, die Al-Ashar-Universität in Kairo, versicherte gestern erneut, dass „der Islam jede Gewalt anprangert“. Aber es gibt in dieser Religion auch andere, radikalere Kräfte. So wie die Mörder von Paris. Sie riefen: „Wir haben den Propheten gerächt.“

Karikaturen sind wichtige Diskussionsbeiträge

Über Karikaturen werden Erkenntnisse vermittelt. Sie sind wichtige Diskussionsbeiträge. Auch für sie gilt die Meinungsfreiheit. Was wäre, wenn es diesen zentralen Wert unserer Gesellschaft nicht gäbe? Den einen missfällt eine Karikatur, andere nehmen Anstoß an einem gedruckten Kommentar, wieder andere empören sich über eine mündliche Äußerung. Doch das muss jeder ertragen – auch um seiner eigenen Freiheit willen.

Die islamistischen Verbrecher wollen das nicht akzeptieren. Wir müssen uns wehren. Mit allen Kräften. Gemeinsam mit der Mehrheit der Muslime.

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