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Gesundheitspolitiker sind an fehlender Vernunft der Urlauber gescheitert

Kommentar Von Christian Grimm
24.08.2020

Das Coronavirus breitet sich wieder schneller aus, die Testkapazitäten der Labore sind erschöpft. Der Eindruck entsteht, dass sich Jens Spahn verkalkuliert hat.

In der Rückschau ist es leicht, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und seinen Kollegen in den Bundesländern Naivität vorzuwerfen. Zu glauben, dass sich alle Urlauber an die Hygienevorschriften halten würden und das Coronavirus dadurch im Schach gehalten werden könnte.

 

Nun ist passiert, was Kritiker befürchtet hatten: Der Erreger breitet sich schneller aus. Doch die Politiker standen vor einer schwierigen Entscheidung: Eine harte Beschränkung der Reisefreiheit in den Sommermonaten wäre ein gravierender Eingriff in die Grundrechte gewesen und hätte für massive Unzufriedenheit geführt. Dass die Testkapazitäten jetzt schneller erschöpft sind als gedacht, ist für Spahn dennoch misslich. Der Eindruck entsteht, dass er sich verkalkuliert hat und nicht wusste, wie leistungsfähig der Apparat ist.

Mehr Urlauber werden in Quarantäne müssen

Dahinter steckt noch eine bittere Wahrheit. Wenn weniger Urlauber getestet werden können, müssen mehr in Quarantäne. Aber den Behörden fehlen die Mitarbeiter, deren Einhaltung zu kontrollieren. Das wiederum könnte zu neuen Ausbrüchen führen. Die Gesundheitspolitiker sind am Vertrauen in die Vernunft der Urlauber gescheitert.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: Kehrtwende: Spahn will Pflicht-Tests für Reisende stoppen

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Die Diskussion ist geschlossen.

26.08.2020

>> Die Gesundheitspolitiker sind am Vertrauen in die Vernunft der Urlauber gescheitert. <<

Der südliche Balkan war schon immer ein Top-Ziel im deutschen Tourismus ;-)

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+++ 26. August, 9:30 Uhr 17 Neuinfektionen bestätigt +++

Das Gesundheitsamt der Stadt Augsburg meldet 17 weitere Covid-19-Fälle. 13 Neuinfektionen wurden bei Reiserückkehrenden festgestellt: Als Infektionsorte wurden unter anderem der Kosovo (fünf Fälle), Kroatien (zwei Fälle) und Bosnien und Herzegowina (zwei Fälle) ermittelt. Zudem wurden drei Augsburger Kontaktpersonen eines bestätigten Covid-19-Falls positiv getestet. Bei einer infizierten Person ist der Infektionsort noch unbekannt.
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Aber Hauptsache gutes Framing und die Schuld allgemein auf die "Urlauber" geschoben. Damit sollen dann wohl demnächst Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit begründet werden?

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24.08.2020

Die Urlaubsländer verspielen gerade den zaghaft zurück gewonnenen Tourismus. Statt konsequent die Lokalitäten zu schließen, wurden Partys geduldet. Jetzt hat man die Quittung erhalten. Die Party Jugend ist auch nur auf dem Papier erwachsen. Verantwortungsloses Handeln zerstört den Ruf aller erholungssuchenden Urlauber, die vielleicht zum Wandern in die Berge oder zum Baden an das Meer gefahren sind.

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26.08.2020

Die Urlaubsländer sind schuld? Es wird keiner gezwungen in irgend einem Land Urlaub zu machen. Wenn man von Schuld sprechen kann, dann ist zu 100% die Politik schuld- denn dieser Flickenteppich an Diktaten mußte scheitern.

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