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G7-Gipfel auf Elmau

31.05.2015

Kommentar: Mit Putin wäre der G7-Gipfel mehr wert

Russlands Präsident Putin ist beim G7-Gipel in Elmau nicht dabei.
Bild: Sergei Chirikov (dpa) /Archiv

Um die Konflikte mit Russland lösen zu können, müsste Putin auch beim G7-Gipfel in Elmau vertreten sein. Eines der größten Probleme ist die Sprachlosigkeit.

Der G7-Gipfel kostet unfassbar viel Geld. Ob er zu teuer ist, lässt sich aber nicht in Euro messen. Dass die wichtigsten Industriestaaten im Gespräch bleiben, ist viel wert. Streitigkeiten können nur entschärft, Konflikte nur gelöst werden, wenn die Partner miteinander reden. Wenn sie Argumente austauschen und Verständnis für andere Positionen zeigen. Das ist wie in einer Familie. Und genau hier liegt die große Schwäche an Elmau. Denn das schwarze Schaf der Familie, auf das alle schlecht zu sprechen sind, ist nicht da.

Es wird viel über, aber nicht mit Russland geredet

Ganz klar: Es gab gute Gründe, Russland auszuschließen. Mit seinem völkerrechtswidrigen Eingriff in der Ukraine hat Putin Vertrauen zerstört. Nachdem alle diplomatischen Versuche, den Kreml-Chef in der Familie zu halten, gescheitert sind, wollen die verbliebenen großen Sieben die Probleme der Welt nun ohne ihn lösen. In Elmau wird viel über, aber nicht mit Russland geredet. Dabei ist genau diese Sprachlosigkeit eines der größten Probleme, vor denen die Runde steht. Herausforderungen wie Klimawandel oder Terrorismus sind schwerer zu bewältigen, solange ein Riese außen vor bleibt – vom Ukraine-Konflikt ganz abgesehen.

Sollten die G7 in Elmau einen Weg finden, Moskau zurück an den Verhandlungstisch zu holen, wäre dieser Gipfel jeden Cent wert. Dafür muss allerdings erst einer einlenken, der im Schloss fehlt.

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