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Anschlag

21.01.2019

Kommt der Terror zurück nach Irland?

Das Wrack des Autos zeigt die Wucht der Bombe, die am Samstag im Zentrum der nordirischen Stadt Londonderry explodiert ist.
Bild: Charles McQuillan, Getty Images

In der Stadt Londonderry explodiert eine Autobombe, die Polizei nimmt zwei junge Männer fest. Auch 20 Jahre nach einem Friedensabkommen ist der Konflikt um Nordirland offensichtlich nicht gelöst

Nach der Explosion einer Autobombe vor einem Gerichtsgebäude im Zentrum der nordirischen Stadt Londonderry hat die Polizei zwei junge Männer festgenommen. Das teilten die Behörden in Nordirland am Sonntag bei Twitter mit. Der Hauptverdacht richte sich gegen die „Neue IRA“, eine militante republikanische Splittergruppe in Nordirland, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf den stellvertretenden Polizeipräsidenten Mark Hamilton. „Wie die meisten republikanischen Dissidentengruppen in Nordirland ist die Neue IRA klein, weitgehend unrepräsentativ und darauf ausgerichtet, Menschen wieder dorthin zurückbringen, wo sie nicht sein wollen“, sagte Hamilton.

Laut einer Mitteilung der Polizei hatten die Beamten vor der Explosion am Samstagabend eine Warnung erhalten, dass eine Bombe vor dem Gerichtsgebäude in der Bishop Street platziert worden sei. Das Fahrzeug sei vermutlich kurz vorher in der Nähe gestohlen worden, hieß es in der Mitteilung. Glücklicherweise sei niemand getötet oder verletzt worden. Die 85000-Einwohner Stadt Londonderry liegt im Nordwesten der Provinz an der Grenze zur Republik Irland. Irische Republikaner, die die britische Regierung Nordirlands nicht anerkennen, nennen die Stadt Derry.

Die britische Ministerin für Nordirland, Karen Bradley, wertete den Anschlag als einen Versuch, nach einem 20 Jahre währenden Friedensprozess „den Fortschritt in Nordirland zum Erliegen zu bringen“. Die Vorsitzende der nordirischen Unionisten, Arlene Foster, sprach von einem „sinnlosen Akt des Terrors“.

Auch 20 Jahre nach dem Karfreitagsabkommen, das den blutigen Konflikt in Nordirland beendete, kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen um die Zukunft des Gebietes. Dabei stehen katholische Nationalisten, die eine Vereinigung mit Irland anstreben, protestantischen Unionisten gegenüber, die weiterhin zu Großbritannien gehören wollen.

Die Irisch-Republikanische Armee (IRA) hatte im Nordirland-Konflikt gewaltsam gegen protestantische, pro-britische Loyalisten gekämpft. Zwischen 1969 und 2001 starben mehr als 3600 Menschen. Auch heute sind die Spannungen beider Konfessionen in vielerlei Hinsicht sichtbar – etwa durch sehr hohe Mauern zwischen Nachbarschaften in Belfast. (dpa)

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