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Krim-Krise

18.03.2014

Liveticker: Zwei Soldaten auf der Krim getötet

Bewaffnete Milizionäre sichern am 17.03.2014 eine Zufahrt zum Parlament in Simferopol (Ukraine). Nach dem Referendum vom 16.03.2014 hat das Parlament der Krim offiziell den Beitritt zur russischen Föderation beantragt. Foto: Hannibal/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Bewaffnete Milizionäre sichern am 17.03.2014 eine Zufahrt zum Parlament in Simferopol (Ukraine). Nach dem Referendum vom 16.03.2014 hat das Parlament der Krim offiziell den Beitritt zur russischen Föderation beantragt. Foto: Hannibal/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Bild: Hannibal Hanschke

Moskau erkennt die Krim nach dem Referendum als unabhängig an und treibt den Beitritt zu Russland zügig voran. Wir halten Sie im Liveticker über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Mittwoch, 19. März

07:46 Uhr: Auch Australien verhängt Sanktionen gegen Russland

Nach der EU, den USA und Japan hat auch Australien wegen der Annexion der Krim Sanktionen gegen Russland verhängt. Die Regierung veranlasste am Mittwoch Kontensperrungen und Einreiseverbote für zwölf Funktionäre. Außenministerin Julie Bishop nannte die Namen der Betroffenen nicht. "Internationales Recht erlaubt nicht den Diebstahl von Territorium eines anderen Staates auf der Basis eines Referendums, das weder als frei noch als fair beurteilt werden kann", sagte Bishop im Parlament in Canberra. "Ich verurteile die Gewalt gegen die Ukraine und ihre Bürger auf das Schärfste."

Dienstag, 18. März

22:47 Uhr: Zwei Soldaten auf der Krim getötet

Auf der Krim sind nach Polizeiangaben ein ukrainischer Soldat und ein Mitglied der prorussischen sogenannten Selbstverteidigungskräfte erschossen worden. Ein Heckenschütze habe am Dienstag aus einem verlassenen Gebäude bei einer ukrainischen Militärbasis in Simferopol in verschiedene Richtungen gefeuert. Zwei weitere Soldaten seien verletzt worden. Der Vorgang erinnere an die Massenproteste in Kiew, als ebenfalls Demonstranten wie auch Polizeikräfte aus dem Hinterhalt attackiert worden seien. "Das könnte eine geplante Provokation sein, um die Lage am Tag der Unterzeichnung des Krim-Vertrags zu destabilisieren", hieß es auf der Homepage der Krim-Polizei.

21:11 Uhr: OSZE-Beobachtermission scheitert weiter an russischen Einwänden

Eine Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in der Ukraine scheitert weiter an russischen Einwänden. 56 der 57 OSZE-Staaten seien bereit gewesen, einen Entwurf für eine solche Mission zu verabschieden, sagte der US-Botschafter bei der OSZE, Daniel Baer. Allein Russland habe trotz vieler Zugeständnisse weiter Bedenken. Die Entsendung von Beobachtern gilt als wichtiger Schritt zu einer Deeskalation im Krim-Konflikt.

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19:45 Uhr: USA drohen Russland mit weiteren Sanktionen

Die USA drohen Russland in der Krim-Krise mit weiteren Sanktionen. "Es werden weitere Schritte unternommen werden", falls Kremlchef Wladimir Putin seinen Kurs nicht ändere, sagte Regierungssprecher Jay Carney. Er reagierte damit auf den kurz zuvor von Putin unterzeichneten Vertrag über die Aufnahme der Krim in die Russische Föderation. Moskaus Politik sei illegal und verletze die Verfassung der Ukraine. Die USA würden die Annexion der Krim niemals anerkennen. Präsident Barack Obama habe erneut mit Bundeskanzlerin Angela Merkel telefonierte, ergänzte Carney, ohne Details zu nennen.

19:22 Uhr: Konflikt mit  Russland habe sich "von einem politischen in einen militärischen"  verwandelt

Nach Angaben des ukrainische  Verteidigungsministeriums wurde bei der Erstürmung einer  Militärbasis in der Gebietshauptstadt Simferopol ein Soldat getötet  und ein weiterer verletzt. Der zuständige Ministeriumssprecher  machte keine Angaben darüber, ob der Stützpunkt von russischen  Soldaten oder prorussischen Milizen angegriffen wurde. Den  ukrainischen Soldaten auf der Krim wurde nach dem tödlichen  Zwischenfall erlaubt, Schusswaffen einzusetzen. Interimsregierungschef Arseni Jazenjuk sagte, der Konflikt mit  Russland habe sich "von einem politischen in einen militärischen"  verwandelt. "Russische Soldaten haben damit begonnen, auf  ukrainische Armeeangehörige zu schießen, und das ist ein  Kriegsverbrechen", sagte Jazenjuk bei einem Kabinettstreffen in  Kiew.

18:45 Uhr: USA verurteilen Krim-Angliederung

Die USA haben die Eingliederung der  Krim in die Russische Föderation verurteilt und Moskau mit einer  Verschärfung der Sanktionen gedroht. "Da kommen noch mehr", sagte  der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, am Dienstag  in Washington zu möglichen neuen Strafmaßnahmen. Das Weiße Haus  verurteile den Schritt Moskaus, die ukrainische Halbinsel "formal  zu annektieren". US-Vizepräsident Joe Biden hatte die Eingliederung  der Krim bei einem Besuch in Warschau zuvor als "Landraub"  bezeichnet. Obama beriet am Dienstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)  über das weitere Vorgehen in der Krim-Krise. Beide seien sich bei  der rechtlichen Beurteilung der Ereignisse auf der ukrainischen  Halbinsel einig gewesen, teilte der Sprecher der Bundesregierung,  Steffen Seibert, mit. "Die einseitige Unabhängigkeitserklärung der  Krim und die heute eingeleitete Aufnahme in die Russische  Föderation sind inakzeptable Schläge gegen die territoriale  Integrität der Ukraine."

17:28 Uhr: Ukrainischer Soldat auf der Krim getötet

Auf der zwischen der Ukraine und  Russland umstrittenen Halbinsel Krim ist ein ukrainischer Soldat  getötet worden. Wie das ukrainische Verteidigungsministerium am  Dienstag bekanntgab, ereignete sich der Zwischenfall in der  Gebietshauptstadt Simferopol. Der Konflikt habe sich "von einem  politischen in einen militärischen" verwandelt, sagte  Interimsregierungschef Arseni Jazenjuk bei einer Krisensitzung des  Kabinetts.

17.09 Uhr: Merkel: Ukraine helfende Hand reichen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für eine schnelle Auszahlung erster Finanzhilfen an die Ukraine plädiert. In einer Unionsfraktionssitzung sagte die CDU-Vorsitzende nach Teilnehmer- Angaben am Dienstag in Berlin, von dem zugesagten Geld (elf Milliarden Euro von der Europäischen Union) sei noch nichts gezahlt worden. Die EU solle eher nach dem Motto "helfende Hand" als nach der Devise "abweisende Kritik" handeln. Dabei sei es darum gegangen, der Ukraine Geld zu zahlen, auch wenn in der Regierung in Kiew Minister seien, die den Faschisten zugerechnet würden, hieß es.

15:27 Uhr: Obama kündigt G7-Treffen für kommende Woche an

US-Präsident Barack Obama hat ein Treffen der sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) ohne Russland in der kommenden Woche angekündigt. Dabei sollten die Mitglieder das weitere Vorgehen in der Krim-Krise besprechen, teilte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Caitlin Hayden, am Dienstag mit.

15.12 Uhr: Obama fordert Krisentreffen der G-7-Staaten zu Krim-Konflikt

US-Präsident Barack Obama hat ein  Krisentreffen der sieben führenden Industriestaaten (G-7) zum  Konflikt um die Krim gefordert. Nach Angaben des Weißen Hauses rief  Obama die Staats- und Regierungschefs der G-7-Länder am Dienstag  auf, in der kommenden Woche am Rande des Atomsicherheitsgipfels im  niederländischen Den Haag zusammen zu kommen. Mit dem Treffen ohne  Vertreter Moskaus würde der Westen ein weiteres Stück vom  G-8-Format mit Russland abrücken.

14.23 Uhr:  Ukraine wird Krim-Beitritt zu Russland "nie" hinnehmen

Die Ukraine wird die Eingliederung der  Halbinsel Krim in die Russische Föderation "nie" hinnehmen. Dies  erklärte das Außenministerium in Kiew am Dienstag kurz nach der  Unterzeichnung eines Eingliederungsvertrages durch den russischen  Präsidenten Wladimir Putin und prorussischen Vertretern der Krim in  Moskau.

13:10 Uhr: Vertrag über Anschluss der Krim an Russland unterzeichnet

Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Vertrag über die Aufnahme der völkerrechtlich zur Ukraine gehörenden Schwarzmeer-Halbinsel Krim unterzeichnet. Auch Vertreter der prorussischen Krim-Führung setzten am Dienstag im Kreml ihre Unterschriften unter das Dokument.

11:55 Uhr: Kiew warnt Weltgemeinschaft vor Anerkennung der Krim

Die ukrainische Übergangsregierung hat an die internationale Gemeinschaft appelliert, die Krim nach dem Referendum über deren Zukunft nicht als unabhängigen Staat  anzuerkennen. Die Unabhängigkeit der Halbinsel am Schwarzen Meer sei "unter grober Verletzung europäischer Normen von einem unrechtmäßigen Organ ausgerufen" worden, erklärte das Außenministerium in der Hauptstadt Kiew am Dienstag. Das Völkerrecht verbiete es, "Pseudostaaten" und alle damit  zusammenhängenden Beschlüsse anzuerkennen.

08:20 Uhr: Putin stimmt Vertrag über Anschluss der Krim an Russland zu

Kremlchef Wladimir Putin hat einem Vertrag über die Aufnahme der zur Ukraine gehörenden Schwarzmeerhalbinsel Krim zugestimmt. Eine Anordnung Putins über die geplante Unterzeichnung des Dokuments auf höchster Ebene veröffentlichte am Dienstag das staatliche Rechtsportal pravo.gov.ru.

07.05 Uhr: Putin erkennt Krim trotz schärferer Sanktionen als unabhängig an

In der Krim-Krise schafft Russland trotz verschärfter Sanktionen des Westens weiter Fakten. Präsident Wladimir Putin unterzeichnete am späten Montagabend einen Erlass, mit dem Moskau die ukrainische Halbinsel als souveränen und unabhängigen Staat anerkennt. Schon an diesem Dienstag äußert sich der Kremlchef vor beiden Kammern des Parlaments zum geplanten zügigen Beitritt der Krim zu Russland. Europa und die USA drohen derweil mit noch härteren Strafmaßnahmen.

Am Montag hatten die EU und die USA Einreiseverbote und Kontensperrungen gegen Politiker, Parlamentarier und Militärs in Russland und auf der Krim verhängt. Putin will darauf laut CNN nun mit eigenen Sanktionen gegen die USA reagieren. Die Sanktionen Moskaus sollen hochrangige Vertreter von US-Präsident Barack Obamas Regierung sowie wichtige Senatoren treffen, wie das Online-Magazin "The Daily Beast" unter Berufung auf Diplomatenkreise meldete. Darunter seien etwa die US-Spitzendiplomatin Victoria Nuland sowie der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Demokraten im US-Senat, Dick Durbin.

Montag, 17. März:

19.41 Uhr: Russland erkennt Krim als "unabhängigen Staat" an

Nach dem umstrittenen Krim-Referendum hat Russland die Schwarzmeer-Halbinsel als souveränen und unabhängigen Staat anerkannt. Präsident Wladimir Putin habe einen entsprechenden Erlass unterzeichnet, teilte der Kreml in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit.

16.43 Uhr: Gorbatschow begrüßt Referendum und Beitritt der Krim zu Russland

Der letzte Staatschef der Sowjetunion,  Michail Gorbatschow, hat sich für einen Beitritt der Krim zu  Russland ausgesprochen und die Sanktionen des Westens kritisiert.  Die Halbinsel sei einst auf Beschluss von Ex-Staatschef Nikita  Chruschtschow der Ukraine zugeschlagen worden, ohne das die  Krim-Bevölkerung selbst gefragt worden wäre, sagte Gorbatschow am  Montag der Nachrichtenagentur Interfax. "Jetzt haben die Menschen  auf der Krim beschlossen, diesen Fehler zu korrigieren".

Das Referendum sollte "begrüßt werden, und nicht zu neuen  Sanktionen führen", sagte der Ex-Staatschef. Für Strafmaßnahmen  müsse es sehr ernste Gründe geben und diese müssten von den  Vereinten Nationen unterstützt werden. Der eventuelle, von der  Bevölkerung gewünschte Beitritt der Krim zu Russland könne  Sanktionen aber nicht ausreichend begründen.

16.31 Uhr: Steinmeier lehnt die Legitimierung einer Annexion der Krim ab

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat die Forderung Moskaus  zurückgewiesen, eine "Unterstützergruppe" solle Kiew zur Anerkennung der Realitäten auf der Krim bewegen. Es könne "keine internationale Kontaktgruppe, überhaupt kein internationales Format" geben, das als Legitimation einer Annexion der Krim verstanden werden könnte, sagte der SPD-Politiker am Montag in Brüssel. Er reagierte damit auf Berichte, wonach Russland eine "Unterstützergruppe" vorschlägt, die Kiew zur Anerkennung des Referendums bewegen soll. "Es geht nicht darum, dass wir uns mit etwas abfinden", sagte Steinmeier. Es müsse aber Vorsorge gegen die Gefahr einer militärischen Konfrontation zwischen ukrainischen und russischen Streitkräften getroffen werden. Es sei "ohnehin fast schon ein Wunder", dass bisher "nicht Schlimmeres" passiert sei. "Aber eins ist klar: Die Gefahr ist nicht weg."

Steinmeier fügte hinzu: "Wir haben die Konfrontation von europäischer Seite aus nicht gesucht. Was man uns nicht vorwerfen kann, ist, dass wir es an politischen und  diplomatischen Vorschlägen hätten mangeln lassen. Wir haben unermüdlich daran gearbeitet, die heutige Entscheidungssituation zu vermeiden."

14:48 Uhr: USA blockiert Vermögen ranghoher russischer Regierungsvertreter

Nach dem umstrittenen Referendum über  einen Beitritt der ukrainischen Halbinsel Krim zu Russland haben die USA ihre Sanktionen verschärft. Die Regierung in Washington blockierte am Montag das US-Vermögen von sieben ranghohen russischen Regierungsvertretern und Parlamentariern, darunter der stellvertretende Ministerpräsident Dmitri Rogosin. Außerdem wurden der entmachtete ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch und der von Kiew nicht anerkannte Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow auf die Sanktionsliste gesetzt.

13:43 Uhr: EU beschließt Sanktionen gegen Russland

In der schweren politischen Krise um die Ukraine hat die EU Sanktionen gegen Russland beschlossen. Die EU-Außenminister einigten sich in Brüssel auf eine Liste von 21 Personen, gegen die Einreiseverbote verhängt und deren Konten gesperrt werden, berichteten Diplomaten. Nähere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sprach zu Beginn des Treffens vom "stärkstmöglichen Signal" an Russland: "Und das Signal ist, dass wir sicherstellen wollen, dass sie (die Russen) den Ernst der Lage erkennen."

Die EU wolle Russen und Ukrainer mit Sanktionen belegen, "die  verantwortlich sind für dieses illegale Referendum", sagte  Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn vor dem Beschluss.  EU-Diplomaten zufolge zielen die Strafmaßnahmen auf 13 russische und acht ukrainische Staatsbürger. Demnach sind die Strafmaßnahmen  zunächst auf sechs Monate beschränkt, können aber verlängert werden.

Die Namen der Betroffenen waren zunächst nicht bekannt. Sie könnten  den Angaben zufolge noch am Montagabend im offiziellen Amtsblatt  der EU veröffentlicht werden. Die Strafmaßnahmen zielen  EU-Diplomaten zufolge nicht auf die höchsten Regierungsmitglieder,  sondern auf die "zweite Führungsebene".

Es ist die zweite Sanktionsrunde wegen des Ukraine-Konflikts. In  einem ersten Schritt wurden bereits Verhandlungen der EU mit  Russland über Visaerleichterungen und ein Partnerschaftsabkommen  auf Eis gelegt.

13.36 Uhr: Ukraine bittet Nato um technische Unterstützung

Die Ukraine hat die Nato um technische Unterstützung für ihre Streitkräfte gebeten. Eine entsprechende Liste mit der benötigten Ausrüstung werde dem Bündnis noch am Montag überreicht, sagte der ukrainische Außenminister Andrej Deschtschiza in Brüssel. Um welche Geräte es sich dabei handelt, blieb zunächst unklar.

Deschtschiza betonte, es gehe es um rein technische Unterstützung: "Wir haben nicht um militärische Hilfe gebeten." Eine von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) geplante Beobachtermission in der Ukraine müsse auch für die Halbinsel Krim zuständig sein. Russland will die Krim nach einem umstrittenen pro-russischen Referendum in die Föderation aufnehmen.

13:24 Uhr: Gorbatschow lobt umstrittenes Krim-Referendum

Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow hält die Voraussetzungen für einen Beitritt der Krim zu Russland für erfüllt. "Die Menschen (auf der Halbinsel) wollen es, und das bedeutet, dass man ihnen entgegenkommen muss", sagte der 83-jährige frühere Sowjetpräsident der Agentur Itar-Tass in Moskau. Die Bevölkerung habe die Gelegenheit gehabt, in einem Referendum ihre Meinung zu sagen. "Das ist gut", betonte Gorbatschow. Vor einigen Tagen hatte er den damaligen Präsidenten Boris Jelzin (1931-2007) dafür kritisiert, dass dieser bei der "Zerstörung der Sowjetunion" 1991 keine tragfähige Lösung für die Krim gefunden habe.

12:27 Uhr: Krim-Parlament führt Rubel als zweite offizielle Währung ein

Nach dem Referendum über die Zugehörigkeit zu Russland hat das Krim-Parlament den Rubel als  zweite offizielle Währung auf der ukrainischen Halbinsel  eingeführt. Der russische Rubel werde parallel neben der  ukrainischen Währung Hrywnja als Zahlungsmittel akzeptiert, erklärte das Parlament. Die ukrainische Währung könne  noch bis zum 1. Januar 2016 benutzt werden.

Die Zentralregierung in Kiew, die  Europäische Union und die USA erkennen das Ergebnis der Volksabstimmung nicht an, weil sie diese für illegal halten. Die russische Duma will am Freitag über die Aufnahme der Krim beraten.

10:44 Uhr: Parlament in Kiew stimmt für Teilmobilisierung von Armee

Nach dem Referendum über einen Beitritt der ukrainischen Halbinsel Krim zu Russland hat das Parlament in Kiew einer Teilmobilisierung der Armee zugestimmt. 275 Abgeordnete genehmigten am Montagmorgen einen entsprechenden Antrag von Interimspräsident Alexander Turtschinow, während sich 33 Parlamentarier enthielten. Zur Begründung nannten die Abgeordneten "die Zuspitzung der politischen Lage im Land und die Einmischung Russlands in die inneren Angelegenheiten der Ukraine".

07:45 Uhr: 96,6 Prozent stimmen für Beitritt der Krim zu Russland

Bei dem Referendum über den zukünftigen Status der Krim haben sich laut offiziellem Endergebnis 96,6 Prozent für die Eingliederung der ukrainischen Halbinsel in die Russische Föderation ausgesprochen. Das teilte der Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow am Montagmorgen im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Der Westen hält die Volksabstimmung für illegal und erkennt das Ergebnis nicht an.

Sonntag, 16. März:

22.13 Uhr: Obama telefoniert mit Putin

In der Krim-Krise haben US-Präsident Barack Obama und sein russischer Kollege Wladimir Putin erneut telefoniert. Mit Blick auf das Referendum über einen Beitritt der zur Ukraine gehörenden Insel zu Russland habe Putin auf das freie Recht der Menschen zur Selbstbestimmung verwiesen, teilte der Kreml in Moskau mit. Bei dem Telefonat sei auch die Möglichkeit einer Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erörtert worden. Demnach regte Putin an, diese Mission auf alle Regionen der Ukraine zu erstrecken. Mit Obama sei vereinbart worden, weiter an einer Stabilisierung der Lage in der Ukraine zu arbeiten. Obama habe Putin auch zum erfolgreichen Abschluss der Paralympischen Spiele am Sonntagabend in Sotschi gratuliert, teilte der Kreml mit.

21.57 Uhr: Mehrheit für Russland-Beitritt - Hälfte ausgezählt

Bei dem umstrittenen Referendum auf der Krim haben nach Auszählung der Hälfte der Stimmen der Wahlleitung zufolge etwa 95,5 Prozent für einen Beitritt der Halbinsel zu Russland votiert. Dieses vorläufige Ergebnis teilte der Wahlleiter der moskautreuen Führung, Michail Malyschew, am Sonntagabend in Simferopol mit. Die Wahlbeteiligung habe demnach bei etwa 82 Prozent gelegen. Der Westen kritisiert die Volksbefragung auf der zur Ukraine gehörenden Schwarzmeerhalbinsel als völkerrechtswidrig. Hingegen hatte Russland erklärt, den "Wunsch der Krim-Bevölkerung zu respektieren".

20.52 Uhr: Die Menschen feiern auf der Krim

 Mit Autokorsos und "Russland"-Rufen haben Tausende Menschen in Simferopol den nach einem umstrittenen Referendum nun möglichen Beitritt der Krim zur Russischen Föderation bejubelt. Auf dem zentralen Leninplatz versammelte sich eine riesige Menge. Der Platz war in ein Meer aus russischen Fahnen und Krim-Flaggen gehüllt. Hupend fuhren zahlreiche Befürworter des Beitritts durch die Straßen.

20.39 Uhr: Steinmeier kündigt deutliche Reaktion an

Bundesaußenminister Frank-Walter  Steinmeier (SPD) hat nach der Abstimmung zum Beitritt der Krim zu  Russland eine deutliche Reaktion der Europäischen Union  angekündigt. "Auf das völkerrechtswidrige Referendum auf der Krim  wird Europa eine klare und bestimmte Antwort geben", sagte  Steinmeier der "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe). Die Lage sei  "hochgefährlich". Dennoch müssten sich "jetzt alle Anstrengungen  darauf richten, eine weitere Eskalation zu vermeiden", fügte  Steinmeier hinzu. Dafür sei eine Beobachtermission der Organisation für Sicherheit  und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) der "nächste richtige Schritt",  sagte Steinmeier. "Wenn Russland nicht weiteren Schaden anrichten  will, dann darf es die sofortige Entsendung einer solchen Mission  nicht verhindern."

20.24 Uhr: USA halten Russlands Politik für "gefährlich"

Die USA haben die internationale Gemeinschaft nach dem Krim-Referendum zu konkreten Schritten gegen Russland aufgerufen. Die Zeiten, in denen die Welt zuschaut, während ein Land sich gewaltsam Gebiete eines anderen Landes aneignet, seien lange vorbei, teilte das Weiße Haus am Sonntagabend nach dem Referendum mit. "Die russischen Aktionen sind gefährlich und destabilisierend."

20.10 Uhr: Putin: Referendum entspricht Völkerrecht

Kremlchef Wladimir Putin hatte zuvor in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut betont, dass das Referendum aus Sicht Russlands dem Völkerrecht entspreche. Merkel und weitere westliche Politiker werfen Moskau hingegen vor, die Abspaltung der Krim im Widerspruch mit internationalem Recht voranzutreiben. Das Weiße Haus in Washington erneuerte am Abend den Vorwurf, Russlands Vorgehen in der Ukraine sei "gefährlich und destabilisierend". Die Weltgemeinschaft müsse gemeinsam deutlich machen, dass kein Land Teile eines anderen Landes an sich reißen dürfe, erklärte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama

19.32 Uhr: Wahlbeteiligung lag bei 83 Prozent

Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 83 Prozent. Das Endergebnis wurde noch am Sonntagabend erwartet. In der Hafenstadt Sewastopol, dem Sitz der russischen Schwarzmeerflotte, wurde die Wahlbeteiligung mit 85 Prozent angegeben. Der prorussische Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow kündigte an, alles juristisch Notwendige für einen raschen Anschluss an Russland zu tun. "An diesem Montag wird sich der Oberste Sowjet der Krim an Präsident Wladimir Putin wenden mit der Bitte, die Krim in die Russische Föderation aufzunehmen", sagte er.

19.17 Uhr: 93 Prozent für Krim-Angliederung an Russland

93 Prozent haben sich laut Nachwahlbefragung für die Eingliederung in die  Russische Föderation ausgesprochen. Das wurde am Sonntagabend kurz  nach Schließung der Abstimmungsbüros in der Gebietshauptstadt  Simferopol bekanntgegeben. Die Rechtmäßigkeit des Referendums wurde  von zahlreichen Staaten und internationalen Organisationen  angezweifelt, von Russland aber bejaht.

19.06: Halbinsel Krim stimmt für Russland-Beitritt

 Die Menschen auf der zur Ukraine gehörenden Schwarzmeerhalbinsel Krim haben nach Angaben der Regionalregierung bei dem Referendum am Sonntag für einen Beitritt zu Russland gestimmt. 93 Prozent seien für den Russland-Beitritt, teilte die moskautreue Krimführung nach Schließung der Wahllokale auf Grundlage von Wählerbefragungen mit.

19.05 Uhr: Außenminister beraten morgen über Sanktionen

Einen Tag nach dem international  kritisierten Referendum auf der ukrainischen Halbinsel Krim kommen  die EU-Außenminister am Montag (09.30 Uhr) in Brüssel zusammen. Sie  wollen über die Lage in der Ukraine beraten und werden aller  Voraussicht nach weitere EU-Sanktionen gegen Russland beschließen.  Dabei geht es um Einreiseverbote und Kontosperrungen gegen die  Verantwortlichen für das militärische Eingreifen auf der Krim.  EU-Diplomaten zufolge sollen aber weder Russlands Präsident  Wladimir Putin noch Außenminister Sergej Lawrow mit Strafmaßnahmen  belegt werden. Es könnten auch prorussische Ukrainer auf die Liste  gesetzt werden. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen empfängt  am Montag in Brüssel den amtierenden ukrainischen Außenminister  Andriy Deschtschitsja.

18.20 Uhr: In Charkow verbrennen Demonstranten Bücher

In Charkow stürmten prorussische Demonstranten die Büros mehrerer Organisationen wie etwa dem Rechten Sektor, der aus Mitgliedern neofaschistischer Splittergruppen und Hooligans besteht. Die Teilnehmer hätten Bücher aus den Gebäuden in einen Hof geworfen und angezündet. Auch hier habe die Polizei nicht eingegriffen, hieß es. In Odessa, Lugansk, Saporoschje und Dnjepropetrowsk demonstrierten ebenfalls jeweils Hunderte für ein Referendum nach dem Vorbild der Krim. Innenminister Arsen Awakow warnte in Kiew vor "Provokateuren", die die Lage in der Ukraine destabilisieren wollten.

18.16 Uhr: Prorussische Proteste in der Ostukraine - Lage immer angespannter

Neben dem Konflikt um das Krim-Referendum rücken immer mehr die Ost- und Südukraine in den Blickpunkt. Bei Zusammenstößen gegnerischer Lager gab es schon Tote und Verletzte. Ist es der nächste Brennpunkt?

17.58 Uhr: USA bezeichnen Referendum als illegal

US-Außenminister John Kerry hat in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow erneut betont, dass Washington das Referendum auf der Krim nach ukrainischen Gesetz als illegal betrachtet. Die USA würden das Ergebnis der Abstimmung nicht anerkennen. Zugleich äußerte Kerry sich sehr besorgt über jüngste Aktivitäten russischer Militärs in Cherson auf dem ukrainischen Festland, wo russische Truppen eine Gasumleitungsstation besetzt hätten, sowie über "anhaltende Provokationen" in ostukrainischen Städten, teilten hohe US-Regierungsbeamte nach dem Gespräch am Sonntag mit.

17.37 Uhr: EU erkennt Krim-Referendum nicht an

Die EU wird das Referendum über den Anschluss der Krim an Russland nicht anerkennen. Das bekräftigten EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionschef José Manuel Barroso am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung. "Die Lösung der Krise in der Ukraine muss sich gründen auf der territorialen Integrität, der Souveränität und der Unabhängigkeit der Ukraine(...)", so die beiden EU-Spitzen. Nur durch Zusammenarbeit, unter anderem mit direkten Gesprächen zwischen Moskau und Kiew, könne die Krise überwunden werden. Die EU fordert Moskau auf, seine Truppen auf den Stand vor dem Ausbruch der Krise zurückzuziehen. Die EU-Außenminister werden am Montag Sanktionen gegen Russland beschließen.

16:57 Uhr: Demonstranten stürmen Gebäude in Donezk

In der ostukrainischen Stadt Donezk sind am Sonntag prorussische Demonstranten in das Hauptquartier der Sicherheitskräfte sowie das Büro des Staatsanwalts eingedrungen. Dabei stießen sie praktisch auf keinen Widerstand, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die Demonstranten forderten die Freilassung des selbsternannten "Volksgouverneurs" der Region, Pawel Gubarew. Dieser war Anfang März festgenommen worden, nachdem er zusammen mit anderen prorussischen Aktivisten den Sitz der Regionalregierung in Donezk gestürmt und sich selbst zum Gouverneur erklärt hatte.

16:10 Uhr: Kurz nach 19 Uhr werden erste Ergebnisse erwartet

Nach wie vor sind die Wahllokale auf der Krim geöffnet. Vor allem bei der russischenstämmigen Bevölkerung soll die Beteiligung sehr groß sein. Kurz nachdem die Lokale um 20 Uhr Ortszeit (19 Uhr MEZ) schließen, werden erste Ergebnisse erwartet. Dass sich eine breite Mehrheit der Teilnehmer des Referendums für einen Anschluss der Krim an Russland ausspricht, gilt als gesichert. 

15:15 Uhr: Merkel verurteilt russischen Vorstoß

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Besetzung einer Gasumleitungsstation im ukrainischen Festlandgebiet Cherson durch russische Truppen verurteilt. Die Kanzlerin habe ihren Unmut in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Sonntag zum Ausdruck gebracht, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Das ukrainische Außenministerium hatte am Samstag erklärt, dass 80 russische Soldaten in das Dorf Strilkowe eingedrungen seien, das auf einer schmalen Landzunge vor der Nordostküste der Krim, der sogenannten Arabat-Nehrung, liegt. Dabei seien sie von Kampfhubschraubern und gepanzerten Fahrzeugen unterstützt worden. Das Außenministerium forderte einen "sofortigen Rückzug" der Truppen. Die Ukraine behalte sich das Recht vor, die "militärische Invasion mit allen Mitteln zu stoppen". Außerdem riet Merkel laut Seibert an, mehr Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) an die Brennpunkte - insbesondere in der Ostukraine - zu entsenden. Über diese Initiative solle am Montag bei einer Sitzung des Ständigen Rats der OSZE in Wien "mit möglichst breiter Zustimmung" entschieden werden. Putin habe Merkels Vorstoß begrüßt und zugesagt, seinen Außenminister Sergej Lawrow entsprechend zu beauftragen.

14:47 Uhr: Waffenruhe - Russland hebt Blockade der Stützpunkte auf

Leichte Annäherung zwischen der Ukraine und Russland: Die russische Seite hat nach Angaben der ukrainischen Übergangsregierung zugesagt, die Blockade der ukrainischen Militärstützpunkte auf der Halbinsel Krim vorübergehend aufzuheben. Bis zum kommenden Freitag solle dies gelten, sagte Interims-Verteidigungsminister Igor Tenjuch am Sonntag laut der Nachrichtenagentur Interfax. Eine entsprechende Einigung hätten die Armeeführungen beider Seiten erzielt. "Wir haben diese Waffenruhe erreicht, und ich denke, sie wird bis zum 21. März gelten", wurde Tenjuch zitiert. Da 63 Prozent der Krim-Bewohner russische Wurzeln haben, andere Bevölkerungsgruppen zum Boykott aufgerufen hatten und das russische Militär die Halbinsel faktisch längst kontrolliert, wird beim Referendum mit einer klaren Mehrheit für die Angliederung an Russland gerechnet. Kurz nach Schließung der Lokale um 20 Uhr Ortszeit (19 Uhr MEZ) sollen erste Ergebnisse bekannt gegeben werden. 

14:28 Uhr: Investoren blicken gespannt auf die Krim

Die Krise auf der Krim hat zunehmend auch Einfluss auf die internationalen Finanzmärkte. Besonders das heutige Referendum, das weiterhin ohne Zwischenfälle verläuft, wird mit Spannung beobachtet. Sollte es in Folge des Referendums wie erwartet zu verstärkten russischen Bemühungen kommen, die Halbinsel ans eigene Land anzuschließen, wird die EU am Montag wohl Sanktionen gegen Russland beschließen. Diese dürften sich wiederum negativ auf die Kursentwicklung der großen westlichen Aktienindexe auswirken. Bereits vergangene Woche hatte der Dow Jones knapp 2,4 Prozent verloren, der Dax gar rund 3,2 Prozent. Unter anderem deswegen hatten beispielsweise führende Unionspolitiker wie Peter Ramsauer in den vergangenen Tagen vor wirtschaftlichen Saktionen gegen Russland gewarnt.

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