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Messerattacke in Paris

08.10.2019

Macron will "rastlosen Kampf" gegen islamistischen Terrorismus

Bei der Messerattacke in der Pariser Polizeipräfektur sind fünf Menschen getötet worden.
Bild: Kamil Zihnioglu/AP/dpa

Nach dem mörderischen Anschlag in der Pariser Polizeipräfektur mit fünf Toten besteht Terrorverdacht. Präsident Macron hat nun deutliche Worte gefunden.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den Franzosen nach dem tödlichen Anschlag auf vier Polizisten in Paris einen "rastlosen Kampf" gegen den islamistischen Terrorismus versprochen. "Lasst uns alle hier zusammenstehen, die vereinte Nation als Ganzes angesichts des islamistischen Terrorismus, den wir bekämpfen", sagte Macron am Dienstag bei der Trauerfeier für die bei der Messerattacke getöteten Polizeimitarbeiter. Sie wurden posthum in die Ehrenlegion aufgenommen.

Macron fordert, ganz Frankreich müsse gegen "islamistische Hydra" vorgehen

Ein mutmaßlich radikalisierter Polizeimitarbeiter hatte am vergangen Donnerstag vier seiner Kollegen - drei Männer und eine Frau - in der Pariser Polizeipräfektur brutal mit einem Messer getötet. Es besteht Terrorverdacht. Macron machte einen aus der Bahn geratenen tödlichen Islam für den Tod von Damien Ernest, Anthony Lancelot, Brice Le Mescam und Aurélia Trifiro verantwortlich. 

Die ganze Nation müsse gegen die islamistische Hydra vorgehen, nicht nur die staatlichen Institutionen, sagte der französische Präsident. Die Hydra ist in der griechischen Mythologie ein Ungeheuer mit mehreren Schlangenköpfen, dem beim Abschlagen eines Kopfes mehrere nachwachsen. 59 Attentate seien dank der Sicherheitskräfte in den vergangenen sechs Jahren vereitelt worden, sagte Macron. 

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Innenminister Castaner wird vorgeworfen, Hintergründe zu verschleiern

Kurz nach der mörderischen Attacke hatte Innenminister Christophe Castaner zunächst erklärt, der 45-Jährige Angreifer sei zuvor nicht auffällig gewesen. Terrorfahnder gaben wenig später bekannt, dass der Mann Anhänger einer radikalen Auslegung des Islam war und sich unter anderem positiv über den islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" im Jahr 2015 geäußert hatte. Gegen Castaner wurden Rücktrittsforderungen laut. Ihm wurde vorgeworfen, die wahren Hintergründe zu verschleiern.

Der angeschlagene Innenminister nahm die vier Opfer nun bei der Trauerfeier im Innenhof des Pariser Polizeihauptquartiers posthum in die Ehrenlegion auf. Ihre Särge wurden bedeckt mit der französischen Trikolore dort aufgestellt. Dass Castaner diese Zeremonie leitete, werten Beobachter als Zeichen des Vertrauens von Macron. Am Vormittag musste sich der Minister bereits vor einem nicht öffentlichen Ausschuss erklären.

Nach dem Anschlag gibt es weiterhin zahlreiche offene Fragen, die Ermittlungen der Terror-Fahnder sind noch nicht abgeschlossen. Unklar ist unter anderem, ob der Angreifer allein handelte oder in ein islamistisches Netzwerk eingebunden war. Frankreich wird seit Jahren von einer islamistischen Terrorwelle erschüttert, dabei wurden mehr als 250 unschuldige Menschen aus dem Leben gerissen. (dpa)

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