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Hacker-Angriff

10.01.2019

PC im Recyclinghof: Junger Hacker wollte Spuren verwischen

Ein Datendieb, der mehrere Sicherheitsbehörden auf den Plan rief, entpuppt sich als 20-jähriger Schüler aus einer hessischen Kleinstadt.
Bild: adobe-stock

Ein 20-Jähriger soll Daten von Politikern und Prominenten gestohlen und veröffentlicht haben. Nun muss sich auch Innenminister Horst Seehofer kritischen Fragen stellen.

Der junge Hacker aus Hessen hat sich nach der illegalen Veröffentlichung privater Daten große Mühe gegeben, seine Spuren zu verwischen. Das erfuhren Bundestagsabgeordnete am Donnerstag bei einer Sondersitzung des Innenausschusses zum Datenklau bei Politikern und Prominenten. Er löschte seine Festplatte demnach 32 Mal. Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, sagte nach Angaben von Teilnehmern der nicht-öffentlichen Sitzung, der 20-Jährige habe außerdem einen Computer auf einem Recyclinghof "ordnungsgemäß entsorgt". 

Kritische Fragen an Horst Seehofer nach Hacker-Angriff auf Politiker und Prominente

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) musste sich kritische Fragen zum Umgang der Bundesbehörden mit dem Datenklau anhören. Die Mitglieder des Innenausschusses fragten ihn und die Chefs der ihm unterstehenden Sicherheitsbehörden, wie sicher es sei, dass der Beschuldigte alleine gehandelt habe. 

Der SPD-Innenpolitiker Burkhard Lischka wollte außerdem wissen, weshalb das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) einzelne Hinweise, die bereits im Dezember aufgetaucht waren, nicht gleich an das Bundeskriminalamt weitergeleitet habe. Die von dem Datenklau zum Teil selbst betroffenen Abgeordneten fragten Seehofer, Münch und BSI-Chef Arne Schönbohm außerdem, wieso sie und andere Betroffene nicht früher darüber informiert wurden, dass ihre Handynummern und zum Teil auch private Chat-Verläufe im Netz

Der 20 Jahre alte Datendieb war Anfang der Woche festgenommen worden. Er legte ein Geständnis ab und wurde anschließend auf freien Fuß gesetzt. Bei seiner Vernehmung sagte er nach Angaben des Bundeskriminalamtes, er habe Menschen "bloßstellen" wollen, über deren öffentliche Äußerungen er sich geärgert habe. (dpa)

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