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Arzneimittelpreise

24.09.2014

Report: Medikamente in Deutschland sind zu teuer

Laut dem Arznei-Report stiegen in Deutschland die Arzneimittelausgaben im Jahr 2013 rasant. Verbraucher müssen mit hohen Medikamentenpreisen zurecht kommen.
Bild: Matthias Hiekel/Archiv (dpa)

Die gesetzlichen Krankenversicherungen haben mit steigenden Arzneimittelausgaben zu kämpfen. In Deutschland sind die Arzneimittelpreise auf dem Höhepunkt.

Die Arzneimittelausgaben sind trotz allen Sparbemühungen der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2013 auf einen neuen Höchststand gestiegen. Die Kassen gaben für Medikamente 32,1 Milliarden Euro aus. Das sind rund eine Milliarde Euro oder 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Angaben gehen aus dem jüngsten Arzneiverordnungs-Report hervor, der am vergangenen Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. "Die Arzneimittelpreise in Deutschland sind nach wie vor zu hoch", sagte der Herausgeber und Pharmakologe Ulrich Schwabe. 

Arzneimittelpreise steigen in Deutschland - höher in Frankreich

Die Experten rechnen für 2014 mit einem schnelleren Anstieg. Schon im ersten Halbjahr seien die Arzneimittelausgaben um 9,1 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro geklettert. Der Hauptgrund für diese Entwicklung sei die Senkung des Herstellerabschlages für patentgeschützte Medikamente. Auf die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) komme dadurch ein weiterer Kostenschub von etwa einer Milliarde Euro zu. Schwabe betonte: "Die von uns berechneten Einsparpotenziale sind nicht kleiner geworden, sondern vor allem bei den Patentarzneimitteln weiter gestiegen." Diese Preise lägen bei rund zwei Milliarden Euro.

Die Preise neuer Medikamente würden nun 4,6 Prozent niedriger liegen als in Frankreich. Die gesetzliche Krankenversicherung habe im Jahr 2013 dadurch schon 150 Millionen Euro gespart. Für das laufende Jahr sei mindestens mit der doppelten Summe zu rechnen. Im Durchschnitt kostet ein patentgeschütztes Arzneimittel zehn Mal so viel wie ein Nachahmerprodukt.

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Biologische Wirkstoffe in Medikamenten sind schwerer zu prüfen

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält beim Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) Veränderungen für notwendig, um mit der Entwicklung auf dem Pharmamarkt Schritt zu halten. Er nannte als Beispiel die zunehmende Verbreitung biologischer Wirkstoffe. Sie seien schwerer zu prüfen und hätten eine kürzerer Laufzeit. "Das AMNOG (Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz) ist dafür nicht schnell genug", sagte Lauterbach. 

Seit 1985 erscheint der jährliche Arzneiverordnungs-Report. Für die aktuelle Ausgabe wurden 819 Millionen Verordnungen vom Wissenschaftlichen Institut der AOK ausgewertet. (dpa/AZ)

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