1. Startseite
  2. Politik
  3. "Russia Today" auf Deutsch: kurze Röcke, "unabhängige Journalisten"

TV-Sender

19.11.2014

"Russia Today" auf Deutsch: kurze Röcke, "unabhängige Journalisten"

Jasmin Kosubek sieht sich als Enthüllungsjournalistin. Sie hat eine Sendung auf „Russia Today“.
Bild: Screenshot: rtdeutsch

Den Propaganda-Kanal „Russia Today“ gibt es jetzt auch auf Deutsch. Wir haben mal reingeschaut, was "Enthüllungsjournalistin" Jasmin Kosubek zu berichten weiß.

Dies ist ein Text für all jene, die behaupten, in Deutschland gebe es keine objektive Berichterstattung über Wladimir Putin. Sie werden sich freuen, dass es den Sender Russia Today endlich auch auf Deutsch gibt. Zwar nur im Internet, aber immerhin.

Dort dürfen nun verurteilte DDR-Spione und gefeuerte Ex-Journalisten munter Verschwörungstheorien verbreiten. Das ist teilweise so bizarr, dass es sogar einen gewissen Unterhaltungswert hat. Nur Vorsicht: Objektiv ist auf Russia Today rein gar nichts.

Ehemalige DDR-Spitzel als Deutschlandexperte

Als wir ins Programm schauen, stoßen wir als Erstes auf ein Interview mit Rainer Rupp. Der war als DDR-Spitzel „Topas“ einmal eine ganz große Nummer. Manche behaupten sogar, dass er Anfang der 80er Jahre einen Atomkrieg verhindert hat.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Dementsprechend beeindruckt ist Moderatorin Jasmin Kosubek. Die junge Frau hat eine eigene Sendung. Die heißt „Der fehlende Part“ und verspricht uns, das zu zeigen, „was andere nicht zeigen“.

Zumindest das stimmt. Und nun begrüßt sie also Rainer Rupp. „Sie sind ein Agent, ja, ganz genau“, sagt die Moderatorin fröhlich – und ein bisschen ehrfürchtig. Das Eis ist gebrochen. Und Kosubek legt sogar noch einen drauf: „Es könnte mir keiner besser erzählen, was in Deutschland gerade passiert“, sagt sie und lächelt ihr Lächeln. Rupp schwadroniert dann ein bisschen über den Überwachungsstaat. Mit Überwachung kennt er sich ja aus.

Russia Today: Kurze Röcke und "unabhängige Journalisten"

Weitere Gäste der Moderatorin, in deren Garderobe offenbar nur ganz besonders kurze Röcke zur Verfügung stehen: Ihr Kollege Ivan Rodionov, der sich als unermüdlicher und skurriler Putin-Propagandist schon in vielen Talkshows einen Namen gemacht hat. Und ein smarter Typ namens Ken Jebsen. Der hatte mal eine Radiosendung beim rbb. Dann wurde er gefeuert. Dem Sender waren seine Verschwörungstheorien wohl zu blöd geworden. Außerdem gab es Antisemitismus-Vorwürfe gegen ihn.

Kosubek kündigt Jebsen in Russia Today Deutschland als „unabhängigen Journalisten“ an. So kann man das natürlich auch sehen...

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Migranten aus Mittelamerika haben Tijuana an der Grenze zu den USA erreicht und dort Notunterkünfte gefunden. Foto: Kyodo
Flucht vor der Armut

Tijuana bereitet sich auf Ankunft weiterer Migranten vor

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen