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Studentenunruhen
26.05.2009

Wirbel um Kurras IM-Tätigkeit

Kurras

Karl-Heinz Kurras hatte einfach nur Glück. 19 Jahre lang interessiertesich niemand für den heute 81-jährigen Berliner Polizeibeamten im Ruhestand, der am 2. Juni 1967 den Studenten Benno Ohnesorg erschoss und IM war.

Von Martin Ferber

Berlin - Karl-Heinz Kurras hatte einfach nur Glück. 19 Jahre lang interessierte sich niemand für den heute 81-jährigen Berliner Polizeibeamten im Ruhestand, der am 2. Juni 1967 den Studenten Benno Ohnesorg erschoss.

Kein Wissenschaftler, kein Historiker und kein Journalist stellte jemals bei der Stasi-Unterlagenbehörde einen Antrag auf Akteneinsicht. Auf die Idee, der Westberliner Polizist könnte Inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Stasi und sogar Mitglied der SED gewesen sein, kam einfach niemand. Zu abwegig erschien der Gedanke, der Auslöser der Studentenunruhen habe im Sold des SED-Staates gestanden.

So schlummerte die Akte Kurras 19 Jahre unentdeckt in den Archiven der Birthler-Behörde. Bis zwei Historiker aus dem Hause von Marianne Birthler, der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, untersuchten, warum die Ostberliner Polizei im Kalten Krieg überraschend gut über Vorkommnisse an der Mauer und gescheiterte Fluchtversuche informiert war. Bei ihren Recherchen stießen sie rein zufällig auf die Akte Kurras, der als Mitglied einer Sonderermittlungsgruppe der Westberliner Kriminalpolizei "Verräter in den eigenen Reihen" aufspüren und Stasi-Spitzel enttarnen sollte.

Mit ihrer Enthüllung lösten sie eine lebhafte Debatte über die Ursachen und den Verlauf der Studentenbewegung, die Rolle der DDR und die Westkontakte der Stasi aus - und auch über die Arbeit der Birthler-Behörde. Dass eine so brisante Akte dort 19 Jahre unentdeckt blieb und nur durch Zufall entdeckt wurde, nahmen manche Kritiker zum Anlass, ihr Versäumnisse und Unfähigkeit bei der Aufarbeitung der DDR-Geschichte vorzuwerfen. Die Historiker und DDR-Forscher Klaus Schroeder und Hubertus Knabe forderten sogar, die Stasi-Unterlagenbehörde aufzulösen und die Akten zur Auswertung dem Bundesarchiv zu übergeben.

Bei der Vorstellung ihres Jahresberichts wies Marianne Birthler am Dienstag in Berlin diese Vorwürfe entschieden zurück, diese Anschuldigungen seien "erstaunlich" und "rätselhaft" und "durch Tatsachen nicht gedeckt". Die West-Kontakte der Stasi würden nicht stiefmütterlich behandelt, sagte die frühere DDR-Bürgerrechtlerin, im Gegenteil, die Westarbeit des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit "hatte schon immer einen hohen Stellenwert in der Forschung und ist im Vergleich zu anderen Einzelthemen wahrscheinlich am intensivsten bearbeitet worden". Dies habe auch der wissenschaftliche Beirat der Behörde ausdrücklich bestätigt.

Birthler verwies auf die zahlreichen anderen Aufgaben, die ihre Behörde bei stark sinkender Mitarbeiterzahl zu bewältigen habe. Waren es anfangs der 90er Jahre noch über 3.200 Mitarbeiter, sind es derzeit nur noch 1740. Und es werden weiter weniger, obwohl die Zahl der Anträge auf Akteneinsicht auf über 10 000 pro Monat angestiegen sei, 2008 wurden 87.000 Anträge gestellt, 2007 sogar über 100.000. Auch die Zahl der Forschungs- und Medienanträge auf Akteneinsicht stieg binnen eines Jahres um jeweils 20 Prozent. Würde sich ihre Behörde ausschließlich auf das Forschungsthema Westarbeit der Stasi konzentrieren, so Birthler, "müssten wir alle anderen Forschungsprojekte fallen lassen". Dies aber wäre nicht im Sinne der Opfer, die die Akten bräuchten, um ein Rehabilitierungsverfahren zu betreiben oder eine Opferrente zu beantragen.

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