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Tebartz ab März in Rom

09.02.2015

Tebartz-van Elst beginnt im März im Vatikan

Tebartz-van Elst steht vor einem Neuanfang im Vatikan.
Bild: Von Erichsen, dpa

Der ehemalige Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, beginnt im März seine neue Tätigkeit im Vatikan. Der "Protz-Bischof" soll Kontakte zu Bischofskonferenzen halten.

Der ehemalige Bischof von Limburg Franz-Peter Tebartz-van Elst wird erst im März seine neue Tätigkeit im Vatikan voll aufnehmen.

Das bestätigte der Präsident des Rates für die Förderung der Neuevangelisierung, der italienische Erzbischof Rino Fisichella, dieser Zeitung.

Der 55-jährige Tebartz-van Elst wurde bereits im Dezember zum Delegaten des Rates berufen und wird für die Katechese, also die Glaubensunterweisung, zuständig sein.

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Tebartz' Aufgabe: Kontakte zu den Bischofskonferenzen

Seine Aufgabe sei es, die Kontakte zu den verschiedenen Bischofskonferenzen im Hinblick auf die Katechese zu halten. Eine vom Papst genehmigte und von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterschriebene Berufungsurkunde liegt vor und datiert auf den 5. Dezember.

Wie es aus dem Rat für die Förderung der Neuevangelisierung heißt, war Tebartz-van Elst Ende Januar bereits bei einer Konferenz mit den Europäischen Bischofskonferenzen zum Thema Katechese im Vatikan anwesend und habe am Vorstandstisch der Sitzungsleiter gesessen und einen Teil der Diskussion geleitet. Anfang Januar hatte sich der Bischof bereits bei seinem neuen Chef sowie im Staatssekretariat vorgestellt. Bis er seine Tätigkeiten in Rom voll aufnehmen kann, wird es aber noch etwas dauern.

Tebartz-van Elst spricht zwar außer Deutsch auch Englisch und Französisch. Die Amtssprache im Vatikan, Italienisch, beherrsche der Bischof aber noch nicht ausreichend. Er müsse noch einen Sprachkurs machen. Den Posten des Delegats, der zur Führungsmannschaft in der Vatikanbehörde gehört, gab es im von Erzbischof Fisichella geleiteten Rat zuvor nicht.

Neuanfang wurde aus taktischen Gründen verzögert

Zuletzt hatte es in Deutschland Spekulationen gegeben, Papst Franziskus habe sich der Nominierung entgegengestellt. Zutreffend ist aber offenbar, dass der Papst seine Mitarbeiter anwies, die Nominierung wegen der Sorge negativer Reaktionen aus Deutschland nicht sofort öffentlich zu machen.

Die Berufung soll nur im demnächst erscheinenden Amtsverzeichnis des Vatikan auftauchen. Dass für Tebartz zu gegebener Zeit eine neue Verwendung gesucht werde, hatte Franziskus Tebartz-van Elst nach dessen Rücktritt in Aussicht gestellt.

Wer sich allerdings für eine Tätigkeit des Bischofs im Rat zur Förderung der Neuevangelisierung starkmachte, ist nicht bekannt. Erzbischof Fisichella habe sich nicht persönlich um Tebartz-van Elst bemüht, heißt es.

"Verzeihen" habe eine große Rolle bei der Berufung gespielt

Im Vatikan wird darauf hingewiesen, Tebartz-van Elst sei für die neue Aufgabe im Bereich Katechese durchaus geeignet. Seine Promotion und Habilitation habe er zum Thema der Erwachsenenkatechese verfasst.

Bei der Berufung habe aber auch das „Verzeihen“ eine Rolle gespielt. „Einen Bischof kann man nicht so einfach in die Wüste schicken“, sagte ein Monsignore. Tebartz war unter anderem wegen der Baukosten für den Bischofssitz in Limburg in die Kritik geraten.

Am 7. Mai 1974 trat Willy Brandt zurück. Die Gründe für seinen Rücktritt werden bis heute diskutiert. Eiener seiner engsten Mitarbeiter wurde kurz zuvor als Spion enttarnt.
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