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Ukraine
14.06.2014

Poroschenko droht nach Flugzeugabschuss in Ostukraine mit Vergeltung

Petro Poroschenko hat den prorussischen Separatisten erneut gedroht.
Foto: Anastasia Sirrotkina/Parlamentarischer Pressedienst (dpa)

Nach dem Abschuss eines ukrainischen Militärflugzeugs beim Landeanflug im Osten der Ukraine hat Präsident Petro Poroschenko den prorussischen Separatisten mit Vergeltung gedroht.

Der Flugzeugabschuss, bei dem 49 Menschen getötet wurden, sei ein "zynischer Akt des Terrors, der bestraft werden wird", erklärte Poroschenko. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef François Hollande zeigten sich in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin "zutiefst besorgt" über die anhaltenden Kämpfe in der Ostukraine.

Maschine beim Landeanflug auf Lugansk abgeschossen

Die Maschine vom Typ Iljuschin IL-76 wurde nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums beim Landeanflug auf Lugansk von prorussischen Separatisten vom Boden aus abgeschossen. 40 Fallschirmjäger und neun Besatzungsmitglieder seien getötet worden. Das Verteidigungsministerium sprach von Schüssen aus einem großkalibrigen Maschinengewehr. Ein Sprecher der Separatisten sagte hingegen der Nachrichtenagentur Ria Nowosti, das Flugzeug sei mit einer Boden-Luft-Rakete vom Himmel geholt worden.

Aufnahmen einer Überwachungskamera am Flughafen von Lugansk zeigen einen kurzen Blitz, als das Flugzeug getroffen wurde, etwa 30 Sekunden später explodierte die Maschine beim Aufprall. Das ukrainische Militär befindet sich seit Wochen im Einsatz gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes. Insgesamt wurden dabei inzwischen mindestens 320 Kämpfer beider Seiten und Zivilisten getötet. Bei einem Angriff auf ukrainische Grenzschützer in Mariupol wurden am Samstag drei ukrainische Soldaten getötet.

Russische Panzer in der Ostukraine?

"Die Terroristen werden die angemessene Antwort erhalten", warnte Präsident Poroschenko. Er rief für Sonntag eine landesweite Staatstrauer aus. Auch der Generalsekretär des Europarats, Thorbjörn Jagland, zeigte sich schockiert von dem Angriff. Merkel und Hollande betonten in ihrem Telefonat mit Putin, es sei wichtig, die Voraussetzungen für eine Deeskalation in der Region zu schaffen. Beide Politiker unterstrichen die Bedeutung eines baldigen Waffenstillstands in der Ukraine.

Die Nato veröffentlichte unterdessen Fotos mutmaßlicher russischer Panzer im Osten der Ukraine. Nach Angaben aus Kiew seien drei Panzer und mehrere gepanzerte Fahrzeuge auf ukrainisches Staatsgebiet vorgedrungen und in der Region Donezk gesichtet worden, teilte die Militärallianz in Brüssel mit. Nach der ukrainischen Regierung hatte auch die US-Regierung Russland am Freitag vorgeworfen, Panzer in das Nachbarland geschickt zu haben. Moskau beschuldigte seinerseits die Ukraine, mit zwei Panzern die Grenze passiert zu haben.

Russland setzt Ukraine im Gasstreit unter Druck

Bewegung zeichnete sich derweil im Gasstreit zwischen Kiew und Moskau ab. Die Ukraine wird seit Wochen von Russland mit der Drohung unter Druck gesetzt, sie könne nur neue Gaslieferungen erhalten, wenn alle ausstehenden Schulden umgehend beglichen würden. Ein Ultimatum Russlands dazu läuft am Montag ab. Moskau sagte jedoch nach Angaben aus Kiew "vorläufig" zu, an weiteren Verhandlungen zu dem Thema am Samstag teilzunehmen. EU-Kommissar Günther Oettinger kündigte an, nach Kiew zu reisen.

Am Mittwoch waren Verhandlungen unter EU-Vermittlung in Brüssel gescheitert. Den zuletzt vom russischen Staatskonzern Gazprom angebotenen Preis für Gaslieferungen lehnt die Regierung in Kiew als zu hoch ab. Wird die Zahlungsfrist am Montag nicht eingehalten, will Moskau den klammen Nachbarstaat nur noch gegen Vorkasse mit Gas beliefern. Ein Lieferstopp Russlands hätte auch Auswirkungen auf mehrere EU-Staaten. afp/AZ

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