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Vatikan
30.06.2014

Ist Papst Franziskus krank?

Papst Franziskus musste zuletzt Termine absagen. Nun gibt es Spekulationen über seinen Gesundheitszustand.
Foto: Angelo Carconi (dpa)

Weil Papst Franziskus Termine absagte, werden Gerüchte über seine Gesundheit gestreut. Oder steckt etwas ganz anderes dahinter?

Auf bis zu 34 Grad werden die Temperaturen in den kommenden Tagen in Rom steigen. Für Kinder und ältere Menschen ist der Sommer in der italienischen Hauptstadt mit seiner drückenden Hitze eine Last. Das gilt auch für den Papst. So kann man es erklären. Franziskus wird bald 78. Kein Wunder also, dass er bereits zum dritten Mal im Juni kurzfristig Termine absagte.

Beobachter wurden erstmals hellhörig, als Franziskus an Fronleichnam nicht zu Fuß an der traditionellen Prozession teilnahm. Und auch als er am Freitag im letzten Moment seinen Besuch in der römischen Gemelli-Klinik absagte, stutzten einige. Ist der Papst krank?

Vatikan: "Plötzliches Unwohlsein" beim Papst

Die Antwort aus dem Pressebüro des Heiligen Stuhls folgte prompt. „Es gibt keinen Grund, sich über die Gesundheit des Papstes Sorgen zu machen“, sagte Pressesprecher Pater Federico Lombardi. Der Grund für die Absage am Freitag sei nur ein „plötzliches Unwohlsein“ gewesen. Die Spekulationen waren damit selbstverständlich nicht beendet. Die Physis des Papstes ist schon lange ein heiß diskutiertes Thema.

Angeblich hatten konservative Kräfte schon vor seiner Wahl Gerüchte über die vermeintlich angeschlagene Gesundheit des damaligen Kardinals gestreut, um seine Wahl zu verhindern. So wurde gemunkelt, er habe seit einer Lungenentzündung in der Jugend nur noch einen Lungenflügel. Bekannt ist außerdem, dass er Knochenprobleme hat. Daher rühren offenbar seine Schwierigkeit, in die Knie zu gehen, sowie seine Treue zu den weltberühmt gewordenen Orthopädieschuhen.

„Wo endet ein Papst?“

Seit einigen Tagen werden dennoch scheinbar zweitrangige Gegebenheiten in neue Zusammenhänge gestellt. Beachtung finden plötzlich sogar Worte, die Franziskus im Gespräch mit Jugendlichen in den Mund genommen haben soll. „Wo endet ein Papst?“, fragte er. „Hier, im Grab.“ Voreilige Interpreten sagen, Franziskus halte sich nicht nur einen Rücktritt im Stile seines Vorgängers offen, sondern sei bereits auf ein nahes Ende fixiert.

Doch es gibt auch eine ganz andere Lesart, die zumindest die letzte Terminabsage erklärt. Die Gemelli-Klinik geht auf die einflussreiche Toniolo-Stiftung zurück. Deren Präsident ist der Erzbischof von Mailand, Kardinal Angelo Scola. Er taucht immer wieder als Protagonist in Berichten über politische Mauscheleien in Italien auf. Warum also sollte Franziskus, der beinahe täglich gegen Karrierismus, Korruption und Vetternwirtschaft predigt, Scola eine Ehre erweisen? Und das bei dieser Hitze ...

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