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Verteidigungsministerin: AKK geht voll ins Risiko

Verteidigungsministerin: AKK geht voll ins Risiko
Kommentar Von Gregor Peter Schmitz
16.07.2019

Annegret Kramp-Karrenbauer übernimmt das Verteidigungsministerium. Ein nachvollziehbarer Schachzug - aber auch ein ungemein gefährlicher.

Je länger man über die Personalie nachdenkt, desto weniger verwunderlich wirkt diese Personalentscheidung: als neue Bundesverteidigungsministerin kann Annegret Kramp-Karrenbauer ihrer ins Straucheln geratenen Karriere als Kanzlerinnen-Nachfolgerin neues Leben einhauchen.

Das Verteidigungsministerium ist die ideale Vorbereitung für das Kanzleramt

Kaum ein anderes Kabinettsamt verlangt so viel internationale Vernetzung und strategisches Denken, beides ideale Vorbereitung und Voraussetzung für den noch wichtigeren Job im Bundeskanzleramt. Zugleich zeigt der aktuelle weitere Karriereweg von Vorgängerin Ursula von der Leyen auch, als wie wichtig - und gewichtig - dieses Ministeriumsamt etwa im Ausland wahrgenommen wird. Zuletzt bespielt AKK in diesem Ressort eine Domäne, die gerade dem für sie so wichtigen konservativen Flügel der Union wichtig ist.

AKK konnte nicht länger warten

Zugleich zeigt die überraschende Entscheidung aber auch, dass die vorgesehene Macht-Übergabe in der Union nicht wie geplant funktioniert hat. Eine Profilierung ohne Kabinettsposten wäre für AKK denkbar gewesen bei einer raschen Übernahme von Merkel. Die scheint nun verschoben, Angela Merkel will offensichtlich bis Ende ihrer Amtszeit Bundeskanzlerin bleiben. So lange konnte AKK nicht mit ihrer Schwebepartie weiter machen.

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Daher muss sie nun ins Kabinett – und noch dazu in ein zwar aussichtsreiches (siehe oben), aber zugleich auch ein ungemein gefährliches Ministerium, wo Skandale buchstäblich hinter jeder Vorlage lauern. AKK geht voll ins Risiko. Auch weil sie es muss.

Lesen Sie dazu auch: Neue Verteidigungsministerin: "AKK macht sich vollends unglaubwürdig"

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17.07.2019

Was heißt "geht voll ins Risiko"? Wer Kanzlerin in Deutschland werden will, sollte auch in der Lage sein, dieses Ministerium zu managen. Als Kanzlerin werden ganz andere Herausforderungen auf sie zukommen, daran sollte sie sich besser schon heute gewöhnen. Zum anderen ist diese Entscheidung vermutlich AKKs letzte Chance auf's Kanzleramt. Hätte sie jetzt wieder zurückgezogen, wäre der Weg für Merz wohl frei gewesen. Aber auch so werden die in der Union noch nicht aufgeben, die der Ansicht sind, dass es nun endlich mal Schluss sein muss mit der Herrschaft der Frauen.

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17.07.2019

Die politischen Volten der AKK und ihre persönliche Glaubwürdigkeit sind das Eine. Wir halten aber fest, dass sie als Vorsitzende ihrer Partei einen miserablen Job abgeliefert hat.

Und gerade weil das so ist, glaubt man wohl, sie auf die leidgeprüfte Bundeswehr loslassen zu können, ja müssen.

Daraus spricht die praktisch grenzenlose Verachtung der ernennenden Kanzlerin und eben auch der AKK, diesem Land gegenüber. Wie seit vielen Jahren wird politisch dilettiert und eine CDU-Vorsitzende ins Kanzleramt gehievt, die nunmehr ihre zur Verfügung stehende Zeit teilen muss: in Parteivorsitzende und Verteidigungs-Ministerin.

AKK, die es gerade noch vehement abgelehnt hat, Mitglied im Kabinett zu werden.

Ja, einer ihrer Vorgänger hatte sich selbst in diesem Amt Lehrling bezeichnet. Was in der Zeit der Kanzlerin als Verteidigungsminister auf uns losgelassen wurde: in der Summe 5 Minister. Und dann schaue man bitte auf die erbärmliche Einsatzfähigkeit dieser heruntergewirtschafteten Truppe: unterirdisch.

Das Amt wurde zu Profilierungszwecken umgestaltet, zum Schaden dieses Landes.

Diese Kanzlerin hat aus ihrer Vergangenheit nichts gelernt. Und AKK ist nunmehr Ministerin-die sie nicht sein wollte. Zur Abwehr eines, z.B., Spahn.

Unterirdische Sandkasten-Spiele nicht mehr ernst zu nehmend.

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