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Großbritannien

16.04.2015

Wahlkampf gegen Cameron: Miliband erhält Unterstützung von Tony Blair

Ed Miliband fordert David Cameron bei der Wahl zum Premierminister heraus. Dabei erhält er prominente Unterstützung.
Bild: Stefan Rousseau, afp

Erst kurz vor der Wahl kommt Camerons Herausforderer Ed Miliband in die Gänge. Nachdem er beim Wahlkampf lange patzte, griff ihm Ex-Premier Tony Blair nun unter die Arme.

Ed Miliband will Premierminister werden. Endlich glauben ihm das auch die Briten. Der Vorsitzende der Labour-Partei ist drei Wochen vor der Parlamentswahl am 7. Mai im Wahlkampf angekommen. Und für ihn geht es nicht nur darum, das Programm seiner Partei zu verkaufen. Er muss sich vielmehr selbst verkaufen. Um die Personalie Miliband drehen sich seit Monaten die Debatten, selbst in den eigenen Reihen trauten ihm viele nicht zu, als künftiger Premier in die Downing Street Nummer 10 einzuziehen und damit den konservativen Amtsinhaber David Cameron abzulösen.

Der etwas steif und intellektuell wirkende Politiker komme bei einem Großteil der Wähler nicht volksnah, nicht authentisch genug an. Er rede seltsam und sehe merkwürdig aus, heißt es. Ein Fernsehmoderator fragte ihn kürzlich, ob er nicht ein Nord-Londoner Freak sei.

Miliband hat mit seinem Image zu kämpfen

Um das Image des 45-Jährigen aufzupolieren, wurde vor einigen Monaten sogar Barack Obamas ehemaliger Wahlkampfberater nach London geholt. Miliband ringt unaufhörlich damit, dass seine sozialdemokratische Labour-Partei größere Popularität genießt als der Oppositionsführer selbst. Der Machtkampf um die Parteispitze vor fünf Jahren gegen seinen älteren Bruder David trug zu dem Ruf bei. Einige Briten werfen Ed Miliband noch immer vor, seinen eigenen Bruder eiskalt abserviert zu haben.

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Hinzu kam, dass der ehemalige Journalist patzte, wo sich ihm die Möglichkeit bot. Seine Annäherungsversuche ans einfache Volk gingen meistens schief. Als er etwa öffentlichkeitswirksam einen Hamburger essen wollte, stellte er sich derart ungeschickt an, dass das ganze Land lachte. Und auf dem letzten großen Parteitag von Labour wurde er zum Gespött, als er in seiner Rede die Themen vergessen hatte, die als wahlentscheidend galten: das Haushaltsdefizit und die Einwanderung.

Wahlkampfhilfe von Ex-Premier Tony Blair

Kürzlich überraschte Miliband dann bei einem indirekten TV-Duell mit Cameron Beobachter und Kommentatoren mit einem selbstbewussten und angriffslustigen Auftritt. Aber erst als er diese Woche das Wahlprogramm von Labour in Manchester vorstellte, nahm man ihm den Staatsmann tatsächlich ab. Er patzte nicht. Er ließ keine Kernpunkte aus. Er gab sich souverän.

Der von der konservativen Presse als „Roter Ed“ bezeichnete Politiker erhielt nun auch Wahlkampfhilfe des Ex-Premiers Tony Blair, auch wenn das Verhältnis der beiden als kühl gilt. Nicht alle freuten sich über Blairs Einmischung. Schließlich ist er aufgrund der Beteiligung am Irak-Krieg bei vielen Briten in Ungnade gefallen.

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