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Wenn es je europäische Solidarität gebraucht hat, dann nun

Wenn es je europäische Solidarität gebraucht hat, dann nun
Kommentar Von Gregor Peter Schmitz
01.04.2020

Gerade EU-Länder mit eher geringer Schuldendisziplin rufen schon lange nach europaweiten Staatsanleihen. Kritiker wettern. Doch Eurobonds sind nicht per se böse.

Nun wollen sie doch nur wieder an unser Geld! So lautet der Reflex bei denen, die gegen sogenannte „Corona-Bonds“ wettern - europaweite Staatsanleihen also, die auch schon während der Eurokrise als Eurobonds im Gespräch waren.

Ganz unrecht haben diese Stimmen nicht: Natürlich rufen gerade EU-Länder mit eher geringer Schuldendisziplin schon lange nach diesem Instrument. Ebenso richtig ist aber, dass diese gerade Grund zum Rufen haben: Corona stellt sie vor unerhörte ökonomische Herausforderungen. Wenn es jemals europäische Solidarität gebraucht hat, dann nun.

Eurobonds in der Corona-Krise: Ein Kollaps von Teilen Europas wäre teuer

Eurobonds sind nicht per se böse, sie könnten notleidenden Staaten günstigere Kreditzinsen sichern, Kapitalmärkte erschließen, den Euro auf Augenhöhe mit dem Dollar heben. Sie bergen aber Gerechtigkeits- und Anreizrisiken, daher die scharfe Debatte. Klüger wäre, erst auf Instrumente wie den gut gefüllten Stabilitätsfonds ESM zurück zu greifen. Reicht das nicht, sollten Eurobonds aber eine Option bleiben. Denn ein Kollaps von Teilen Europas wäre teurer. Eine Rückkehr zur (dann dramatisch aufgewerteten) D-Mark für uns Deutsche übrigens auch.

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Lesen Sie dazu auch: CDU-Europapolitiker Brok: Deutsche Zustimmung zu Euro-Bonds möglich

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02.04.2020

Europa ist nur als Wirtschaftsblock mit Russland erfolgreich und überlebensfähig. Das wird aber von den USA, England und Co. nicht gewollt. Solange innerhalb den Europäischen Staaten keine Solidarität herrscht, gilt der Schlachtruf: "Oh Herr, lass Verstand regnen, Platsch, wieder daneben".

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02.04.2020

"Die Bonitätsprüfung wurde nicht von der Regierung abgeschafft. Sondern Banker gaben ohne klassische Bonitätsprüfung Kredite an Immobilienerwerbern. "

Dann lesen wir doch mal nach!

"Im Jahre 1992 verabschiedete die Regierung das Gesetz Federal Housing Enterprises Financial Safety and Soundness Act, welches Fannie Mae und Freddie Mac dazu befähigte, verstärkt Geringverdienern den Zugang zu Hypothekenkrediten und damit zu einem Eigenheim zu öffnen. Um dies zu erreichen sollten beide
Institutionen zunehmend die Hypotheken dieser Schuldner von den Hypothekenbanken aufkaufen. Mit dem Gesetz verbunden waren Zielerreichungsquoten im
Bereich von a) Familien mit geringem und bescheidenem Einkommen (low- and
moderate-income LMI), b) Familien die zusätzlich zu den Kriterien von a) aus Gebieten mit niedrigem Einkommen stammen und c) Familien mit sehr geringem Einkommen. Die Einhaltung der Quoten wurde von dem U.S. Department of Housing
and Urban Development (HUD) überwacht.63 In den folgenden Jahren wurden die
Zielerreichungsquoten sowohl unter der Regierung Clinton, als auch unter der späteren Regierung Bush immer wieder erhöht und erreichten unter Letzterem einen Höchststand."

Quelle
"https://epub.sub.uni-hamburg.de//epub/volltexte/2011/7326/pdf/WHL_Schrift_Nr_25.pdf"

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02.04.2020

Üblich ist in den USA zwar eine Abfrage des "Credit Score", ähnl. der Schufa-Abfrage hier.
Eine gesetzlich vorgeschriebene Bonitätsprüfung vor Kreditvergaben gab und gibt es in den USA nicht.
Deshalb konnte sie auch die Regierung nicht abschaffen. Die Kreditgeber handelten schon auf eigenes Risiko.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/immobilienkrise16.html

"In dieser Situation traten willige Geldgeber auf den Plan: Immobilienfinanzierer und Regionalbanken verliehen viele Milliarden Dollar an Kreditnehmer mit zweifelhafter Bonität. Diese zweitklassigen Hypothekendarlehen – so genannte Subprime Loans – waren in der Regel teurer als herkömmliche Darlehen, dafür wurde großzügig darüber hinweggesehen, wenn Schuldner über wenig oder gar keine Sicherheiten verfügten. Für deutsche Verhältnisse unvorstellbar: Nicht wenige Häuser wurden ohne einen einzigen Cent Eigenkapital finanziert. Die Blase platzte 2006: Nach Jahren ungebremsten Baubooms hatte einerseits das Angebot an Immobilien die Nachfrage überholt und die Häuserpreise gingen wieder nach unten. Andererseits sorgten die nach und nach steigenden Zinsen bei vielen Hausbesitzern für ein böses Erwachen.
. . .
Mit steigenden Zinsen wurde es für viele Hausbesitzer schwieriger, ihre Kredite zu bedienen. Viele Hypotheken platzten. In diesen Strudel gerieten schnell diejenigen, die den Kreditnehmern das Geld leichtfertig geliehen hatten – die Hypothekenfinanzierer, unter ihnen auch Schwergewichte der Branche . . .

https://www.focus.de/immobilien/finanzieren/usa_aid_50358.html

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02.04.2020

"Die Kreditgeber handelten schon auf eigenes Risiko."
Durch den Verkauf der Hypotheken wurde die heiße Kartoffel immer weiter gereicht. Die letzten haben sich dann die Finger verbrannt. Wenn es das Gesetz nicht gegeben hätte, Risiken weiter zu reichen und sozialistische Quoten zu erfüllen, dann hätten die Kreditgeber das Risiko gehabt und hätten niemals diese Kredite vergeben. Die Gewinne hatten die Kreditvermittler, die Risiken wurden sozialisiert. Das Gesetz war gut gemeint. Das ist aber das Gegenteil von gut gemacht.

Das aktuelle Gesetz, welches Dauerschuldverhältnisse außer Kraft setzt, wird ein weiteres Fiasko. Diese Regierung schafft in kürzester Zeit, wozu Venezuela 12 Monate gebraucht hat.

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03.04.2020

Haben Sie es richtig durchgelesen? Es wurden bestimmte Mittel zur Verfügung gestellt und die beiden Institutionen durften freier Geld vergeben (2,5 % statt 4 % Eigenkapital). Keine Bank wurde gezwungen Hypotheken zu vergeben.
Der Grund für die Finanzkrise war nicht Sozialismus sondern eine ungebremste Gier bei Bankern. Gerade weil Geld hin und her verschoben wurde und letzlich faule Pakete geschnürrt wurden, nachdem alles rausgepresst war.

Ihr Gesetz zu Aufhebung von Dauerschuldverhältnisse gibt es so nicht. Es wird weder Mieten noch Pachten aufgehoben. U.U. soll nicht einfach für die Corona-Zeit gekündigt werden dürfen. Unter bestimmten Bedingungen. Das dies zum Mißbrauch einlädt ist klar. Im Gegenzug ist eine Kündigung auch nicht ganz so einfach udn hat oft negative fiannzielle Folgen für beide Seiten. Und die meisten Vermieter/Mieter werden miteinander reden. Schließlich haben beide bei einer Kündigung oft viel zu verlieren.

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03.04.2020

@HARALD V
"Keine Bank wurde gezwungen Hypotheken zu vergeben.
Der Grund für die Finanzkrise war nicht Sozialismus sondern eine ungebremste Gier bei Bankern."

Ja genau. Zuerst geb ich Ihnen den Schlüssel zum Tresor, sag ihnen sie können nehmen soviel sie wollen. Es darf auch noch mehr sein und wenn alle merken das Geld fehlt, schreie ich "haltet den Dieb". Sehr lustig.
Dieses Gesetz war letztlich nichts anderes, als die Lizenz zum Geld drucken auf Kosten anderer. Die Papiere wurden dazu noch mit AAA verschönert und Investoren in der ganzen Welt sind darauf hereingefallen. Der Film "The Big Short" zeigt das sehr schön.

https://www.anwalt.de/rechtstipps/corona-krise-befristete-gesetzesaenderungen-fuer-verpflichtungen-aus-dauerschuldverhaeltnissen_165344.html

Das ist doch erst der Anfang. Sie glauben doch nicht wirklich, dass irgendjemand noch seinen Verpflichtungen nachkommen wird, wenn sich das erst herumgesprochen hat. Mit dem Hinweis auf Corona kann ich jede Zahlung verweigern, die aus einem laufenden Vertrag bestehen. Diese Befristung wird sehr bald unbefristet sein. Das zerstört die Marktwirtschaft vollends.

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03.04.2020

Bei Lehman Brother herrschte die ungebremste Gier (auf schnelles) und wurde von der Führung sogar gefordert. Wer nicht mitmachte flog.
Und entsprechend den Marktgesetzen wurde für faule Kreidte mehr Zinsen verlangt. Mehr Redite, mehr Risiko. Das W des Gewinns auch genannt. Lehman Brother hat sehr hoch gepokert und verloren. Sie wurden aber nicht gezwungen hoch zu pokern. Genauso wie die vielen privaten Anlegern, die sich die Sachen aufschwätzen haben lassen. Es sollte jedem klar sein, je höher die Rendite, umso eher ist das Geld weg. Egal ob eine AAA-Wertung vorliegt oder nicht.
Deshalb wurden als Lehre darauf Regulierungen (in geringen Umfang) getroffen. Die aber gerade wieder über Bord geworfen werden,. Weil sie den freien Markt behindern.

Wenn sie meinen, dann ist Corona der Beginn der sozialistischen Weltrevolution. Na wenn da Stalin, Lenin und Mao nicht auf Corona neidisch werden.

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03.04.2020

@ NICOLA L.

"Das zerstört die Marktwirtschaft vollends."

Wenn es dazu führt, dass einfache Handwerker, Friseure, der Eckkneipier, der Bäcker, Metzger, Kleingewerbetreibende oder Gemüsehändler wieder eine Überlebenschance und ein Auskommen haben - der Miethai und Bodenspekulant aber nicht mehr ganz so gut schläft ist die Regierung auf einem guten Weg. Egal, ob Sie es Sozialismus, Kommunismus oder - was ich für zutreffender hielte - ganz einfach eine vernünftige Politik im Sinne des viel gepriesenen Mittelstandes nennen.

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02.04.2020

Hallo Nicola L. ,

Ihr Einwand
"Danach kommt hoffentlich wieder das westdeutsche Modell der sozialen Marktwirtschaft zum tragen. Alles andere führt in die Unfreiheit "

ist vollkommen richtig !

Allerdings werden bestimmte Generationen -nach Einführung eines sozialistisch/kommunistischen System- die Rückkehr zur Freiheit nicht (mehr) erleben .

Es hat im ganzen Ostblock ja 45 Jahre gedauert , in der Sowjetunion über 80 Jahre -wobei dort auch heute eine Mafia-Clique herrscht, welche sich nur nicht mehr "Kommunisten" nennt !

Oder Venezuela ! Kuba (dort leben die meisten
Menschen weiterhin in Armut - trotz der kommunistisch gesteuerten und überwachten Öffnung) Vietnam , Nordkorea ! China !

Viele viele Menschen - in sozialistischen Systemen lebend - erfahren nie eine Veränderung , weil die Kommunisten für sich mit Brutalität die Macht erhalten oder weil die Menschen ableben, bevor das System stürzt .

Was hat das mit der Corona-Krise zu tun ?

Die , aufgrund der medizinischen Notwendigkeiten zur Eindämmung absolut notwendigen , in Wahrheit ja sehr harmlosen, milden , zeitlich ringegrenzten , von eindeutig demokratisch gesinnten Politikern verfügten "Beschränkungen" von Grundrechten wird jetzt - schon nach 2 Wochen - völligst grundlos angefeindet.

Von naseweisen Journalisten und Bürgern , die glauben , besser informiert und klüger zu sein .

Mich würde interessieren , ob dieselben Damen und Herren sich auch so "scheinbar tapfer" und "unveränderlich feiheitsliebend" zeigen würden - würde der Sozialismus hier Einzug halten ?!

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02.04.2020

Wir dürfen uns eben nicht erzählen lassen, es sei alles alternativlos. Wir brauchen wieder Politiker, die auch aus der Wirtschaft kommen, Berufserfahrung haben und nicht nur Beamte, Anwälte oder Studienabbrecher welche eine opportunistische Parteikarriere anstreben. Das Element der direkten Demokratie, nach Schweizer Vorbild, halte ich für überlebenswichtig. Wenn die Wirtschaft und das Land am Boden liegen, dann sind es seine Bürger, die es in die Hand nehmen müssen.

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02.04.2020

Ich meinte natürlich nicht nur den sehr geehrten Herrn Kamm , sondern auch seinen Vorredner , Herrn Georg Kr. - dem Herr Kamm allerdings offenbar haltlos applaudiert .

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02.04.2020

Sehr geehrter Herr Kamm , jetzt übertreiben Sie bitte nicht so "schamlos" (edit/mod/unterlassen Sie bitte Unterstellungen und kommentieren einfach sachlich. Danke!)

Tatsache ist , daß die EU von Anfang ein von Natur aus zum Scheitern verurteiltes "Projekt -war, welches maßgeblich auf die Franzosen und Mitterand zurück geht .

Gerade Frankreich wollte damit seinen europäischen Fuhrungsanspruch zementieren .
(Warum etwa ist die zweite. Amtssprache in Brüssel "Französisch" ? Warum nicht Italienisch oder Spanisch ?)

Der Euro ist und war immer eine politische Währung gewesen - keine Wirtschaftswährung !

Die Umformung der EG (! Es wird heute immer vergessen/bewußt unterschlagen , daß es schon eine Europäische Gemeinschaft gab , die auch gut funktionierte) zur EU und die Einführung des Euro gehen auf die Angst der Franzosen - das neu vereinigte , wirtschaftlich übermächtige Deutschland könne politisch wieder abdriften - zurück .
Daher diese Zwangsklammern , die vorallem Mitterand haben wollte und ohne die er die Zustimmung zu Einheit nicht gegeben hätte .


Was hat das jetzt mit der Corona-Krise zu tun ?

Die EU versagt völligst , wenn man diese Institution braucht ( wie bei der Flüchtlingskrise) !

Die - übrigens auch in Europa viel geschmähte NATO erbringt mehr Transport-, Organisations- und Medizinische Unterstützungsleistung über ihre -für Katastrophenfälle zuständige- Unterorganisation !
(übrigens für unsere USA/NATO-Hasser : von dieser Katastrophenorganisation darf auch Rußland profitieren und diese in Anspruch nehmen !)

Daß manche sich nun bezüglich der "Corona-Bonds verweigern (ich bin hier ausdrücklich ,anders als sonst , einmal dafür) liegt an der EU und am Euro - an der Vorgeschichte des letzen Jahrzehnts und den so ungemein unterschiedlichen fiskalischen Lebenseinstellungen der eben von Grund auf unterschiedlichen Länder in Europa !

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02.04.2020

Da will der eine von jedem Hunderter 5 Euro abschneiden. Die andere verkündet bereits, dass "wir" nächstes Jahr eine neue Währung haben werden, eine weitere sieht die Verursacher allen Übels, die chinesische KP, auf Einkaufstour nach "Formen" und findet, dass irgendwas "fiskalisch nicht zusammen passt". Neben den chinesischen Kommunisten sind natürlich "sozialistische Eingriffe der Notenbanken und Euro-Staaten" schuld an der Tragödie.

Wer es fassen kann, der fasse es. Sollte mir einiges durcheinander geraten sein, bitte ich um Nachsicht - es sind inzwischen einfach zu viele Ideen und Infos im Diskurs.

Mein großer Dank gilt dem Allmächtigen, weil er bislang verhinderte, dass die hier versammelte Geisteskraft Einfluss auf politische Entscheidungen gewinnen konnte.

Das ist mir schon mal ein Stossgebet wert - wenn's nicht so weit nach Altötting wäre, auch die eine oder andere Kerze.

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02.04.2020

>>Mein großer Dank gilt dem Allmächtigen, weil er bislang verhinderte, dass die hier versammelte Geisteskraft Einfluss auf politische Entscheidungen gewinnen konnte.<<

Danke, ja!

Raimund Kamm

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02.04.2020

Jetzt werden Sie mal nicht sentimental. Alle sozialistischen Bestrebungen sind früher oder später zum Scheitern verurteilt. Sozialismus widerspricht der Freiheit des Individuum. Das läßt sich nicht mit mehr Geld heilen. Die Geldentwertung ist nur noch eine Frage der Zeit. Danach kommt hoffentlich wieder das westdeutsche Modell der sozialen Marktwirtschaft zum tragen. Alles andere führt in die Unfreiheit und Armut. Für manche linke Romantiker ja erstrebenswert.

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02.04.2020

@ NICOLA L

Falls Sie's noch nicht gemerkt haben - derzeit steht nach zirka 10 Jahren erneut der Kapitalismus vor dem Scheitern. An den Folgen der letzten Rettung der Bankster-Zockerbande durch den "sozialistischen" Staat Bundesrepublik zahlen die kleinen Leute durch Weginflationierung ihrer paar Spargroschen noch heute. Geändert hat sich nicht viel. Ein weiteres Mal wird das so nicht akzeptiert werden.
Vorerst ganz leise hört man schon das Totenglöcklein für den globalen Turbokapitalismus läuten.

Lassen sie mich auch einmal eine Hypothese wagen: Nach dieser Krise werden wir eine wirtschaftliche Depression riesigen Ausmaßes mit explosionsartiger Vergrößerung der Staatsschulden in den westlichen Industrieländern erleben, der nur mit einschneidenden Maßnahmen begegnet werden kann, ähnlich rigoros wie Präs. Roosevelt mit seinem "New Deal" (= Neuverteilung der Karten im Kartenspiel) die große Krise der USA in den 30er Jahren anging.

Einige Kernpunkte von damals:
Stärkung der Rolle des Staates im Wirtschaftsprozess, Neuordnung des Bankwesens, Verringerung der Staatsausgaben u. a. durch Kürzung der Beamtengehälter, Einschränkung des Mißbrauchs wirtschaftlicher Macht, die Infrastruktur wurde ausgebaut und verbessert, starke Besteuerung hoher Einkommen, Umverteilung und sozialer Ausgleich.

1936 gewann Roosevelt die nächste Präsidentschaftswahl mit noch grösserem Vorsprung als 1932.

Nicht die Menschen dienen der Wirtschaft, die Wirtschaft hat den Menschen zu dienen.

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02.04.2020

@ Georg Kr
Mit dem Füllhorn Geld auszuschütten hat nur nichts mit Kapitalismus zu tun. Ebenso wenig die Vergemeinschaftung der Schulden und Rettung bzw. Verstaatlichung von Banken. Das sind sozialistische Elemente zu Lasten der Kleinen. Wenn Sie sich näher mit der Lehman Pleite beschäftigt hätten, wüssten Sie dass auch dort die sozialistischen Eingriffe der Clinton Regierung maßgeblich verantwortlich waren. Jeder Hauskäufer in den USA, durfte ohne größere Bonitätsprüfung ein Eigenheim erwerben. Das war Gesetz in den USA. Ein sozialistisches Element, welches direkt in den Abgrund geführt hat. Wenn heute Banken zu gleichem Handeln in der Corona Krise gezwungen werden, führt es in die nächste Bankenpleite. Aber die Politik weiß ja alles besser. Siehe Adidas. Für mich ist der Drops sowieso schon gelutscht. Jetzt hilft auch keine EZB Geld mehr. Aber sehen wir es positiv. Es besteht die Möglichkeit zur Bereinigung und einer echten Erholung der (realen) Wirtschaft nach Corona.

https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-09/lehman-finanzkrise-henry-paulson-usa

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02.04.2020

@Nicola L.
Lehman Brothers Opfer des Sozialismus. Darauf muss man erst mal kommen.

Die Bonitätsprüfung wurde nicht von der Regierung abgeschafft. Sondern Banker gaben ohne klassische Bonitätsprüfung Kredite an Immobilienerwerbern. Und verlagerten vereinfacht gesagt das Risiko über "Schuldscheine" auf Investoren. Hauptsache schnelles Geld durch "Provisionen" machen. Nach dem Motto jetzt schnelles Geld machen und danach die Sintflut. Steht auch in dem von Ihnen verlinkten Artikel klar drinnen "... auf der Suche nach neuen Einnahmequellen ...".
Das Recht eine Immobilie zu erwerben hat nichts mit Sozialismus zu tun. Sondern mit dem allgemeinen Recht Besitz zu erwerben. Wenn das Recht auf (privates) Eigentum Sozialismus ist ... ???? Dann bin ich ganz klar ein böser Sozialist. Weil in meinen Augen jeder das Recht hat Eigentum zu erwerben.
Ob man sich das leisten kann und die Bank einem das fehlende Geld vorstreckt regelt normal der Markt. Und genau das war nicht. Weil Turbokapitalisten auf schnelles Geld aus waren. Aktuell werden in den USA auf Drängen von Sozialisten, die von Beruf Banker und andere Finanzdienstleister sind, Gesetze gelockert, die eine großzügige Geldvergabe ohne sozialistische Bonitätsprüfung verhindern. Lehman Brother II ist dann nur eine Frage der Zeit. Dann darf der Staat wieder handeln /retten um den kompletten Kollaps zu verhindern ... aber wehe er regelt etwas vorher. Dann ist es sozialistischer Eingriff.

Das Problem bei Lehman war der Druck schnell viel Geld zu machen, egal was morgen ist ... genau das Gegenteil von einigen heutigen Top-Börsenwerten, wo ein Versprechen für die Zukunft / eine Vision auf viel Geld verkauft wird und aktuell nicht unbedingt Geld rausspringt. Im Gegenteil, sogar trotz Verlusten Kurssteigerungen zu verzeichnen sind.

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02.04.2020

@ NICOLA L

Wie immer bei Ihnen nur, wenn überhaupt, halbe Wahrheiten:

Die Lehman Pleite war nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und das Casino sprengte.

Warum glauben Sie denn, wurden die Banken - auch die deutschen - damals mit Steuergeldern und hoher Verschuldung der Staaten in der Folge mit anhaltender Niedrig- bis Negativzinsphase gerettet bzw. teilverstaatlicht - die Großbanken, die wegen ihrer Bedeutung (too big to fail) "systemrelevant" waren?
Ohne staatliche Eingriffe wäre das "System" damals komplett am Ende gewesen. Inkl. der vieler Altersversorgungen z. B. Selbstständiger (Lebensversicherungen). Hinzu kamen noch die indirekten Folgen - spürbar bis heute: Sparpolitik in Gesundheitswesen und Altersversorgung und Pflegeeinrichtungen, Konjunkturpakete, Streit in Europa, Nullzinsen, Immobilien- und Bodenspekulation, explodierende Mieten.
Die Flutung der Kapitalmärkte mit Geld sorgt für viel zu viel Kapital in viel zu wenigen Händen, das rund um den Globus vagabundierend nach Anlagemöglichkeiten giert.
Eine verheerende Bilanz des ungebremsten, ungeregelten Kapitalismus, der nur noch mit Staatshilfe überlebte.

Die Ursache ist der Probleme ist heute eine andere, natürlich. Doch in den Folgen (extreme Staatsverschuldung) ähnlich - nur weitaus gravierender.

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02.04.2020

Es war auch höchste Zeit so einen passenden Kommentar zu schreiben. Gut gemacht.

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02.04.2020

Wenn bestimmte politische Kreise Syrien oder Afghanistan aufbauen möchten, spricht man auch nicht von Araber-Bonds.

Warum man nun bei einem Ereignis das ökonomisch so ähnlich wie Krieg ohne Gebäudezerstörungen wirkt den Schuldenturm weiter aufbauen will ist mir ein Rätsel.

Im Grunde muss man es schon so machen, dass man von jedem 100 Euro Schein 5 Euro wegschneidet. Man darf es halt nicht so dumm liquiditätsbelastend wie von der SPD Esken vorgeschlagen machen.

Das Reichsgericht hatte 1915 schon recht, als es eine Mietminderung für eine Tanzlokal nach einer behördlichen Schließung rechtens sein kann.

Und natürlich müsste eine solche Lösung auch mit einer steuerlichen Vereinheitlichung in Europa einhergehen und die Gelder dürfen nicht in Umverteilungsprojekte gehen.

Kern des europäischen Aufbaus muss Bildung, Arbeit und Infrastruktur sein! Sozialleistungen sollten auf einen EU-weiten einheitlichen Stand gebracht werden (dann löst sich auch die Flüchtlingsverteilung von selbst).

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02.04.2020

"Vereinheitlichung in Europa" können Sie vergessen. Es geht in Richtung Re-Nationalisierung. Die Souveränität der Länder ist das wichtigste, demokratische Prinzip der EU. Wenn Sie das Haushaltsrecht wegnehmen, bleibt nur eine leere Hülle als Parlament zurück. Wenn Sie Europaweite Wahlen durchführen, gewinnt immer der Regional Proporz. Das führt in Unabhängigkeitsbestrebungen wie sie jetzt schon in Schottland, Irland, Baskenland, Katalonien usw. zu finden sind und ehemalige Länder wie Jugoslawien oder die Sowjetunion zerstört haben. Es zeigt sich mal wieder, Völker lassen sich nicht negieren und schon gar nicht unterdrücken. Auch wenn sich das noch so viele wünschen.

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01.04.2020

Die letzten Zuckungen einer gescheiterten Währungsunion. Europa wird scheitern, wenn der Euro nicht scheitert. Als Spaltpilz treten wieder die alten Konflikte vergangener Tage auf. Italien erinnert uns an die Kriegsschuld unser Groß und Urgroßeltern. Mit sozialistischen Eingriffen der Notenbanken und Euro-Staaten wurde ein Wohlstand vorgegaukelt, der rein auf Pump lief. Jetzt kommt ein kleines Virus und bringt das Kartenhaus zum Einsturz. Spätestens nächstes Jahr haben wir eine neue Währung.

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01.04.2020

"Europa wird scheitern, wenn der Euro nicht scheitert."
.
Genau so ist es! Die einzige Überlebens-Chance der EU ist es, einen Nord-€ und einen Süd-€ einzuführen.
Die nördlichen und südlichen Länder passen wirtschaftlich einfach nicht zueinander!

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01.04.2020

fiskalisch nicht zusammen passt .

Natürlich muß man sich jetzt gegenseitig helfen - auch in der kommenden Wirtschaftskrise res. Depression .

Übrigens müssen sich auch die europäischen Länder und die USA/Kanada gegenseitig helfen .

Ich vermisse in solchen Kommentarenvwie dem Ihrigen aber beständig , was denn nun gegen China getan werden soll !

Die Chinesen haben die Krise nicht nur -alleon- verursacht und zu verantworten, -nein- sie kaufen schon wieder im Ausland Formen ein !

Fast könnte man glauben , die KP in Peking hat die Krise bewußt in Kauf genommen , um den Westen wirtschaftlich und politisch zu schwächen , um weiter sn Macht zu gewinnen .

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02.04.2020

"Fast könnte man glauben , die KP in Peking hat die Krise bewußt in Kauf genommen , um den Westen wirtschaftlich und politisch zu schwächen , um weiter sn Macht zu gewinnen ."

Sie glauben doch die Verschwörungstheorien und verbreiten sie auch noch wie an mehreren Beiträgen von Ihnen zu sehen ist.

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01.04.2020

Sehr geehrter Herr Schmitz" - Ihre Warnung vor der Rückkehr zur " D-Mark" - gemeint ist dann wohl "zu den nationalen Währungen" ist wohlfeil , aber eonfach falsch !

Denn det TEuro war nie eine "Wirtschaftswährung" und auch nie in diesem Sinne konzipiert .
Der TEuro ist eine Politische Währung , um zusammen zu zwingen , was fdisjaliscj

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01.04.2020

Bei den Eurobonds würde sehr stark auf die Ausgestaltung, also auf den Wertpapierprospekt, ankommen. Jetzt rächt sich, daß die Staatschuldenquote von 60% von einigen Ländern eben nicht konsequent verfolgt wurde. Es gibt 7 oder 8 Länder deren Quote über 90% liegt und die u.a. demzufolge nicht an billiges Geld rankommen. Die wollen natürlich Euro Bonds :-)

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