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Werbeverbot für Tabak: Freiheit statt Sucht

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Kommentar Von Bernhard Junginger
03.07.2019

Ein Satz von Kanzlerin Angela Merkel bringt Schwung in eine alte Debatte: Sollte Werbung für Zigaretten ganz verboten werden? Alles spricht dafür. 

Allen mit Werbe-Milliarden von der Zigarettenindustrie unters Volk gebrachten Beteuerungen zum Trotz: Tabak schmeckt weder nach Freiheit noch nach Abenteuer und auch nicht nach der weiten Welt. Tabak schmeckt schlicht nach Tabak.

Und diesen Geschmack erkaufen sich Raucher mit erheblichen Gesundheitsrisiken. Tabakrauch führt zu Herz-Kreislauferkrankungen, schädigt Atemwege und verursacht Krebs. Um nur einige der Gefahren zu nennen, die auch für unfreiwillige Passivraucher bestehen.

Ein Tabakwerbeverbot ist sinnvoll

Ein Tabakwerbeverbot ist also sinnvoll, in vielen Bereichen gilt es zum Glück längst. Dass in Deutschland aber noch immer auf Plakaten und im Kino geworben werden darf, ist unverständlich. Denn so geht die gefährliche Botschaft, dass Rauchen cool oder erwachsen sei, auch an Kinder und Jugendliche.

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Ein Werbeverbot sollte übrigens auch für E-Zigaretten gelten, denn deren Wirkung auf die Gesundheit ist umstritten und das Suchtpotenzial scheint ähnlich groß. Zudem gibt es Hinweise, dass E-Zigaretten wie eine Einstiegsdroge zum Zigarettenkonsum führen können.

Lesen Sie zum Thema auch unseren Hintergrundbericht: Wird Tabakwerbung bald komplett verboten?  

Mehr Aufklärung über die Gefahren des Tabaks

Statt mit Werbung für Qualm überzogen zu werden, sollte die Öffentlichkeit besser über Gefahren aufgeklärt werden. Sicher, ein Verbot würde manche Kommunen durch fehlende Einnahmen aus der Plakatwerbung schmerzen. Doch der gesamtwirtschaftliche Schaden, den das Rauchen anrichtet, wiegt schwerer.

Eine Einschränkung von Freiheitsrechten würde ein umfassendes Werbeverbot jedenfalls nicht bedeuten: Wer trotz aller Risiken zu Zigarette greifen will, kann das auch künftig tun.

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Die Diskussion ist geschlossen.

03.07.2019

Ich widerspreche der Aussage von Herrn Juninger mal im Grundsatz (nicht im Einzelnen). Dass es natürlich nicht gesundheitsfördernd sein kann, sich Verbrennungsrauch in die Lunge zu ziehen, scheint klar.
Die Pauschalkeule "Krebs" u.ä. ist da schon feiner zu betrachten. Die Aussage der Gesundheitsforschung lautet: bei einem Konsum von ca. 20 Zigaretten am Tag ist eine chronische oder sogar tödliche Erkrankung anfälligkeitsabhängig - d.h., wenn der Organismus dazu neigt; bzw. genetische Schwächen aufweist. Das hört sich dann schon ganz anders an, oder !?
Bezüglich des Werbeverbots bleibt mir nur ein Schmunzeln; man denke an die Alkohol-Werbung; da wurden Weinbrände und Whiskeys aus den meisten Medien verbannt (komischerweise das Bier nicht) und die Zahl der Abhängigen und Toten stieg genreweit an.
(An dieser Stelle möchte ich auf die sinnfreie Sektsteuer, die jegliche ihrer Einführungsgründe verloren hat, und die jeder nach wie vor zahlt, hinweisen !).
Haupthinweis aber bleibt der Fakt, dass jahrzehntelang, mit den ca. 12 Mrd € (!) Tabaksteuern jährlich, die Renten gestützt wurden !

Fazit: Die ewige Verteufelung des Tabakgenusses, auf Basis wackliger Argumente, ist übertrieben - und daraus ein Werbeverbot zu schnitzen, ändert gar nichts.

[ Zusatzinfo: aus dem Auspuff eines KFZ werden vergleichsweise alle 10 Sekunden der Rauch einer ganzen Schachtel Zigaretten ausgestoßen - ergo: das Anderkreuzungstehen ist 10x so ungesund als mal eine zu rauchen ;o) ]

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