1. Startseite
  2. Politik
  3. "Wie ein angeschlagener Boxer": Horst Seehofer löst Kritik und Spott aus

Bundesinnenminister

04.08.2018

"Wie ein angeschlagener Boxer": Horst Seehofer löst Kritik und Spott aus

In seiner ersten Bierzelt-Rede seit vielen Wochen im oberbayerischen Töging am Inn hatte Seehofer seinen Kritikern eine gezielte Kampagne gegen seine Person vorgeworfen.
Bild: Armin Weigel, dpa (Archiv)

Will Seehofer den Trump machen? Nein, versichert er. Er will künftig zwar twittern - aber anders als der US-Präsident. Gleichwohl zieht Seehofer Spott auf sich.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat mit dem Kampagnen-Vorwurf an seine Gegner und seiner Twitter-Ankündigung Kritik und Spott auf sich gezogen.

SPD-Chefin Andrea Nahles forderte ihn auf, sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren: "Statt in Bierzeltreden über angebliche Medien-Kampagnen gegen ihn zu lamentieren, sollte er sich an seinen Schreibtisch setzen und die zahlreichen Probleme in seinem Zuständigkeitsbereich lösen." Im Interview des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstag) fügte sie hinzu: "Der Innenminister soll Ergebnisse liefern, statt Pseudo-Debatten über von ihm so genannte Mickey-Mouse-Probleme zu führen."

Der FDP-Fraktionsvize Michael Theurer sagte der Deutschen Presse-Agentur, Seehofer amtiere nur noch auf Abruf, um seiner CSU als Sündenbock für eine absehbare Niederlage bei der Landtagswahl im Oktober zu dienen: "Horst Seehofer schlägt wie ein angeschlagener Boxer vor dem endgültigen Niederschlag wild um sich." Er schimpfe ganz im Stil von US-Präsident Donald Trump auf die Medien, die angeblich nicht über manche seiner Wahrheiten berichteten. "Als Bundesinnenminister wäre es aber vielmehr seine Aufgabe, den Rechtsstaat einschließlich unabhängiger und kritischer Medien zu verteidigen und nicht pauschal zu verunglimpfen", sagte Theurer. "Seehofer sollte sich umgehend für diesen Fehltritt entschuldigen, um weiteren Schaden für den Rechtsstaat abzuwenden."

In seiner ersten Bierzelt-Rede seit vielen Wochen im oberbayerischen Töging am Inn hatte Seehofer seinen Kritikern eine gezielte Kampagne gegen seine Person und eine völlig unangemessene Wortwahl vorgeworfen. "Genau diejenigen, die jeden Tag dafür eintreten, dass man in der Politik Anstand und Stil zu bewahren hat, überschütten mich mit Worten und Eigenschaften und Attributen, die weit unter der Gürtellinie liegen", sagte Seehofer. "Jetzt steht also der böse Seehofer vor Ihnen - der Mörder, der Terrorist, der Rassist", sagte er mit Blick auf die Kritik an ihm zu den Besuchern, betonte aber dann: "Kampagnen, da können sie sich drauf verlassen, die beschäftigen mich nicht."

Seehofer hält erste Bierzelt-Rede 

Warum Horst Seehofer twittern will

Auch schon kurz vor seiner Rede hatte Seehofer eine "Kampagne der Medien" beklagt. Vor den mehreren Hundert Besuchern kündigte er dann an, künftig selbst den Kurznachrichtendienst Twitter nutzen zu wollen. "Ich fange wahrscheinlich Ende August selbst das Twittern an", sagte er - und begründete dies so: "Ich sehe mich jetzt gezwungen, weil manche Wahrheiten ich sonst nicht unter eine breitere Bevölkerung bekomme." Der Landtagswahlkampf in Bayern werde nun "noch etwas bereichert".

Auf Twitter selbst gab es für Seehofers Ankündigung viel Spott und Häme. Juso-Chef Kevin Kühnert etwa schrieb: "Bin ehrlich beeindruckt vom Aufwand, den er betreibt, um nach verlorener Landtagswahl und seinem #Rücktritt im Oktober dem @Markus_Soeder noch ordentlich einen einzuschenken." Die Heute-Show spottete: "Horst #Seehofer will in Zukunft twittern. Er sucht nur noch die richtige Teletextseite."

 

Der Deutsche Journalisten-Verband kommentierte: "#Seehofer kündigte gestern in einer Bierzelt-Rede an, mit Twitter zu starten weil er seine "Wahrheiten" sonst nicht "in die breitere Bevölkerung" bekomme. Aha. Bekommen wir also einen deutschen #Trump?"

 

Seehofer hatte allerdings selbst bereits eingeschränkt, er werde Twitter zwar nutzen, aber vielleicht "in einem anderen Stil" als US-Präsident Donald Trump. Dieser macht über Twitter Politik und ist für seine Twitter-Äußerungen berüchtigt. (dpa)

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

 

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

06.08.2018

Seehofers feuchte Träume:
Ab 1.Juli 2018 wird zurückgewiesen!
Wollt Ihr die totale Grenzschließung?

Seehofers ernüchternde Realitäten:
Wer immer noch der irrigen Meinung ist, Seehofer habe doch endlich etwas getan, dem möchte ich hier reinen Wein einschenken.
Seehofers mit großem Medien-Bohai angekündigter Riesen-Heißluft-Ballon ist zusammengezuzelt auf Kondom-Größe! Und jetzt auch noch das: Zahl der von Seehofer ausgehandelten Flüchtlingsabkommen = Null!

Seehofer und seine „C“SU-Kamarilla haben eine Bruchlandung auf ganzer Linie erlitten:
Zunächst hatte Seehofer - trotz Einspruch der Kanzlerin - ultimativ, alternativlose und unabdingbar landauf, landab lauthals verkündet, dass er ab 1. Juli 2018 an den Grenzen zurückweisen werde. Selbst der „C“SU-Vorstand hatte - unzuständigerweise - am 18.6.2018 die Zurückweisung ab 1.7.2018 angeordnet.
Der 1. Juli verstrich. Passiert ist gar nix!
Seehofer hatte dann nach seinem Motto - besser nix als gar nix - die neuen Transitzentren mit Residenzpflicht, „ohne Asylgehalt“ und was noch alles aus der „C“SU-Asservatenkammer an Scheußlichkeiten hervorgekramt wurde, aus dem Hut gezaubert. Auch dieser Heißluft-Ballon ist nach wenigen Tagen zusammengezuzelt auf Kondom-Größe: täglich soll eine einstellige Zahl von bereits anderweitig registrierten Flüchtlingen innerhalb von vorhandenen Räumlichkeiten der Bundespolizei innerhalb von 48 Stunden Asyl-rechtlich behandelt werden.
Und bis Anfang August wollte Seehofer eine Rücknahmevereinbarung abschließen mit Ländern wie Italien, Österreich, Griechenland, Spanien etc.
Anfang August ist verstrichen: Passiert ist wiederum nix!
Dazu passend der Seehofer-Song Nix vom Singer-Songwriter- und Gitarren-Schamanen Sigismund Rüstig:

"I bin nix, i kann nix, i hab nix,
i denk nix, i schreib nix, i sag nix,
i ess nix, i drink nix, i mag nix,
i schau nix, i hör nix, i wag nix,
..."

https://youtu.be/KzwJeMGG0ec

Permalink
04.08.2018

Horst Seehofern bügelt die Untätigkeit & Fehler von Frau Merkel & Co. des letzten Jahrzehnt´s aus und bekommt dafür von den "Gutmenschen" außer Untätigkeit nur Hetze. Ergo: Es ist gut, dass es ihn gibt.
Sein Problem: Immer, wenn Horst und die CSU gewählt wird, wird Frau Merkel automatisch mit gewählt. Wenn Herr Seehofer dieses Problem lösen könnte -ohne die CSU als eigenständige Partei innerhalb der BRD etablieren zu müssen- könnte er auch auf Wasser laufen.

Permalink
04.08.2018

Vom Anti-Christen zum Anti-Islamisten: Merkel hat sich auch in der neuen GroKo wieder von Seehofer auf der Nase herum tanzen lassen und auch diesmal nicht - gleich am Anfang - Führungsstärke gezeigt und Seehofer die Kabinettstüre gewiesen! Die SPD hat sich Seehofers unabgestimmtes, provokantes Verhalten gefallen lassen und wieder nicht die Koalitionsfrage gestellt. Es ist doch mittlerweile klar! Seehofer macht weiter, was er will, und mißbraucht obendrein sein Amt als bayerische Wahlkampf-Außenstelle! Dazu passt, dass er seine Pflichten als Innenminister offensichtlich grob vernachlässigt.
Der neue Bundesinnenminister hat sich augenscheinlich mit seinem Spruch „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ - auch entgegen der Meinung der meisten Fachleute - als Anti-Islamist geoutet. Die Frage ist nur: Welches Problem hat er damit gelöst? Welche neuen Probleme hat er mit diesem, auch als rassistisch interpretierbaren, Spruch geschaffen? Wen wundert, dass ihm seine „abtrünnige“ “C“SU und der unvermeidliche Spahn beigesprungen sind?
Die GroKo hat also neben Spahn noch einen Problembär in ihren Reihen. Aber: Problembären gehören nicht zu Deutschland! Schon gar nicht in die Regierung!
Ich empfehle: Ruhe bewahren und zur Entspannung sich meditativem Meeresfeeling hingeben. Schon gar nicht auf Entschuldigungen warten!
1. Das Meer erwacht: https://youtu.be/Dldff_9dhsM
2. Wellenreiten: https://youtu.be/duLS4IsVuN0
3. Wellentanz: https://youtu.be/nG7CUVR5R40
4. Wellensturm: https://youtu.be/SfEmSqAw-6s
5. Das Meer verstummt: https://youtu.be/A2u4NgozNuY

Permalink
Lesen Sie dazu auch
dpa_5F9A0600A993FAC7.jpg
Kommentar

Seehofer ist kein Trump - aber er redet wie Trump

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden