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Coronavirus

24.03.2020

Wie wird das Virus in Flüchtlingsunterkünften gestoppt?

Ankommende Asylsuchende werden auf das Coronavirus untersucht.
Bild: Sebastian Gollnow, dpa

Die Länder setzen alles daran, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Besonders in Flüchtlingsheimen ist das aber wegen der Neuzugänge nicht so einfach.

Mit Tests, Quarantäne und Schließung von Gruppenräumen wollen die Länder einer Ausbreitung des Coronavirus in Flüchtlingsunterkünften entgegenwirken. Auch für Kinder in den Wohnheimen fallen Unterricht und Gruppenbetreuung aus. Allerdings gibt es im Detail auch erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Ein Überblick: 

Umgang mit Neuzugängen: Ankommende Asylsuchende werden untersucht. Bayern, Bremen, Sachsen, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Schleswig-Holstein testen alle Neuzugänge auf das Coronavirus. Bremen bringt sie in Quarantäne unter, bis das Ergebnis vorliegt. Sachsen bringt Ankömmlinge ebenso wie Baden-Württemberg und Brandenburg zunächst 14 Tage getrennt unter. Schleswig-Holstein isoliert Verdachtsfälle.

Nordrhein-Westfalen untersucht auf Covid-19-Symptome und befragt Schutzsuchende zu ihren Reisewegen. Jeweils eine der fünf Erstaufnahmeeinrichtungen nimmt mehrere Tage lang alle Neuzugänge auf, dann gibt es einen Wechsel. Nach einem Aufnahmezeitraum von mehreren Tagen gibt es zwei Wochen keine Neuzugänge oder Transfers.

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In Niedersachsen werden Ankömmlinge untersucht. Tests finden statt, wenn sie Symptome zeigen oder das aufgrund der Reiseroute angebracht scheint. Auch Thüringen testet erst bei Symptomen.

In Bayern haben sich zehn Bewohner infiziert

Fälle: In Berlin haben sich bislang nachweislich vier Bewohner von Flüchtlingsunterkünften und ein Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt. In Bayern waren bislang zehn von knapp 1900 getesteten Bewohnern infiziert. In Sachsen und Schleswig-Holstein sind je zwei Fälle bekannt, in Baden-Württemberg acht. In Hessen gab es einen Fall, ebenso in Thüringen. In Flüchtlingsunterkünften in Bremen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wurde nach offiziellen Angaben bis zum Montag niemand positiv getestet.

Isolation für Betroffene: Positiv getestete Menschen, Kontaktpersonen und Verdachtsfälle werden nach Angaben befragter Länder isoliert untergebracht.

Informationen in Fremdsprachen: Die Behörden bemühen sich, die Bewohner von Unterkünften auch in Fremdsprachen zu informieren. Das Berliner Flüchtlingsamt hat einen Podcast in sechs Sprachen unter anderem zum Sinn von Quarantänemaßnahmen veröffentlicht. Generell seien die Geflüchteten auch über soziale Netzwerke wie Facebook- oder WhatsApp-Gruppen gut über Covid-19 informiert, hieß es dort.

Hygiene: Die Länder berichten auch von verschärften Hygienemaßnahmen und häufigerem Putzen. So hat Nordrhein-Westfalen zum Beispiel Desinfektionsspender aufgestellt. Bremen gibt das Essen in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Folie geschweißt aus.

Der Sicherheitsabstand muss eingehalten werden

Abstand: Bayern achtet laut Innenministerium in Zimmern und Kantinen auf den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern. Bremen hat in Aufnahmeeinrichtungen und Übergangswohnheimen unter anderem Gruppenräume geschlossen, die Bewohner nach Behördenangaben wo möglich in kleineren Zimmern untergebracht und Abstandsmarkierungen auf dem Fußboden angebracht. In Baden-Württemberg sollen unter anderem mehr Stühle in den Kantinen, Essensausgabe in Schichten und Lunchpaketen für Distanz sorgen. Nordrhein-Westfalen hat Besuche in Landeseinrichtungen bis auf Weiteres untersagt. 

Schleswig-Holstein hat Gruppenaktivitäten wie Schulunterricht, Betreuung für Kleinkinder oder Integrationskurse abgesagt und Gruppenräume geschlossen. Auch in Niedersachsen fallen Schule und Kinderbetreuung aus. Sofern ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen zwei Personen nicht zu gewährleisten sei, schließt auch Sachsen-Anhalt Aufenthaltsräume. (dpa)

Lesen Sie dazu auch: Deutschland setzt humanitäre Flüchtlingsaufnahme aus

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