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Bundeswehr
06.05.2022

Reservistenverband beklagt deutlichen Waffenmangel in der Bundeswehr

Reservistinnen und Reservisten bei einer Gelöbnisfeier. Ohne sie wäre die Bundeswehr kaum denkbar.
Foto: Matthias Bein, dpa

Der Bundeswehr fehlt es an Ausrüstung und Waffen. Patrick Sensburg, Präsident des Reservistenverbandes erklärt, was passieren muss, dass sie wieder wehrfähig wird.

Der Reservistenverband hat einen deutlichen Mangel an einfachen Waffen für die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr für die Landesverteidigung beklagt. „Bei den Reservisten gibt es die Sorge, dass nicht für jeden eine Waffe zur Verfügung steht“, sagte Verbands-Präsident Patrick Sensburg unserer Redaktion. „Es gibt einen Mangel bei der persönlichen Ausrüstung, an Funkgeräten, an Fahrzeugen aller Art und an Waffen samt Munition“, betonte der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete. „Wir stellen ein Drittel der Truppe – 200.000 Soldaten, 100.000 Reservisten“, betonte der Oberst der Reserve.

Sensburg forderte mindestens eine Milliarde aus dem geplanten Sondervermögen für die Bundeswehr, um die Reserve angemessen auszurüsten. Zudem müsse sichergestellt werden, dass jeder Reservist wie vorgesehen im Schnitt drei Wochen pro Jahr üben könne. Dazu seien jedoch Finanzmittel für rechnerisch 10.000 Vollzeitstellen, statt der derzeit 4500 nötig. „Wir brauchen mehr gut ausgebildete Soldaten und Reservisten, die in der Lage sind zu kämpfen“, betonte Sensburg. „Dass die Truppenstärke eine wesentliche Rolle spielt, sehen wir gerade in der Ukraine“, fügt er hinzu.

Die Aussetzung der Wehrpflicht war ein großer Fehler

Der Reservistenverbandschef kritisierte die Abschaffung der Wehrpflicht und die Bundeswehrreform des damaligen CSU-Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg als schweren Fehler. „So eloquent Guttenberg im Auftritt war, so wenig hat er die Tiefe der Thematik Verteidigungs- und Sicherheitspolitik durchdrungen“, sagte der frühere Unionsabgeordnete. „Die Aussetzung der Wehrpflicht war ein großer Fehler und hat weder zur Haushaltskonsolidierung beigetragen, noch hat es die Bundeswehr professionalisiert“, betonte der Reservistenverbandschef.

„Es fehlt immer noch an Personal, Material und Haushaltsmitteln“, kritisierte er. „Ich war der Einzige in der Union, der gegen die Abschaffung der Wehrpflicht gestimmt hat“, sagte der frühere Unionsabgeordnete, der seinen Wahlkreis an den jetzigen CDU-Chef Friedrich Merz verloren hat.

Damals habe man geglaubt, man sei nur noch von Freunden umgeben. „Das habe ich damals schon als Fehleinschätzung bewertet“, sagte Sensburg. „Es wird in Zukunft nicht um möglichst viele Auslandseinsätze gehen, sondern darum, die staatliche Integrität unseres Landes zu schützen“, betonte er. „Die Bundeswehr muss hierzu in die Lage versetzt werden, erst dann kann man an weitere Aufgaben denken.“ (pom/ska)

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