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Großbritannien
10.08.2022

Was macht eigentlich Noch-Premierminister Boris Johnson?

Premierminister auf Zeit: Boris Johnson verbringt seine letzten vier Wochen in 10 Downing Street.
Foto: Matt Dunham, dpa

Großbritannien steckt in einer Wirtschaftskrise, doch im Regierungsviertel bleibt es auffällig still: Premierminister Johnson feiert seine Hochzeit – und die Opposition wettert gegen die „Zombie-Regierung“.

An dem Tag, als die englische Zentralbank dem Land eine ausgesprochen düstere Zukunft prophezeit, ist der Premierminister im Urlaub. Wo genau, das ist zu diesem Zeitpunkt nicht ganz klar. „Ich weiß nicht, wo Boris ist“, räumt Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng überraschend offen ein – nur um gleich hinterherzuschieben, dass er „in regelmäßigem Kontakt“ mit dem scheidenden Premier stehe.

Eine Woche lang war Boris Johnson gemeinsam mit seiner Frau Carrie auf Hochzeitsreise – und hat damit auch zum Ende seiner Amtszeit noch einmal die Opposition gegen sich aufgebracht. Die Regierung habe „ausgestempelt“, der Premierminister sei „verschollen“, heißt es dort.

Der britische Premierminister Boris Johnson und seine Frau Carrie Johnson. Das Foto ist nach der Hochzeit im kleinen Kreis im Jahr 2021 aufgenommen worden.
Foto: Rebecca Fulton/Downing Street/PA Media, dpa

Schon seit Wochen war es im politischen Alltagsgeschäft ruhig um Johnson geworden. Während Großbritannien unter einer Hitzewelle litt und über den Klimawandel diskutierte, ließ sich der Premier bei einem Notfall-Meeting vertreten, um eine Party für seine Unterstützer abzuhalten. Selbst das Finale der Frauen-Fußball-EM verfolgte er – anders als Bundeskanzler Olaf Scholz – nur zu Hause vor dem Fernseher und nicht im Londoner Wembley-Stadion.

Boris Johnson will 30 neue Abgeordnete ins britische Oberhaus entsenden

Dabei hatte Johnson nach seinem Rücktritt Anfang Juli noch selbstbewusst angekündigt, bis Anfang September, wenn ein neuer Premierminister oder eine neue Premierministerin feststehen soll, „die Interessen der britischen Bürger weiter zu vertreten und die Arbeit der Regierung fortzusetzen“.

Doch die Realität im Regierungsviertel Westminster sieht anders aus. Britische Medien berichten, dass in mehreren Ministerien die Arbeit ins Stocken geraten ist: Wichtige Fristen seien überschritten und Regierungsanfragen nicht beantwortet worden. Immer wieder fällt der Vorwurf, Johnson führe eine „Zombie-Regierung“ an – und das in einer Zeit, in der Großbritannien gleich in mehreren Krisen steckt.

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Der Brexit lässt die Bürokratie an vielen Ecken knirschen, die Energiepreise explodieren, Lebensmittel sind so teuer, dass viele Menschen eine Mahlzeit pro Tag ausfallen lassen. Die englische Zentralbank rechnet mit einer Inflationsrate von 13 Prozent – das ist der höchste Wert in der Eurozone. Gerade erst warnte der ehemalige Labour-Premierminister Gordon Brown vor einem „Winter der Armut“ in Großbritannien. Entlastungspakete wie in Deutschland sind bisher nur angekündigt. Johnson selbst will nach Angaben eines Sprechers keine grundlegenden politischen Entscheidungen mehr treffen. „Dies ist Sache des künftigen Premierministers.“

Die Hochzeit auf dem Anwesen Chequers mussten Boris und Carrie Johnson eilig verlegen

Und so konzentriert sich Boris Johnson in seinen letzten Wochen in 10 Downing Street vor allem auf die eher angenehmen Aufgaben eines Regierungschefs. Bevor er im September abdankt, will er noch 30 neue Mitglieder für das britische Oberhaus ernennen. Die Auserwählten erhalten nicht nur einen lebenslangen Sitz im House of Lords, sondern auch einen Adelstitel und weitere Privilegien. Dass ein scheidender Premier noch neue „Peers“ bestimmt, also Abgeordnete für das Oberhaus, ist in Großbritannien üblich – Johnsons Liste ist allerdings drei Mal so lang wie die seiner Vorgänger Theresa May und David Cameron. Schon in den vergangenen Jahren hatte der Premierminister insgesamt 86 neue Mitglieder in das House of Lords entsandt, darunter seinen eigenen Bruder Jo Johnson.

Eine Annehmlichkeit war Johnson vor seinem Abgang jedoch nicht mehr vergönnt: Eigentlich wollten er und seine Frau Carrie ihre Hochzeit, die in der Corona-Zeit nur im kleinsten Kreis begangen wurde, mit vielen Gästen auf dem Anwesen Chequers nachfeiern, dem offiziellen Landsitz der britischen Premierminister. Nach Johnsons Rücktritt wurde die geplante Feier eilig verlegt – zu groß war die Empörung in den britischen Medien. Nun fand die Hochzeit auf dem Anwesen des Milliardärs und Tory-Großspenders Lord Anthony Bramford statt.

Vier Wochen ist Premierminister Boris Johnson noch im Amt

Häppchenweise tauchen Details in den britischen Boulevardmedien auf: Ein Foodtruck hat das Essen geliefert, der Premierminister witzelte in seiner Rede über seinen Rauswurf aus dem Amt und Carrie Johnson soll ihr Hochzeitskleid für nur 25 Pfund geliehen haben.

Das Gelände von Daylesford House. Hier feierten Boris Johnson und seine Ehefrau.
Foto: Steve Parsons/PA Wire, dpa

Vier Wochen bleiben Johnson nun noch, um seine Zeit als Premierminister abzuwickeln. Ginge es nach einer durchaus großen Zahl von Tory-Mitgliedern, dann würde diese Zeit deutlich länger andauern. Mehr als 14.000 der insgesamt rund 160.000 Mitglieder fordern in einer Petition die Möglichkeit, bei der Wahl zum Parteivorsitzenden auch Boris Johnson wählen zu können – und ihn so im Amt zu halten. Und auch sonst scheint der unterhaltsame Johnson viele Britinnen und Briten mehr zu interessieren als die möglichen Nachfolger: Gerade erst hat die BBC eine mehrteilige Podcast-Serie über das Leben von Johnson veröffentlicht, der Name lautet schlicht: „Boris“.

Initiator der Tory-Petition ist übrigens der Geschäftsmann Peter Cruddas, seit 2020 offiziell Baron Cruddas: Der Tory-Großspender gehört zu den 86 Menschen, denen Boris Johnson während seiner Amtszeit einen Sitz im Oberhaus verschafft hat – und die ihm nun aus dem House of Lords die Treue halten.

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