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Die Debatte über Abtreibungen darf nicht zum Kulturkampf werden

Kommentar Von Margit Hufnagel
12.04.2024

Ohne echte Not bricht die Regierung einen Konflikt auf in einer ohnehin aufgeheizten Zeit. Will sie den Frauen helfen, sollte sie sich lieber um andere Dinge kümmern.

Es gibt wenige Themen, für die es schwieriger ist, einen Kompromiss zu finden. Wenn es um die Frage nach Leben oder Tod geht, gibt es schlicht keinen Mittelweg. Und doch war es vor inzwischen 30 Jahren gelungen, so etwas wie eine gesellschaftliche Einigung in der Debatte um die Abtreibung zu erzielen. Zum einen stellte der Gesetzgeber durch den Paragrafen 218 klar, dass ein Schwangerschaftsabbruch immer eine Ausnahme ist und niemals ein normales Instrument der Verhütung werden kann. Zum anderen wurde betroffenen Frauen aber auch ein Weg angeboten, eine Entscheidung über den eigenen Körper zu treffen, indem Abbrüche unter bestimmten Voraussetzungen straffrei sind. Nun will die Bundesregierung an diesem mühsam errungenen Konsens rütteln und überlegt, ob sie Abtreibungen legalisiert. Eine Kommission hat entsprechende Vorschläge vorgelegt. Der Schritt ist mindestens gewagt. Es ist leider zu befürchten, dass alte Kämpfe neu ausgefochten werden. Und dass vor allem Frauen darunter leiden werden. Also jene, für die die Ampel sich doch eigentlich einsetzen will.

Nun darf uns die Angst vor den dunklen Seiten einer Debatte nicht davon abhalten, Themen neu auszuhandeln. Und das Thema Abtreibung ist gesellschaftlich so hoch relevant, dass es sogar eine Pflicht gibt, Für und Wider immer wieder in den Blick zu nehmen. Nur: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür? Schon ohne neuen Konfliktstoff sind die Gräben im Land tief wie lange nicht. Das Vertrauen in die politischen Institutionen ist mindestens angeknackst. Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten senden ihre Schockwellen bis auf die Straßen und in die Wohnzimmer unserer Republik. Es darf nicht sein, dass die Debatte um den Paragrafen 218 für einen Kulturkampf missbraucht wird. 

Die Regierung sollte eher die Probleme in der Praxis ausräumen

Gerade in Zeiten der Krise ist die Versuchung in bestimmten Gruppen einfach zu groß, mit einem „Früher war alles besser“ auch einen Angriff auf feministische Errungenschaften zu verbinden. Wer das nicht glaubt, dem sei ein Blick in die USA empfohlen, wo ein Mann, der vor herabwürdigenden Äußerungen gegenüber Frauen nicht zurückschreckt, die Chance hat, zum zweiten Mal zum Präsidenten gewählt zu werden. Genauso sollten sich Befürworter einer legalen Abtreibung davor hüten, das Thema zu banalisieren. Die Entscheidung, eine Schwangerschaft abzubrechen, mag privat erscheinen – doch die Leitplanken, innerhalb derer das Selbstbestimmungsrecht ausgeübt wird, bestimmt der Staat aus gutem Grund. Die Frage ist, ob wir das dieser Koalition noch zutrauen: Man möchte es sich gar nicht ausmalen, welches Gerangel sich die zerstrittene Zwangsgemeinschaft liefern wird.

Will die Regierung den betroffenen Frauen wirklich helfen, sollte sie einen Blick auf die Praxis werfen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn nicht der juristische Unterschied zwischen „straffrei“ und „legal“ ist das Hauptproblem vieler ungewollt Schwangerer. Vielmehr die Tatsache, dass kaum mehr Ärztinnen und Ärzte überhaupt einen Abbruch vornehmen. Nun verbietet es sich, in einer dermaßen ethisch heiklen Frage Zwang auf Mediziner auszuüben. Kein Arzt sollte dazu verpflichtet werden, ein Leben zu beenden – und nichts anderes ist eine Abtreibung. Was die Politik hingegen tun kann, ist, die Rahmenbedingungen zu verbessern, für all jene, die sich dieser schwierigen Aufgabe stellen. Dass Abtreibungsgegner vor Praxen aufmarschieren, dass sie Mediziner bedrängen, dass sie Frauen auflauern, das darf nicht sein. Wenn die Gesellschaft sich auf einen so schwierigen Ausgleich von Grundrechten, wie es bei Schwangerschaftsabbrüchen der Fall ist, geeinigt hat, haben das alle Seiten zu akzeptieren. 

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13.04.2024

Schon die Diskussion der 90er Jahre warf 17 Millionen ehemalige DDR-Bürger in dieser Frage in die rechtliche Steinzeit zurück.
Schwangerschaftsabbruch in der DDR legal und über das „Gesetz über die Unterbrechung der Schwangerschaft“ geregelt. Der Eingriff wurde, genauso wie die Pille, von der „Kasse“ getragen. Bis zur 12ten Woche ging das, ohne das die Gesellschaft auf die Betroffene einwirkte. Der Bauch der Frau gehört der Frau. Punkt. Diese Selbstbestimmung als Verbrechen herabzuwürdigen, aber es nicht zu verfolgen, ist wirklich typisch bundesdeutsche Gesetzgebung.
Ab der 12 Woche stand dann der Schutz des Ungeborenen im Vordergrund der Gesetzgebung.

Das ist in Summe eine Regel, die die Abwägung der Rechtsgüter für alle Beteiligten handhabbar macht. Keine Grauzone. Wer bis wann was darf ist geklärt. Kein äußerer Druck auf die Frauen. Denn Druck haben die Betroffenen bei dieser Entscheidung zur Genüge. Da braucht es in der Regel keinen Pastor oder Ethiker.

Und im übrigen war die Geburtenquote in der DDR trotz kostenloser Pille und legalem Schwangerschaftsabbruch nicht kleiner als in der BRD.

Schwangerschaftsabbruch gehört hier endlich gesetzlich klar geregelt. Er soll ab der 13 Woche strafbar sein. Bis dahin jedoch legale Kassenleistung, ohne irgendwelche Beratungspflichten, die über die, wie bei jede anderen OP zu deren Risiken, hinausgehen.
Wenn selbst die DDR das individuelle Selbstbestimmungsrecht höher gehalten hat, als es die heutige Bundesrepublik tut, sagt das schon fast alles.

13.04.2024

Danke Frau Hufnagel für diesen ausgewogen und verständnisvoll geschriebenen Artikel. Sie reihen sich Gott-sei-Dank nicht in die Gruppe der Menschen ein die polarisieren und spalten. Solche Texte sind wertvoll und tun unserer überdrehten Gesellschaft gut, weil sie uns wieder erden und Verständnis füreinander fördern.

12.04.2024

Was ist mit der Eigenverantwortung von Frauen, um eben nicht schwanger zu werden?
Und zwar durch Handlungen ganz zu Beginn - vor und bei dem Geschehen, das dann zur Schwangerschaft führt !

Dies ist - im Übrigen - auch nicht besonders schwer. Man muß es nur wollen und auch konsquent auch gegen den sogenannten "Geschlechtspartner" durchsetzen !

Das Versagen von Verhütungsmiiteln ist zudem sehr selten und resultiert nahezu immer aus fehlerhafter Anwendung.

Und für diejenigen, die nun wieder auf Vergewaltigungen verweisen:

Bei Vergewaltigungen begibt sich Frau sowieso sofort in ärztliche Betreuung - da wird über sofortige Maßnahmen zur Verhinderung der Schwangerschaft gesprochen.

Vergewaltigungen eignen sich somit ganz und gar nicht als Begründung.

13.04.2024

und was ist mit der Eigenverantwortung der Männer, dass Frauen nicht schwanger werden, Möglichkeiten gäbe es (Vasektomie, kann auch wieder rückgängig gemacht werden, immer weniger Frauen nehmen die Pille, was ich gut verstehen kann, Hormone, zudem gibt es kaum Ärzte die Abtreibungen vornehmen, Frauen werden bzw. haben schon immer abgetrieben entweder legal oder illegal, kann mich noch gut an das Titelfoto im Stern erinnern, und Sie glauben dazu noch es ist so einfach eine Vergewaltigung nachzuweisen.
Von den ganzen Lebensrettern, die die Frauen dazu noch belästigen will ich schon gar nicht mehr schreiben

13.04.2024

Hallo Frau Gisela B.,

Sie haben recht - es gibt genauso die Verantwortung von Männern:
von dem Benutzen eines Kondoms bis hin zu dem von Ihnen beschriebenen Eingriff.

Aber da Frauen bei der Abtreibung behaupten , "sie alleine haben das Entscheidungsrecht über ihren Körper" - warum nehmen dann diese Frauen nicht auch dann dieses "Entscheidungsrecht" in Anspruch, und verweigern "ihren Körper" - wenn und (zu dem Zeit, etwa bei der Verweigerung eines Kondoms) der Mann ihren ja wichtigen legitimen Wünschen nach (männlicher) Verhütung nicht nachkommt ?!
Ist dann das "Entscheidungsrecht über ihren Körper" plötzlich nicht mehr so wichtig ?!

Ja - so ist es : Die "alleinige Entscheidung über ihren Körper" (aber nur in Bezug auf die Legalisierung der Abtreibung) ist in Wahrheit eine Zeitgeist-Monstranz, welche diese Feministen vor sich her tragen !


Medizinisch kann eine Vergewaltigung heute immer nachgewiesen werden.
Ob das für ein Strafverfahren reicht, ist eine Sache.

Aber für die sogenannte "Pille danach" - durch Frauenärzte und -ärztinnen (Frauenarz:tinnen gegendert) gegeben - reicht dies immer aus ! Und nur darauf kommt es hieran !

Das ist dann übrigens keine Abtreibung - weil in ausreichender Zeit nach dem Geschlechtsverkehr noch verhindert wird, daß es überhaupt zur Befruchtung kommt .

Natürlich haben Frauen in der Geschichte "immer abgetrieben" -übrigens nahezu immer illegal und strafbewehrt oder - etwa im Mittelalter - völlig im Geheimen und in höchster Gefahr für das eigene Leben.

Soll das aber nun als ein Rechtfertigungsgrund angeführt werden ?

13.04.2024

"Das Versagen von Verhütungsmiiteln ist zudem sehr selten und resultiert nahezu immer aus fehlerhafter Anwendung."
1. Aussage: selbst bei perfekter Anwendung z. B. bei Kondomen 2%.

2.A ussage: und fehlerhafte Anwendung darf nicht passieren? Der nervöse 16 jährige der beim ersten Mal keine Ahnung hat was passiert? Die Frau die nichts davon weiß, dass ein Antibiotika ihre Drei Monats Spritze beeinflusst?

Und zuletzt: was ist mit der Eigenverantwortung der Autofahrer? Die meisten Unfälle passieren aus selbstverschulden - sollte man deshalb Airbags verbieten?

13.04.2024

Herr Martin G.

vielleicht sollte Ihr Beitrag ja "besonders lustig" sein.

Wenn Sie aber 2 % (eine wahrlich Riesenzahl) fehlerhafte Kondome und den unfähigen 16jährigen als Argumente anführen oder den Mord am ungeborenen Leben - also den Schwangerschaftsabbruch- mit Ihrem "Verbot des Airbags" gleichsetzen

was soll man da von Ihnen denken ?!

13.04.2024

@Maria T.
Und was soll man von Ihnen denken, wenn Sie sich in derart diktatorischer Weise äußern? SIE wissen wohl alles ganz genau. Wissen Sie, wie viele Frauen sich nach einer Vergewaltigung NICHT in Behandlung begeben, aber dennoch dieses Kind nicht austragen möchten? Selber schuld, werden Sie sagen. Aber so einfach ist es eben nicht. Da spielen mehr Aspekte mit als SIE sich vorstellen können.
Ich finde eine verpflichtende, aber neutrale Beratung wichtig, um den Blick zu erweitern und Möglichkeiten anzusprechen, in die man in der Panik gar nicht denkt, aber die letzte Entscheidung muss die Frau selbst haben. Und wenn sich eine Frau zu einer Abtreibung entschließt, macht sie es sich sicher nicht leicht, man sollte aber nicht noch mit der moralischen Keule kommen oder die Ärzte an den Pranger stellen, die eine Abtreibung vornehmen. Auch ob sie sich mit dem "Erzeuger" arrangieren und beraten will, ist ihre Privatsache. Was unbedingt vermieden werden muss, ist der Weg zur Selbsthilfe, den viele Frauen schon mit Leib und Leben bezahlt haben, wenn sie sich einer Kurpfuscherin anvertraut haben. In erster Linie sollte man diese Aufgeregtheit aus der Debatte nehmen. Es gibt wirklich unmoralischere Dinge als eine Abtreibung. Und dass Abtreibungen als alternatives Verhütungsmittel genommen werden, ist ein Märchen von missgünstigen alten Weibern, sonst nichts.

14.04.2024

Maria T sie tun mir leid. Möge Gott ihrer Seele gnädig sein, ich bin es nicht.
Sie sind ein schlechter Mensch und wollen Menschen leid antun.
Schade für ihre Familie und Mitmenschen

12.04.2024

Unabhängig von allen Ausführungen ein Kontra:
Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland per se illegal, und deshalb kann eine Gemeinde zum Beispiel die Durchführung in ihren Kliniken verbieten.
Das ist nicht richtig.