Newsticker
40 Länder treffen sich zu Wiederaufbau-Konferenz für die Ukraine
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Rentenerhöhung 2022: Renten steigen so stark wie lange nicht

Rente
23.03.2022

Die Renten steigen so stark wie lange nicht

Keine Angst vor Inflation? Die Renten steigen.
Foto: S. Kahnert, dpa

5,35 Prozent im Westen und sogar 6,12 Prozent im Osten: Die Rente steigt deutlich an. Warum das so ist und was aus der Erwerbsminderungsrente wird.

Für viele Beschäftigte in Deutschland wird das Jahr 2022 ein Zuschussgeschäft – Löhne und Gehälter steigen deutlich langsamer als die Preise. Die 21 Millionen Rentner allerdings müssen die hohe Inflation weit weniger fürchten: Ihre Altersbezüge steigen in den alten Bundesländern im Juli um 5,35 Prozent und in den neuen sogar um 6,12 Prozent. Zum Vergleich: In Westdeutschland ist das die höchste Rentenerhöhung seit fast 40 Jahren.

Ohne eine Korrektur in der Rentenformel würde die Anhebung sogar noch um gut einen Prozentpunkt höher ausfallen. Der sogenannte Nachholfaktor sorgt jedoch dafür, dass nach Jahren, in denen die Rente eigentlich hätte gekürzt werden müssen, die Erhöhung im Folgejahr etwas gebremst wird. 2021 war genau das der Fall: Rein rechnerisch hätten die Renten wegen des coronabedingten Einbruchs bei den Einnahmen sinken müssen – das aber verbietet das Gesetz, weshalb es statt einer Rentenkürzung eine aus Steuern und Beiträgen finanzierte Nullrunde gab. Dieses „Zuckerl“ für die Rentner holt sich die Rentenversicherung mit einer etwas geringeren Erhöhung der Renten in diesem Jahr wieder zurück.

Die Basis ist die Lohnentwicklung

Basis für die Höhe der Renten ist die Entwicklung der Löhne im vorangegangenen Jahr – und die ist mit 5,8 Prozent in den alten Ländern und 5,3 Prozent in den neuen Ländern ausgesprochen gut ausgefallen. „Das ist eine gute Nachricht für die Menschen, die durch ihre Arbeit jahrelang den Laden am Laufen gehalten haben“, sagt Sozialminister Hubertus Heil (SPD). „Gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen, sei es durch steigende Preise oder die internationale Krisenlage, ist es wichtig, zu sehen, dass unser Rentensystem funktioniert.“

Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil (SPD) in seinem Ministerium in Berlin.
Foto: Britta Pedersen, dpa

Die Entwicklung hat auch Heil und seine Ministerialbeamten überrascht, die im Herbst vergangenen Jahres noch von einer Rentenerhöhung um 4,4 Prozent ausgegangen waren. Durch die etwas stärkere Erhöhung passt sich auch das Rentenniveau zwischen West- und Ostdeutschland weiter an: Ab Juli beträgt die Differenz nur noch 1,4 Prozentpunkte. Spätestens im Jahr 2025 soll der sogenannte Rentenwert, also die Bezugsgröße für die Berechnung der gesetzlichen Rente, dann in Ost und West gleich sein. Ab 1. Juli ist ein sogenannter Entgeltpunkt in den alten Bundesländern umgerechnet 36,02 Euro an Rente wert. Konkret heißt das: Hat ein Rentner mit seinen Beiträgen während seines Berufslebens, zum Beispiel, 40 Entgeltpunkte angesammelt, entspricht das einer monatlichen Rente von 1440 Euro.

Was wird aus den Erwerbsminderungsrenten?

Unklar ist noch, wie die von den Ampelparteien im Koalitionsvertrag versprochene Erhöhung der Erwerbsminderungsrenten aussehen wird. Die von früheren Bundesregierungen bereits verbesserten Leistungen gelten bisher nur für Neurentner. Sozialdemokraten, Grüne und Liberale wollen nun dafür sorgen, dass auch die Versicherten in den Genuss von Verbesserungen kommen, die aus gesundheitlichen Gründen schon länger in Rente sind.

Lesen Sie dazu auch

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

23.03.2022

So ist es! Und es wird gesagt - das österreichische System ist in Summe nicht teurer - sondern nur gerechter?

Also wo ist unser Geld geblieben?
Irgendwoher muss ja die Millionärsschwemme kommen?

Dafür können große Firmen Ihre Steuern "großzügig optimieren" und beglücken andere, günstigere Länder mit dem, was sie so bereit sind zu zahlen...

Die Mafia's verschiedender Coleur waschen derweilen ihr Geld fleißig im Rückzugsländle Deutschland und halten die Preise der Immobilien hoch - damit unsere Kinder evtl. dort zu Miete wohnen können, wenn sie sich das noch leisten können?

Also jetzt so zu tun, als hätte man endlich erkannt, dass für Rentner etwas zum Nachholen gilt, scheint mir ziemlich unglaubwürdig?
Wir werden das bald wieder verlieren und noch viel mehr ... - denn die Rentner haben wenig Lobby, denen kann man es schon nehmen.

Permalink
23.03.2022

Das was uns Rentnern - in einem der reichsten Länder der Erde über die Jahrzehnte gestohlen/weggestrichen wurde - können die Erhöhungen in unserem Leben nicht mehr aufholen.
Diese Erhöhung kommt von der drohenden und vorhandenen Inflation.
Und dass wir nun in Energiekosten und und Energieangst versinken, das ist der naiven Poliktik zu verdanken und das fehlende Geld könnte man und von Schröders Konto überweisen? :-)

Permalink
23.03.2022

Das stimmt. Nicht zu vergessen: Ein Österreicher der die gleichen Rentenbeiträge einbezahlt hat wie ein Deutscher bekommt in Österreich eine um 50% höhere Rente!!

Permalink