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Weihnachtsansprache
24.12.2021

Bundespräsident mahnt zum Zusammenhalt

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hielt seine Weihnachtsansprache wieder im Zeichen von Corona.
Foto: Michael Sohn, dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft in seiner Weihnachtsansprache wegen der Belastungen durch die Pandemie zu mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft auf.

Wegen der Pandemie stand die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten auch dieses Jahr wieder ganz im Zeichen von Corona. Frank-Walter Steinmeier hat wegen der Anstrengungen der Pandemie zum Zusammenhalt in der Gesellschaft aufgerufen. „In der Demokratie müssen wir nicht alle einer Meinung sein. Aber bitte denken wir daran: Wir sind ein Land! Wir müssen uns auch nach der Pandemie noch in die Augen schauen können. Und wir wollen auch nach der Pandemie noch miteinander leben“, sagte er in der Ansprache. Sie wird am ersten Weihnachtsfeiertag ausgestrahlt und wurde zuvor aufgezeichnet.

Bundespräsident: Es komme auf jeden Einzelnen an

Auch wenn es Streit, Unsicherheiten und Ängste gebe: Sie auszusprechen, daran werde niemand gehindert, so Steinmeier. Entscheidend sei vielmehr, wie man darüber spreche, „in der Familie, im Freundeskreis, in der Öffentlichkeit. Wir spüren: Nach zwei Jahren macht sich Frust breit, Gereiztheit, Entfremdung und leider auch offene Aggression.“

Der Bundespräsident bedankte sich „aus vollem Herzen“ bei der „großen, oft stillen Mehrheit“, die seit Monaten umsichtig und verantwortungsvoll handele, und appellierte an die Verantwortung des Einzelnen: „Der Staat kann sich nicht für uns die Schutzmaske aufsetzen, er kann sich auch nicht für uns impfen lassen. Nein, es kommt auf uns an, auf jeden Einzelnen!“

Unser Staat sei selten so gefordert gewesen, Leib und Leben seiner Bürger zu schützen, sagte er. Er brauche dazu Wissenschaftler, Ärztinnen, Pfleger, verantwortungsvolle Ordnungskräfte und Mitarbeiter in den Ämtern. „Sie alle tun ihr Bestes. Und sie alle gewinnen neue Erkenntnisse, korrigieren Annahmen, die sich als falsch erwiesen haben, und passen Maßnahmen an. Menschen können irren, sie lernen aber auch.“

Weihnachtsansprache: Pandemie habe Sprache verändert

Steinmeier sprach auch von Veränderungen durch die Pandemie, die bis in die Sprache hinein reichten. „Da sind nicht nur neue Begriffe hinzugekommen, von Inzidenz bis 2G+.“ Auch die „alten, kostbaren Worte“ Vertrauen, Freiheit und Verantwortung erhielten ein „neues, dringliches Gewicht“. Die Gesellschaft muss sich nach Ansicht des Bundespräsidenten neu darüber verständigen, was diese Worte bedeuten.

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„Heißt Vertrauen nicht womöglich auch, dass ich mich auf kompetenten Rat verlasse, selbst wenn meine eigenen Zweifel nicht gänzlich besiegt sind? (...) Ist Freiheit der laute Protest gegen jede Vorschrift? Oder bedeutet Freiheit manchmal nicht auch, mich selbst einzuschränken, um die Freiheit anderer zu schützen? Was bedeutet Verantwortung? Sagen wir einfach: ‚Das muss jeder für sich selbst entscheiden‘? Oder betrifft meine Entscheidung nicht in Wahrheit viele andere mit?“, fragte Steinmeier.

Ansprache von Steinmeier wird am Samstag ausgestrahlt

Dabei blickte er auch auf das weitere drängende Thema unserer Zeit: die Klimakrise. Das sei zwar nie weg gewesen, erfahre aber durch die Pandemie im Moment weniger Aufmerksamkeit. „Auch da wird es nicht nur die eine richtige Antwort geben, die alle überzeugt. Sondern immer wieder werden wir uns neu verständigen müssen. Und ich bin sicher: Wir können uns verständigen.“

Die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten wird am Samstag, 25. Dezember, um 19.08 Uhr im ZDF und um 20.10 Uhr in der ARD ausgestrahlt.

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