Für viele Hundehalter ist der Hund nicht nur ein Tier, sondern ein vollwertiges Familienmitglied. Wer seinem Hund in der Vorweihnachtszeit eine Freude machen will, denkt vielleicht darüber nach, ihm einen Adventskalender zu schenken. So ergab eine nicht repräsentative Umfrage der Agila Haustierversicherung, dass 96 Prozent der Teilnehmenden ihrem Haustier einen Adventskalender schenken. Die Auswahl auf dem Markt ist dafür inzwischen riesig. Verschiedene Futterprobiersorten und Snacks, Leckerlis oder auch kleine Spielzeuge werden im Adventskalenderformat verkauft. Was gute Gründe für oder gegen einen Adventskalender sind, worauf Hundehalter achten sollten und was man bei einem selbstgemachten Kalender in die 24 Türchen füllen kann, lesen Sie hier.
Was spricht für einen Hunde-Adventskalender?
Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, die zeigen, dass es direkte Vorteile gibt, wenn man seinem Hund einen Adventskalender schenkt. Die Forschung zu Hunden konzentriert sich allgemein auf Themen wie Verhalten, Ernährung, Bindung und kognitive Fähigkeiten. So untersuchen etwa die „HundeStudien“ des Max-Planck-Instituts für Geoanthropologie unter anderem die Kooperation und Kommunikation zwischen Mensch und Hund.
Man könnte sagen, dass in diesem Kontext Adventskalender auf Kooperation und Bindung beim Mensch-Hund-Team einwirken können. Sie sorgen für Beschäftigung und Abwechslung im Alltag: Je nach Art des Kalenders muss der Hund vielleicht erst ein Türchen öffnen oder den Inhalt suchen – das ist wie Training. Die Snacks oder anderen Inhalte der Türchen sind dann die Belohnung für den Hund. Laut American Kennel Club (AKC), dem größten Dachverband der Rassehundezüchter in den Vereinigten Staaten, macht das Training mit Belohnungen nicht nur Spaß, es stärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund und weckt die Lernfreude des Hundes.
Übrigens: Neben Leckerlis können auch andere Formen der Belohnung im Hundetraining gut funktionieren, etwa Streicheleinheiten, Lob, das Lieblingsspielzeug oder Schnüffeln.
Nachteile von Adventskalendern für Hunde: Worauf sollten Hundehalter achten?
Wie schon erwähnt, gibt es eine große Auswahl an Adventskalendern, die sich in Inhalt, Größe, Qualität und Preis stark unterscheiden. Laut dem Hunde-Portal rundum.dog enthalten viele verkäufliche Adventskalender Leckerlis, die für Hunde weder gesund noch schmackhaft sind. Hundehalter sollten einen genauen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen und dabei auf künstliche Zusatzstoffe, Zucker sowie unnötige Kohlenhydrate, Protein-Mischungen und minderwertige Zutaten achten.
Philine Ebert, Ernährungsberaterin für Hunde, hat auf petbook.de Adventskalender verglichen und deren Sinnhaftigkeit bewertet. Dabei wurden Aspekte wie Vielfalt und Abwechslung, Inhaltsstoffe, Zusatzstoffe und Nachhaltigkeit in die Bewertung einbezogen. Die Expertin sieht Adventskalender für Hunde kritisch, wenn sie ...
- ... minderwertige Inhaltsstoffe, wie Getreide oder Milchprodukte,
- ... viele Zusatzstoffe, etwa Konservierungsmittel, Farbstoffe und künstliche Aromen, die für sensible Hunde problematisch sind,
- ... oder unnötige Plastikverpackungen enthalten.
Positiv bewertet die Hunde-Ernährungsberaterin hingegen hochwertige, abwechslungsreiche Snacks ohne künstliche Zusätze und nachhaltige Verpackungen. Hochwertiges Futter beinhaltet einen hohen Fleischanteil und keinen Zucker. Bei empfindlichen oder allergischen Hunden sollte auf getreidefreie Varianten oder Monoprotein – das heißt, nur eine Proteinquelle – geachtet werden. Ihr Fazit: Hundehalter sollten bei einem Adventskalender für Hunde vor allem auf die Zusammensetzung, Verträglichkeit und Nachhaltigkeit achten.
Übrigens: Dass Hunde keinen typischen Adventskalender für Menschen mit Schokolade bekommen können, ist Hundehaltern sicherlich bewusst. Aber warum dürfen Hunde eigentlich keine Schokolade fressen? Kakao enthält das Alkaloid Theobromin, das Hunde nur langsam abbauen können, da ihnen die passenden Enzyme fehlen und der Stoffwechsel nicht darauf ausgelegt ist. Schon bei kleinen Mengen Schokolade ist eine Überdosierung möglich, die zum Tod führen kann.
Hunde-Adventskalender selbst füllen: Mit diesen Ideen machen Sie Ihrem Vierbeiner eine Freude
Wer keinen Adventskalender kaufen möchte, kann auch selbst kreativ werden. Ein DIY-Kalender ist schnell befüllt und individuell anpassbar – man kennt die Vorlieben seines Vierbeiners als Hundehalter schließlich am besten. Eine Mischung aus den Lieblingsleckerlis des Hundes, gesunden Kauartikeln oder auch handgemachten Snacks – etwa selbstgebackene Hundekekse – empfiehlt etwa der Blog von Lovin‘Dog. Auch hier sollte auf qualitativ hochwertige Leckerlis geachtet werden, also keine künstlichen Zusatzstoffe, sondern natürliche Zutaten. Zudem sollten die Snacks haltbar sein, damit sie nicht verderben, bevor das entsprechende Türchen geöffnet wird. Alternativ kann man die Türchen auch erst morgens frisch befüllen, bevor der Hund dazukommt.
Ein weiterer Vorteil eines selbstgemachten Hunde-Adventskalenders: Man kann ihn im nächsten Jahr wiederverwenden, etwa wenn man kleine Schachteln, Tüten oder Säckchen befüllt. Ein klarer Pluspunkt im Hinblick auf Nachhaltigkeit gegenüber gekauften Kalendern mit viel Plastikanteil.
Menge an Leckerlis beachten
Einen wichtigen Aspekt sollten Hundehalter außerdem beachten, egal ob gekaufter oder selbstgemachter Adventskalender: Wenn der Hund jeden Tag zusätzliche Leckerlis bekommt, kann ihn das schnell übersättigen oder den Magen belasten, warnt rundum.dog.
Deshalb sollten alle Snacks in den täglichen Kalorienbedarf eingerechnet werden. Das heißt, man kann die Belohnungen im Training durch die Adventskalender-Snacks ersetzen oder bei den Hauptmahlzeiten entsprechend reduzieren, um Überfütterung zu vermeiden. Gerade kleine Hunde können sich laut dem Portal schnell überfressen.
Auch für verfressene Rassen wie den Labrador Retriever ist es wichtig, die Menge an Leckerlis im Blick zu behalten, da sie zu Übergewicht neigen.
Wenn man komplett auf Snacks für den Vierbeiner verzichten will, gibt es auch Alternativen, die Adventszeit bewusst zu gestalten, wie die Agila Haustierversicherung vorschlägt:
- Adventskalender in Buchform liefern 24 Ideen für gemeinsame Aktivitäten – von Foto-Challenges über Backrezepte bis hin zu neuen Tricks.
- Spenden-Adventskalender für den Tierschutz – statt Snacks gibt es Rätsel und Gewinnlose, deren Erlös Tierschutzprojekten zugutekommt.
Kurz gesagt: Ein Hund versteht den Sinn eines Adventskalenders nicht, erfreut sich aber vermutlich an der Aufmerksamkeit, der täglichen Beschäftigung und natürlich an den Inhalten. Hundehalter, die ihrem Liebling eine Freude machen wollen, sollten darauf achten, dass die Leckerlis gesund sind und in Maßen verspeist werden. Oder man verzichtet ganz auf Snacks und schenkt dem Vierbeiner stattdessen gemeinsam verbrachte Zeit.
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