Viele Hundehalter kennen die folgende Situation: Beim Nachhausekommen wird man stürmisch vom eigenen Vierbeiner empfangen – inklusive lautem Bellen, wildem Schwanzwedeln und Anspringen. Vor allem bei der Begrüßung ihres Lieblingsmenschen springen Hunde gerne an ihnen hoch. Manche Besitzer interpretieren das als Zeichen der Freude und Zuneigung, andere wiederum empfinden das Anspringen als lästig und wollen es gerne unterbinden. Hier erfahren Sie, welche Gründe hinter dem Verhalten stecken können und wie Hundebesitzer am besten darauf reagieren sollten.
Warum springen Hunde Menschen an?
Hunde können ihre Besitzer oder andere Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen anspringen, wie Tierpsychologin und Hundetrainerin Dana Thimel auf dem Ratgeberportal doguniversity.com erläutert. Das Verhalten hat seinen Ursprung in der Kommunikation zwischen Welpe und Muttertier. Mit einem Stupser im Maulwinkelbereich signalisieren Welpen ihrer Mutter, dass sie hungrig sind, woraufhin diese vorverdaute Nahrung zur Fütterung hervorwürgt. Auch bei ausgewachsenen Tieren kann man diese Geste beobachten. Häufig stupst der unterlegene Hund zur Begrüßung die Maulwinkel des ranghöheren Hundes an oder leckt sie ab, um Unterwürfigkeit oder Beschwichtigung zu signalisieren.
Hunde können dieses Verhalten auch auf den Menschen übertragen und versuchen dann durch Hochspringen, sein Gesicht mit der Schnauze zu erreichen. Häufig ist das Anspringen laut Thimel ein über die Zeit erlerntes Verhalten. Da viele Besitzer es bei Hunden im Welpenalter als süß empfinden und positiv darauf reagieren, lernt das Tier, dass es dafür mit Aufmerksamkeit belohnt wird. Dabei wird das Verhalten bei ausgewachsenen Hunden, insbesondere bei großen Hunderassen, oft nicht mehr gewünscht.
Wenn Hunde ihre Besitzer oder andere Menschen anspringen, kann das aber auch ein Anzeichen dafür sein, dass das Tier gestresst oder überfordert ist und sich mit dem Verhalten ein Ventil sucht, um die Anspannung abzubauen, beschreibt Thimel. Laut Hundetrainer Martin Rütter signalisieren Hunde dadurch auch nicht selten Unzufriedenheit gegenüber dem Menschen. Wie er im Gespräch mit dem Business Insider erklärt, springen viele Hunde ihren Besitzer an, wenn er nach Hause kommt, um sich darüber zu „beschweren“, dass sie ihn nicht begleiten durften. In diesem Fall kann das Verhalten als Maßregelung vonseiten des Hundes verstanden werden.
Anspringen beim Hund: Wie sollte man sich verhalten?
Wie sollte man als Hundebesitzer also mit dem Anspringen umgehen? US-Hundetrainerin Noelle Farr zeigt in einem Instagram-Video auf, welche Verhaltensweisen helfen können und welche eher kontraproduktiv sind. Zu den Dingen, die Halter unbedingt vermeiden sollten, zählt sie:
- Sich vom Hund wegdrehen oder zurückweichen. Laut Conny Sporer von der Martin Rütter-Hundeschule Wien versteht der Hund diese Körpersprache als defensives, beschwichtigendes Verhalten und gewinnt den Eindruck, dass sich der Mensch nicht gegen ihn durchsetzen kann.
- Mit den Armen fuchteln.
- Mit hoher Stimme auf den Hund einreden.
- Lachen.
- Den Hund sanft wegschubsen. All diese Verhaltensweisen kann der Hund dem Portal landtiere.de zufolge als Bestärkung oder Spielaufforderung missverstehen.
Wer das Verhalten des Vierbeiners wirksam unterbinden möchte, sollte stattdessen mit einem klaren Kommando wie „Nein“ oder „Aus“ einen ruhigen, aber selbstbewussten Schritt auf den hochspringenden Hund zu machen, wie Hundetrainerin Farr in ihrem Video demonstriert. Mit dieser Geste beansprucht man laut Thile den Raum für sich und zeigt dem Tier klar seine Grenzen auf. Lässt der Hund daraufhin wie gewünscht vom Hochspringen ab, kann er wieder zum Menschen gerufen werden, und Lob und Zuwendung erhalten, wenn er sich ruhig und auf allen Vieren nähert.
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