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Finnland
05.12.2023

Lernen von den Winterkönnern: Finnischer Fünfkampf für Anfänger

Rentiere mögen Knutschlaute: mit den Rentierschlitten im finnischen Teil Lapplands unterwegs.
Foto: Patrick Ohligschläger

Warum Rentiere Kusslaute mögen und andere hilfreiche Erkenntnisse eines Winterlehrgangs in Finnisch-Lappland. Unterwegs mit Schlittenhunden und einem Schneemobil, große Mühe beim Eisangeln und Glück in der Sauna.

Wo sie Winter können: Salla ist ein Städtchen im finnischen Teil Lapplands. Der Schnee türmt sich meterhoch, die Bäume biegen sich ob der Last. Und noch etwas ist anders als bei uns: Der Tourist kann einen Hundeschlitten lenken, Rentieren die richtige Richtung einflüstern, mit dem Schneemobil durchs Winterwunderland cruisen, beim Eisangeln frieren und beim Saunieren wieder auftauen. Finnischer Fünfkampf für Einsteiger. 

Es ist ein merkwürdiges Bild, wie sechs dick verpackte Touristen im Wald in Lappland die Lippen spitzen und Kusslaute üben. „Driving a Reindeer“, hatte Lehrer Timo, ein bärtiger Finne, in die eiskalte Luft gehaucht. Man müsse die Aufmerksamkeit der Tiere bekommen, ihnen zeigen, wer der Herr ist. „Rentiere sind Sturschädel. Man muss sie im Griff haben.“ Bei Kuss- und Zischlauten spitzen sie die Ohren, wissen, dass eine Ansage vom Fahrer kommt. Nach den Trockenübungen erhält jeder einen Ein-Mann-Schlitten und ein Rentier. Catai hat ein stolzes Geweih und bringt beachtliche 140 Kilo auf die Waage. Das meiste davon sind Muskeln. Damit kann er ordentlich Tempo machen. 

In Salla leben 175.000 Einwohner und 200.000 Rentiere

Im Konvoi geht es durch den weißen Wald. Schneemangel kennen sie hier in Salla nicht. Die Gemeinde wirbt mit dem Slogan „In the middle of nowhere“. Mit dem Auto sind es noch 700 Kilometer bis Hammerfest, der nördlichsten Stadt der Welt. In zehn Kilometern wartet die russische Grenze. In Finnisch-Lappland leben 175.000 Einwohner, die sich 200.000 Rentiere teilen. Sechs davon galoppieren nun mit deutschen Touristen durch den Wald. Es ist ein tolles Erlebnis, im Schlitten zu sitzen, die Baumspitzen, den Himmel und die Tiere zu beobachten. Man fühlt sich warm und geborgen, muss aber aufpassen, dass Catai nicht mitbekommt, wie der Fahrer vor sich hin träumt. Also schnell die Lippen gespitzt und die lappländische Luft geküsst. Nach einer Stunde ist die Fahrschule vorüber und jeder Teilnehmer bekommt seinen Rentier-Führerschein.

Weite Schneelandschaft in finnisch Lappland.
Foto: Patrick Ohligschläger

Das Thema (Auto-)Führerschein spielt bei der nächsten Disziplin keine Rolle, obwohl man für das Schneemobil mit seinen mehr als 100 PS eigentlich eine Lizenz vorlegen müsste. Das interessiert den polnischen Guide aber nicht. Er zeigt, wie man Gas gibt, wo die Bremse ist. Erinnert alles ans Motorrad. Allein schalten muss man nicht, weil das Gefährt ein Automatikgetriebe hat. Stutzig macht das lange Schlüsselband, dass der Fahrer an seinen Schneeanzug stöpseln muss. „Wenn man runterfliegt, zieht es den Schlüssel mit raus und der Motor stoppt“, erklärt der Guide. Das beruhigt nicht wirklich. Los geht die Fahrt auf einem extra angelegten Weg für Schneemobile. Es tauchen Stopp- und Kreuzungsschilder auf. Vorfahrt achten, von links kommt eine Loipe. In the middle of nowhere existieren eine ganze Menge Verkehrsregeln und -zeichen. 

Die Bäume können bis zu einer Tonne Schnee tragen

Als der Weg über eine große, freie Fläche führt, geben die Männer ordentlich Gas. Dafür handeln sie sich eine Standpauke ein. Überholen und übermäßiges Beschleunigen sind verboten. Auch wenn man mit Tempo 30 dahintuckert, hat man mit so einem Gefährt einen ordentlichen Radius und erreicht den fantastischen Ruuhitunturi. Tunturi steht für Hügel, aber es geht nicht um den Ausblick, sondern um den einzigartigen Wald. Die Bäume dort sind sehr kräftig. Die Fichten wachsen kerzenförmig nach oben und können im Einzelfall bis zu einer Tonne Schnee tragen. Rings um uns stehen bizarre Figuren mit dicken Schneebäuchen und windgebürsteten Ästen. Auf der Rückfahrt halten sich alle brav an die Regeln und bekommen am Ende einen Klapps vom polnischen Guide, weil sie die zweite Disziplin gemeistert haben. 

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Für die dritte Disziplin wünscht man sich eine Nasenklammer. Die 18 Huskies verbreiten einen Geruch, der an verwesende Tiere erinnert. Die Hunde fressen vor allem rohes Fleisch. Was hinten rauskommt, ist nichts für empfindliche Nasen. Je zwei Personen teilen sich einen Schlitten. Einer liegt auf Kopfhöhe mit den sechs Hunden, der andere steht hinten drauf und fährt. Die Tiere ziehen und ziehen und ziehen. Für den Fahrer geht es vor allem ums Bremsen. Knapp über dem Boden ist ein Bügel angebracht, dessen scharfe Zacken sich in Schnee und Eis bohren, sobald man mit den Füßen draufsteht. Um sechs Hunde zum Stillstand zu bringen, braucht man beide Füße, andernfalls rasen sie immer weiter. Bis Hammerfest würden sie es zwar nicht schaffen, aber die russische Grenze wäre ein Kinderspiel für sie. Wenn es bergauf geht, sieht die Sache anders aus.

Wie Schlittenhunde gegen faule Fahrer protestieren

Dann heißt es für den Fahrer: absteigen und mitlaufen. Daraus kann ein richtiges Spielchen werden. Wenn die Hunde nämlich merken, dass man am Anstieg faul stehen bleibt, legen sie sich aus Protest in den Schnee. Für den Mitfahrer gilt: Hände und Beine immer im Schlitten lassen, weil schnell mal ein Baum im Weg ist, der alles abrasiert. Auf Fotos und Handy sollte man besonders achten. Was rausfliegt, wird sofort zum Opfer der Hunde, die elektronische Geräte kauen, bis nur noch Einzelteile übrig sind. Und das machen sie sogar, während sie rennen. Sie können im Laufschritt auch ein Bein heben und den Schnee gelb färben oder gar ein großes Geschäft verrichten. Dann riecht es für einen kurzen Moment wieder fürchterlich. Hundeschlittenfahren ist für sportliche Menschen, die Action wollen. Es geht ohne Pause durch den Schnee, man ist selbst stets in Bewegung. Am Ende sind alle Fahrer verschwitzt und erhalten ihren Schlittenhunde-Führerschein. 

Wer angeln will, muss bohren. Nur so kommt man an die Fische ran. Unser Autor geht leider leer aus.
Foto: Patrick Ohligschläger

Die vierte Disziplin ist eine echte Herausforderung. Beim Eisangeln braucht man Geduld, warme Schuhe und eine dicke Mütze. Temperaturen von minus 20 Grad Celsius und niedriger sind im lappländischen Winter an der Tagesordnung. Deswegen hilft irgendwann auch die wärmste Thermo-Unterwäsche nicht mehr. Immerhin kann man sich warmbohren. Bei unserem Versuch entstehen viele Löcher im 40 Zentimeter dicken Eis des Tamukkalampi, die man mit einem großen Handbohrer machen muss. Im Vergleich dazu ist die Angelroute mit ihren 25 Zentimetern geradezu mickrig. An der Schnur hängt ein Minifisch aus Gummi, den man bis zum Grund des Sees absinken lässt. Dann zieht man den Köder etwa 20 Zentimeter hoch und wartet. Und wartet. Und wartet, ob eine Äsche, eine Forelle oder ein Fellchen anbeißt. Die meisten Seen in Finnland sind öffentlich, dort darf jeder angeln. Es gilt das sogenannte Jedermannsrecht. An dieser Stelle würden wir gerne schreiben, wie wir den gefangenen Fisch zubereitet haben. Aber Petri war uns nicht wohlgesonnen. Daher nur kurz der Hinweis, dass der Finne wie der Bayer ein großer Freund des Steckerlfischs ist. Sonst wirft er seinen Fang auch gerne zusammen mit Kartoffeln in eine Suppe. 

Folglich gibt es zum Aufwärmen keine heiße Brühe. Vielmehr schließen wir sogleich Disziplin Nummer fünf an, um die eingefrorenen Füße wieder zum Leben zu erwecken. In Finnland gibt es 3,3 Millionen Saunen bei 5,4 Millionen Einwohnern. Es könnten sich locker je zwei Leute ein Schwitzbad teilen. Aber in der Gruppe macht es natürlich mehr Spaß. Vor allem wenn man – typisch finnisch – ein paar Bier mit hineinschmuggelt. Ebenso beliebt ist der „Lonkero“, ein Longdrink aus Gin und Grapefruit-Limo. Die Finnen haben das Getränk anlässlich der Olympischen Spiele 1952 erfunden. Die Szenerie bei unserem Saunabesuch ist wie im Film. Dicht gedrängt stehen Fichten rund um den Ruuhijärvi-See. Man muss richtig suchen, um die kleine Saunahütte zu entdecken, in der schon die Aufgüsse mit Fichtenöl zischen. Tendenziell ist die Temperatur heißer als bei uns. Unter 90 Grad Celsius fängt kein Finne an, die 100 sind schnell erreicht. Nach zehn Minuten stürmen die Mitteleuropäer mit hochroten Köpfen aus der Kabine und suchen das Loch im See, das mithilfe von Pressluft entsteht. Die Wassertemperatur liegt knapp über dem Gefrierpunkt. Nach wenigen Sekunden stehen die Mitteleuropäer wieder an Land. Schnell zurück in die Sauna. Der Finnische Fünfkampf ist bewältigt und muss mit einem Bier gefeiert werden.

Der Autor recherchierte auf Einladung von Tujareisen, Finnair und Salla Tourismus.

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