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  3. Stadtführungen im Ahrtal zeigen den Stand des Wiederaufbaus nach der Flut

Ahrtal
20.02.2024

Nach der Flutkatastrophe hat im Ahrtal eine neue Zeitrechnung begonnen

Das Ahrtal nach der verheerenden Überschwemmung.
Foto: Adobe Stock

Das Interesse und die Anteilnahme ist noch immer groß: Deswegen gibt es im Ahrtal inzwischen Stadtführungen, die den Wiederaufbau nach der Flut thematisieren.

Als die Flut in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 2021 durch die mittelalterlichen Tore von Ahrweiler schoss, war Armin Küpper auf einer Fahrradtour im Münsterland. So kann er sich gut vorstellen, welchen Unterschied es macht, ob man die verheerende Überschwemmung aus der Ferne in Bildern erlebt oder ihre Folgen vor Ort mit eigenen Augen sieht. "Viele Gäste, vor allem jene, die vor der Flut schon einmal hier waren, wollen wissen, wie die Stadt die Flut überlebt hat und wie es jetzt hier aussieht", sagt der Gästeführer. Deshalb gibt es die Wiederaufbau-Stadtführungen in Ahrweiler und in Bad Neuenahr. Auf dem zweistündigen Rundgang erfahren die Besucherinnen und Besucher, wie es zu der Katastrophe kommen konnte, die Gästeführer erzählen von der erlebten Solidarität und den Schwierigkeiten und Fortschritten beim Wiederaufbau. Und dabei wird es keine Sekunde langweilig.

Wer mit Armin Küpper unterwegs ist, erlebt ein Wechselbad der Gefühle - von Bewunderung für die vielen vom Sockel bis zum Dach wieder aufgebauten und renovierten Häuser bis zum Erschrecken über die Wucht der Zerstörung, zum Beispiel an der Stelle, an der die Brücke über die Ahr von den Wassermassen weggerissen wurde. Die Straße endet an der Uferböschung. Weil von der Brücke nichts mehr zu sehen ist, zeigt Armin Küpper auf seinem Tablet Fotos, wie es dort kurz nach der Flut aussah. Ein paar Meter weiter rollt der Verkehr einspurig über die Behelfsbrücke. Es wird noch eine Weile dauern, bis sich die neue Brücke wieder über den Fluss spannt.

80 Prozent der Restaurants haben in Ahrweiler wieder geöffnet

Die mittelalterliche Stadtmauer mit ihren Toren und Türmen aus dem 13. Jahrhundert sowie die 500 Fachwerkhäuser aus mehreren Jahrhunderten waren schon immer der ganze Stolz der Ahrweiler Bürger. "Wir haben jetzt schon viele Häuser, die aussehen wie aus dem Ei gepellt", macht Armin Küpper auf die wieder aufgebauten und sanierten Schmuckstücke aufmerksam. Rund 80 Prozent der Restaurants und Hotels haben inzwischen wieder geöffnet.

Die verheerende Überschwemmung im Ahrtal.
Foto: Christian/Stock.adobe.com


An manchen Häusern sind kleine Schilder angebracht, die anzeigen, wie hoch das Wasser in der Flutnacht stand. Einer der schönsten Fachwerkbauten der Stadt, das Wolffsche Haus aus dem 17. Jahrhundert, ist seit Ostern wieder in alter Pracht zu bewundern. Ein besonderer Hingucker ist der Erker mit geschweifter Schieferhaube. Im Erdgeschoss empfängt das Café Hoffnung seine Gäste. Das älteste private Wohnhaus in Ahrweiler, das um 1600 erbaut wurde, steht in der Straße "Auf dem Teich 2". Auch dieses Haus wurde von den Wassermassen schwer beschädigt und mit dem Ziel wieder aufgebaut, es möglichst original zu erhalten. Die einzelnen Gefache sind mit Lehmziegeln ausgemauert. "Das ist das beste Mittel der Wahl und einfacher zu bewerkstelligen als die ursprünglich verwendeten Weidenholzgeflechte, die von beiden Seiten mit Lehm beworfen wurden", erklärt Armin Küpper. Der Verein "Arbeitsgemeinschaft Historisches Ahrtal e.V." unterstützt die Besitzer von Fachwerkhäusern beim Wiederaufbau mit Kursen und der Vermittlung von Fachleuten.

Am Badehaus in Bad Neuenahr wird fleißig gebaut

Im viel jüngeren Stadtteil Bad Neuenahr, der als angesehenes Heilbad vom Charme seiner Patrizierhäuser, dem Badehaus, dem Kurpark und der ältesten Spielbank Deutschlands lebt, sind die Baustellen größer als in Ahrweiler. Am traditionsreichen Badehaus, dem ursprünglichen medizinischen Zentrum, wird kräftig gebaut. Es soll diesen Schwerpunkt auch behalten, obwohl einige Bereiche, wie zum Beispiel die Radiologie, ins Kurhaus wechseln. Auch dort sind die Baumaßnahmen noch in vollem Gange. Die Roulettetische der Spielbank haben das Kurhaus verlassen und sind an den Bahnhof gezogen.

Der Kurpark, da ist sich Bürgermeister Guido Orthen sicher, "wird wieder einer der schönsten des Landes werden". Er ist das Herz der insgesamt 20 Hektar großen Parkanlagen entlang der Ahr. Am Bauzaun gibt es schon einen Ausblick in die Zukunft mit Bildern von den geplanten neuen Gebäuden an der Kurgartenstraße. Auch die Quelle "Großer Sprudel", die mit 32 Grad Wasser aus der Tiefe der Erde steigt, wird erneuert und soll später die Ahr-Thermen speisen, sobald diese wieder für Badegäste öffnen können.

Die Bürokratie erschwert den Wiederaufbau an der Ahr

Rund zwölf Kilometer weiter schwingt ein bisschen Wehmut mit, wenn Rudolf Mies optimistisch auf die Abbildungen der geplanten Neubauten der Winzergenossenschaft Mayschoß zeigt und sagt: "Nächstes Jahr geht es los mit dem Abriss des Stammhauses." Von den 45 Jahren, die er in diesem Gebäude arbeitete, stand er 36 Jahre als Geschäftsführer an der Spitze der Winzergenossenschaft, bevor er vor acht Jahren in Rente ging. Die Flutnacht reichte aus, um das Stammhaus so zu ruinieren, dass ein Abriss die einzige Option ist.

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Die kaputte Nepomuk-Brücke wurde zu einem Wahrzeichen der Flutkatastrophe.
Foto: Comofoto/stock.adobe.com



Der Schaden beläuft sich auf rund 14 Millionen Euro, weitere fünf Millionen kommen mit den Außenstellen in Ahrweiler und Walporzheim hinzu. Drei Jahre Bauzeit sind für die Neubauten veranschlagt, Ende 2027 soll alles fertig sein. Aufgeben gilt nicht an der Ahr, auch wenn die Bürokratie bei Genehmigungsverfahren und Auszahlungen nicht überall zur Beschleunigung des Wiederaufbaus beiträgt. Das ist gleich gegenüber am Hotel Restaurant zur Saffenburg zu sehen, wo der Abriss zwar begann, aber dann gestoppt werden musste - seit Monaten kein schöner Anblick.

Die 1868 nach den Ideen des Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen gegründete Winzergenossenschaft ist die älteste der Welt. Damals war sie von dem Gedanken getragen, dass die 18 Gründungsmitglieder viel Wein im Keller, aber große Absatzschwierigkeiten hatten. Das Modell, die Kräfte zu bündeln, funktionierte und schon nach sechs Jahren konnten es sich die Winzer leisten, einen großen Fasskeller zu bauen, fortan das Herzstück der Winzergenossenschaft und zudem einer der schönsten im Land. Auch er wurde in der Flutnacht bis zum Scheitel des Gewölbes überschwemmt.

Hunderte Helfer zogen 900.000 Flaschen Wein aus dem Schlamm

Die Barriquefässer schwammen nach oben und stapelten sich schließlich am Ende des abschüssigen Kellers übereinander. "Bei den Barriquefässern hatten wir keine Weinverluste, aber draußen standen in vier Paletten übereinander gestapelte 900.000 Flaschen Wein. Hunderte Helfer haben die Flaschen aus dem Schlamm gezogen und geputzt. Auch wenn man teilweise nur schemenhaft erkennen konnte, um welchen Wein es sich handelte, verkauften wir diesen Flutwein dank der Solidarität der Lebensmittelmärkte und Kunden innerhalb eines Jahres", erzählt Rudolf Mies.

Dem historischen Fasskeller ist längst nicht mehr anzusehen, wie viel Wasser und Schlamm er auszuhalten hatte. In den nach Holz duftenden, nagelneuen Barriquefässern lagern die hochwertigen Spät- und Frühburgunder. Das Gewölbe ist komplett überbaut. Direkt darüber stehen die Edelstahltanks, in denen 1,8 Millionen Liter Wein gelagert werden können. Dazu kommen 250.000 Liter Wein in den Holzfässern. Im vergangenen Jahr produzierte die Winzergenossenschaft 1,3 Millionen Liter Wein. In diesem Jahr sind es rund zehn Prozent mehr. Die Mostgewichte über 90 Grad Oechsle versprechen hochwertige Qualitätsweine und Auslesen.

Die Flut im Ahrtal war wie ein Katalysator für die Qualität der Weine

Der Nachbarort Altenahr ist seit dem Jahr 770 vom Weinbau auf den mit Trockenmauern terrassierten Steillagen aus Grauwacke und Schiefer geprägt. Die steinigen und kargen Böden verleihen dem Wein aus Altenahr eine besondere Qualität der roten Rebsorte Spätburgunder. Und was mancher im "Tal der roten Traube" kaum vermutet, hier reifen auch die weißen Rebsorten Riesling und Weißburgunder. Winzer Lukas Sermann sagt nach der Weinernte voraus: "Die Rieslinge werden dieses Jahr wahnsinnig gut." Er führt das Weingut in vierter Generation und hat zwei von zehn Hektar Weinbaufläche mit der Rieslingrebe bestockt. "Meine Eltern haben versucht, schwere Rotweine herzustellen. Damit habe ich aufgehört, weil wir das auf unseren Böden gar nicht können. Wir stehen für Filigranität." Seinen Weg zu besonderen Weinen bestätigen viele Auszeichnungen.

Die Flut machte auch vor dem Weingut Sermann, das direkt am Ahrufer liegt, nicht halt. Zehn Meter hoch stieg das Wasser im Kelterhaus und im Haupthaus. Der Jahrgang 2020 stand gerade vor der Abfüllung, aber die Flut riss die Fässer mit 20.000 Litern Wein sowie die Paletten mit 30.000 Flaschen mit sich. Inzwischen ist alles wieder aufgebaut und das Restaurant "Thünes", benannt nach dem Spitznamen des Gründers des Weingutes, Theo Sermann, bringt mit Sieben-Gänge-Menüs ein bisschen Stadtflair aufs Land. Dazu gibt es eine Weinkarte mit einer Auswahl von 1000 Weinen, wobei der Fokus auf Spätburgunder und Riesling liegt. "Die Flut war schrecklich", sagt Lukas Sermann, "und ich weiß, dass das Wasser auch wieder kommen kann, aber sie war auch ein Katalysator für die Qualität unserer Weine. Alte Zöpfe sind abgeschnitten und viele Winzer sind bis an ihre finanziellen Grenzen gegangen, um sich neu aufzustellen und modern auszustatten."

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21.02.2024

Zeigt das Titelbild die aktuelle Wiederbebauung

am Fluß / im Talgrund ?

24.02.2024

Wurden inzwischen die Spenden der Bürger dort schon ausbezahlt..? wäre eine Frage von mir.!