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Königsbrunn

10.08.2020

100 Menschen treffen sich in Königsbrunn zu Anti-Corona-Demo

An die 100 Menschen kamen zur zehnten Anti-Corona-Demonstration, die von Volker Pajonk und Miachaela Königsberger organisiert war.
Bild: Andrea Collisi

Plus Bei der zehnten Anti-Corona-Demo in Königsbrunn ist nicht nur Covid-19 ein Thema. Teilnehmer befürchten eine Abschaffung des Bargelds.

Zur zehnten Königsbrunner Anti-Corona-Demonstration kamen jüngst an die 100 Menschen und damit doppelt so viele wie zuletzt. Deutlich wurde von der Bühne wie auch in Gesprächen zur offenen Kritik an Politikern aufgerufen. Die Teilnehmer wurden aufgefordert, mit ihren Händen ein „W“ zu formen – es sollte für „Wir sind das Volk“ stehen. Anschließend sollten sie auf die Knie gehen, um dann unter dem Slogan „Deutschland erhebt sich“ wieder aufzustehen.

"Corona Bavaria" bei Anti-Corona-Protest in Königsbrunn dabei

Neben Corona war auch das Geld ein Thema. Im Dirndl traten „Momi und Ri“ als Gesangs-Duo „Corona Bavaria“ auf und sprachen von ihrem Kampf gegen die Abschaffung des Bargeld. Rhythmisch klatschend jubelten ihnen die Anwesenden beim Refrain „Mei Bargeld möchte i b’halte“ zu. Viel Applaus erhielt auch Rupert Bader vom Verein Ökomenia/Forum „Fließendes Geld“, der in einen kurzen Impuls über Verflechtungen von Politik und Wirtschaft und dem Finanzwesen sprach. Es gebe immer mehr Reichere auf der einen Seite und immer mehr Ärmere auf der anderen Seite.

Der ehemalige langjährige Bankangestellte und heutige selbstständige Vermögensberater hatte auch Lösungsvorschläge parat. Dazu teilte er ein Infoblatt mit der Überschrift „Wie wir mit Geld gut wirken können“ aus.

Ehemaliger Stadtrat Christian Kunzi auf der Anti-Corona-Demo

In der anschließend recht knapp gehaltenen Diskussion kamen unter anderem Fragen zu Regionalgeld, wie dem Lechtaler, den es vor Jahren gegeben hatte. Dazu sprach anschließend eine der damaligen Initiatorinnen, Gisela Waltmann. Die Königsbrunnerin Monika Schimak, die das erste Mal bei der Demonstration teilnahm, überzeugen gerade diese Ansätze – sie geht zu den Treffen des Forums Fließendes Geld, die jeden vierten Mittwoch im Monat stattfinden. Auch der ehemalige Stadtrat Christian Kunzi war unter dem Demonstranten. Er war bereits zum dritten Mal auf dem Marktplatz, da er es für wichtig hält, sich vor Ort ein Bild zu machen von der anderen Sichtweise. Das Konzept, bei jeder weiteren Demo einen weiteren Sprecher zu einem Sachthema einzuladen, gefalle ihm. „Es ist bei dem Thema Corona sehr schwierig, sich wirklich ein abschließendes Urteil zu machen“, sagte Kunzi.

Von Großdemonstration in Berlin nach Königsbrunn

Für die Organisatoren Michaela Königsberger und Volker Pajonk ist wichtig, dass die Bürger gehört werden und man friedlich miteinander ins Gespräch kommt. Sie würden sich freuen, wenn auch Bürgermeister und mehr Stadträte kämen. „Wir machen das für unsere Kinder, wir machen es für unsere Einzelhändler. Unsere Wirtschaft ist am Boden, wir wünschen uns mehr Engagement und positive Ansprache“, sagte Königsberger.

 

Bei der Demonstration kam auch Kritik über die Medien zu Tage: „Wir wollen keine Lügenpresse“, hieß es. Und: „Sie schreiben aber nicht wieder von Covid-19-Idioten!“, sagte eine Frau, die jüngst bei der Großdemonstration in Berlin war. Ihren Namen wollte sie nicht in der Zeitung lesen – aus Sorge über Sanktionen im Beruf oder aus Angst vor einer 14-tägige Quarantäne, die es angeblich bei Freunden gegeben hätte.

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