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Bobingen

04.03.2013

270 Christbäume in der Wertach versenkt

BOB Angler
2 Bilder
Rund 270 Christbäume wurden im Stausee bei Bobingen versenkt.
Bild: Pitt Schurian

Rund 270 Christbäume wurden im Stausee bei Bobingen versenkt. Die Aktion hatte einen guten Grund.

Etwa 250 Christbäume wurden vor einem Jahr am Grund des Sees verankert und jetzt kommen nochmals 270 dazu. Erst werden sie an schwere Betonklötze gebunden, dann von einem Boot gezielt versenkt. Im Wasser sollen den Fischen verbesserte Ablaichmöglichkeiten und Schutz vor Fressfeinden bieten.

Der in Bergheim lebende Manfred Mayer erläutert: „Bestimmte Fischarten wie Barsche und Zander legen ihre Eier nicht am Gewässergrund ab, sondern benötigen hierfür Unterwasserpflanzen oder Gestrüpp von Bäumen und Sträuchern. Der künstliche Unterwasserwald der Christbäume ist dafür ideal geeignet und bietet den Jungfischen außerdem Schutz vor dem zunehmenden Druck vor fischfressenden Vögeln wie dem Kormoran.“

Schon im Winter 2011/2012 hatten die Angler einen zunehmenden Strom an Kormoranen registriert. In den vergangenen Wochen sollen es noch mehr gewesen sein. Einmal zählte Mayer auf der großen Insel im See 120 dieser Fischjäger auf einmal. „Einer neben dem anderen standen sie dort aufgereiht. Sie kommen vom hohen Norden, wie eine Wolke gingen sie am See nieder, schlugen sich den Bauch voll und flogen bald weiter.“ In der Regel seien hier rund 20 Kormorane auf Fischfang. Doch auch diese Zahl reiche, um innerhalb von drei Monaten eine Tonne Fisch im Vogelschnabel verschwinden zu sehen. Es handle sich vorrangig um kleinere und mittelgroße Fische. Das kann laut Maier im Extremfall zum Aussterben einiger Fischarten führen, da nur noch die älteren, großen Fische übrig bleiben.

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Maier betont, dies als Teil der Natur zu sehen, kein Kormoran-Hasser zu sein. Vielmehr sähen sich die Angler in der Verantwortung, den Fischbestand auch zu pflegen. Vor allem weil dieser Grundlage ihres Hobbys ist. Aber auch aus ökologischer Sicht. Solche „Strukturverbesserungen“ seien auch eine Vorgabe der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und würden auf sinnvolle Weise das Renaturierungsprojekt „Wertach Vital“ ergänzen, bei dem die Wertach in Richtung Augsburg wieder ein weitgehend natürliches Flussbett erhalten hat.

Unterstützt wird diese Naturschutz- und Hegemaßnahme vom Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt Augsburg, (AWS), welcher die von den Haushalten entsorgten Christbäume sammeln ließ. Ebenso von den Bayerischen Elektrizitätswerken (BEW), die Spezialboote und einen Bagger bereitstellen. Auch der Zeitpunkt der Aktion sei gezielt gewählt: vor dem im Frühjahr beginnenden Hochzeitsgeschäft der Fische, so dass deren Nachwuchs bereits heuer in den Genuss des Schutzwaldes kommt.

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