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Walkertshofen

03.05.2019

Andrang bei Konzert: Viele wollen Ernst Mosch hören

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2 Bilder
Sangen sich auf Anhieb in die Herzen des Publikums: Ramona Spindler und Dirigent Roland Dworschak.
Bild: Walter Kleber

Böhmische Blasmusik zieht in Walkertshofen das Publikum in Massen an. Der Egerländer Abend bot eine Premiere für das Duo Ramona und Roland.

Mit diesem Ansturm hatten die Verantwortlichen des Musikvereins Walkertshofen nicht gerechnet: Beim ersten „Egerländer Abend“ der örtlichen Musikkapelle wurde der neue Bürgersaal im ehemaligen Lagerhaus fast überrannt. Eilends mussten noch zusätzliche Tische und Stühle herbeigeschafft werden. Dirigent Roland Dworschak kam mit dem handverlesenen Polka-Walzer-Abend („der geisterte schon lange in meinem Kopf herum …“) einem oft geäußerten Wunsch des Publikums nach: ein ganzes Konzert nur mit bekannten Titeln der traditionellen Blasmusik! Ganz ohne Ouvertüren, Filmmusik, Medleys, Rhapsodien oder Popsongs. Anlass war der bevorstehende 20. Todestag von Ernst Mosch Mitte Mai. Der ungekrönte „König der Blasmusik“ steht wie kein anderer als Gallionsfigur und Ikone über der Begeisterungswelle für Blasmusik aus Böhmen. Der unvergessene Kapellmeister, Komponist und Arrangeur hatte die „Original Egerländer Musikanten“ 1956 gegründet und das erfolgreichste Blasorchester der Welt 42 Jahre lang geleitet.

Lieder von Liebe und Wehmut

Lieder von Liebe, Herzschmerz und glücklicher Zweisamkeit, aber auch wehmütige, melancholische Weisen zur Erinnerung an die nach dem Zweiten Weltkrieg unwiederbringlich verlorene Heimat: Nicht nur unter den Heimatvertriebenen hat die böhmische Blasmusik viele Freunde. Bei den Musikkapellen im Lande haben knackige Polkas und verträumte Walzer Hochkonjunktur. Wie Pilze sind in den vergangenen Jahren neue, junge Kapellen aus dem Boden geschossen, die sich der böhmischen Blasmusik verschrieben haben.

Vor diesem Hintergrund trafen die Walkertshofener mit ihrem Egerländer Abend auf Anhieb voll ins Schwarze. Bei vielen bekannten Titeln auf dieser musikalischen Zeitreise wippten, klatschten und sangen die Zuhörer mit. Eine auf Anhieb gelungene Premiere gab es am Gesangsmikrofon: Kapellmeister Roland Dworschak hatte mit Ramona Spindler eine perfekte, sympathische Partnerin an seiner Seite. Die beiden harmonierten bei ihrem allerersten gemeinsamen Auftritt, als wären sie schon seit vielen Jahren ein eingespieltes Gesangsduo. Kompliment!

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Viel Beifall für heimisches Duo

Viel Applaus gab es auch für das zweite Gesangsduo des Abends: der frisch gebackene Ehrendirigent (und langjährige Trompeter und Sänger) Alfred Dworschak griff an der Seite seines Sohnes Roland bei den Titeln „Böhmischer Wind“ und „Wir sind Kinder von der Eger“ nach langer Bühnenabstinenz noch einmal zum Mikrofon.

Neben unvergessenen Klassikern aus der Feder des Meisters hatte der Dirigent auch Titel anderer (zeitgenössischer) Komponisten ins Programm aufgenommen, die sich mit viel Herzblut der böhmischen Blasmusik – jetzt allerdings in neuem Gewand – verschrieben haben: Kurt Gäble, Michael Klostermann, Rudi Fischer und andere mehr. Selbstredend, dass an einem Abend zu Ehren von Ernst Mosch seine größten musikalischen Erfolge nicht fehlen durften: „Egerland, Heimatland“ und „Rauschende Birken“. Für diesen Walzer-Klassiker auf der allerersten Single der Egerländer Musikanten gab es 1960 die erste Goldene Schallplatte für ein Blasorchester überhaupt: mehr als eine Million Platten wurden verkauft! Und was wäre ein Egerländer-Abend ohne den wohl ungewöhnlichsten Heiratsantrag der gesamten Musikgeschichte: „Kannst Du Knödel kochen?“

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